unbekannter Gast
vom 23.12.2016, aktuelle Version,

Vienna International Arbitral Centre

Das Vienna International Arbitral Centre (VIAC) wurde im Jahr 1975 als Internationale Schiedsinstitution der Wirtschaftskammer Österreich gegründet. Seine deutschsprachige Bezeichnung lautet Internationales Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich. Als eine der führenden Europäischen Schiedsinstitutionen administriert es Schieds- und Mediationsverfahren (sowie andere ADR-Verfahren) indem es gegen Gebühr u.A. Verfahrensregeln zur Verfügung stellt, Parteien, Schiedsrichter und Mediatoren bei der Durchführung der Verfahren unterstützt, bei Bedarf Schiedsrichter oder Mediatoren bestellt oder über Ablehnungsanträge gegen Schiedsrichter entscheidet.

Geschichte

Das Handelskammergesetz (HKG) 1946 berechtigte alle neun Landeskammern, ständige Schiedsinstitutionen zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten einzurichten. Die entsprechenden Schiedsregeln wurden im Jahr 1949 erlassen. Nachdem sich in den frühen 1970er Jahren Österreich als Schiedsort für Ost/West-Handelsstreitigkeiten zu etablieren begann, wurde im Jahr 1975 zusätzlich das Internationale Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich als Einrichtung für jene Streitigkeiten geschaffen, bei denen zum Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsvereinbarung zumindest eine Partei ihren Sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb Österreichs hatte bzw. bei denen es sich um Streitigkeiten internationalen Charakters handelte.

Organisation

Das VIAC besteht aus einem zwölfköpfigen Präsidium (plus einem Ehrenmitglied) und dem Sekretariat, das vom Generalsekretär Manfred Heider und seiner Stellvertreterin Alice Fremuth-Wolf geleitet wird. Beide sind in fachlichen Angelegenheiten innerhalb der Kammerorganisation weisungsfrei gestellt. Das Präsidium besteht aus Anwälten, Universitätsprofessoren, einem Richter des obersten Gerichtshofs sowie einem Sektionschef aus dem Justizministerium.

Regeln

Die Schiedsregeln des VIAC („Wiener Regeln“) stammen aus dem Jahr 2013, seine Mediationsregeln („Wiener Mediationsregeln“) aus dem Jahr 2016.

Siehe auch

Literatur