Vila Velebita (Schiff, 1908)
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Die Vila Velebita war ein 1908 gebautes Segelschulschiff, das als Brigantine getakelt war. Unter österreichisch-ungarischer und anschließend jugoslawischer Flagge nutzte es die Seefahrtschule von Bakar für die Kadettenausbildung und ozeanografische Expeditionen. Nach der Kapitulation Jugoslawiens im April 1941 verwendete die Regia Marina es unter dem Namen Palinuro weiter als Segelschulschiff. Beim Versuch, im September 1943 einen von den Alliierten kontrollierten Hafen zu erreichen, musste es in Ortona anlegen und wurde dort im Dezember 1943 von der Wehrmacht gesprengt.
Der Name Vila Velebita leitete sich von einem gleichnamigen kroatischen Volkslied aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ab, das vom Gebirgszug Velebit inspiriert war.
Bau und technische Daten
Das Schiff wurde auf Bestellung der kroatischen königlichen Regierung innerhalb Österreich-Ungarns bei den Howaldtswerken in Kiel am 31. März 1908 bestellt. Das neue Schiff sollte das erste Schulschiff der Seefahrtschule, die Margita, ersetzen, da es für die zunehmende Zahl von Kadetten zu klein geworden war. In Kiel wurde das neue Schiff unter der Baunummer 497 auf Kiel gelegt und lief bereits 25. Juli 1908 vom Stapel.
Die Vila Velebita war als Brigantine mit 650 bis 700 m² Segelfläche getakelt und verdrängte 370 Tonnen. Sie vermaß 263,64 BRT bzw. 78,75 NRT und war 35,05 m lang, 7,7 m breit und hatte 2,74 m Tiefgang. Eine 3-Zylinder-Dreifach-Expansionsmaschine unterstützte den Segler. Sie leistete 300 PS und wirkte auf eine Schraube. Unter Segeln konnte das Schiff bis zu 13 kn, unter Dampf bis zu 7 kn Geschwindigkeit erreichen. Die Stammbesatzung zählte 20 Mann, dazu kamen bis zu 40 Schüler.[1]
Das Schiff verfügte als eines der ersten Schiffe über eine elektrische Beleuchtung und modernste Navigations-Ausstattung. Am 4. September 1908 stand es zur Ablieferung bereit. Mit dem weißen Rumpf galt die Vila Velebita schon damals als eine besonders schön gelungene Konstruktion. Als Spitznamen wurde sie bald als „gute Fee“ bezeichnet – nach der Fee, die an der Spitze des Berges Velebit gelebt haben soll und in Kroatien als Symbol der Einheit und Freiheit der Kroaten galt.[2] An Bord des Schiffes konnten die Schüler ihre in der Seefahrtsschule erworbenen Kenntnisse vertiefen und praxisnah anwenden.[3]
Geschichte
Vila Velebita der Seefahrtschule von Bakar
Am 8. Oktober 1908 erreichte die Vila Velebita unter der Flagge Österreich-Ungarns ihren neuen Heimathafen Bakar.[4] Für das folgende Frühjahr wurde die erste Ausbildungsfahrt angesetzt. Die ersten Fahrten wurden an den Wochenenden in die nähere Umgebung durchgeführt, daneben fanden auch immer wieder längere Fahrten statt – 1912 etwa nach Triest, Venedig und Ravenna. Die letzten beiden Jahre vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Schiff zudem für hydrographische Untersuchungen von der jugoslawischen Akademie der Wissenschaften genutzt. Die letzte Fahrt 1914 wurde wegen der Kriegsgefahr vorzeitig abgebrochen und das Schiff kehrte am Tag der österreichischen Kriegserklärung an Serbien (28. Juli) nach Bakar zurück. Dort blieb die Vila Velebita bis 1915 aufgelegt, anschließend bis 1918 in Novigrad nördlich von Zadar.[5]
Nach dem Ersten Weltkrieg verblieb das Schiff bei der Seefahrtschule von Bakar, allerdings musste sich die Schule die Vila Velebita mit den Seefahrtschulen von Dubrovnik und Kotor (im heutigen Montenegro) teilen. Sie führte zunächst die Flagge des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien). Die erste längere Fahrt des Schiffes führte 1922 von Bakar nach Messina, Neapel, Genua, Marseille, Barcelona, Algier und Malta. Weitere Ziele in den kommenden Jahren bildeten Venedig, das östliche Mittelmeer unter anderem mit Korfu, Piräus bis nach Istanbul (1923), Barcelona (1929) oder Marseille (1932). Die letzte Fahrt vor dem Zweiten Weltkrieg hatte 1939 noch einmal Istanbul als Ziel. Zum Zeitpunkt der Kapitulation Jugoslawiens im April 1941 befand sich die Vila Velebita in Crikvenica, etwa 37 Kilometer von Rijeka entfernt. Dort wurde sie von den Italienern, die die dalmatinische Küste besetzten, wie viele jugoslawische Schiffe beschlagnahmt.[6]
Palinuro der Regia Marina
Bereits am 15. April stellte die Regia Marina das Schiff unter dem Namen Palinuro als Segelschulschiff in Dienst.[7] Der Name stammt aus der römischen Mythologie: Palinurus war der Steuermann des Aeneas auf dessen Irrfahrt vom zerstörten Troja nach Italien. Bereits zuvor hatte die italienische Marine mehrere Schiffe nach ihm benannt: Von 1843 bis 1863 trug eine Radkorvette diesen Namen und von 1886 bis 1920 ein Schoner.[8] Die Regia Marina ließ das Schiff geringfügig umbauen und setze eine Hütte auf die Brücke.[9]
Wie die beiden großen Segelschulschiffe der Marine, die Amerigo Vespucci und Cristoforo Colombo wurde die Palinuro der Ausbildungs-Division zugeteilt. Ausbildungsgebiet war die Adria, in der die Segelschulschiffe ihre Ausbildungsfahrten durchführten. Einzelne Fahrten führten bis ins Ionische Meer.[10]
Zum Zeitpunkt der italienischen Kapitulation am 9. September 1943 befand sich die Palinuro mit den anderen beiden Segelschulschiffen in Triest. Dort erhielten sie den Befehl, nach Süditalien in das von den Alliierten kontrollierte Gebiet zu fahren. Der Palinuro gingen unterwegs Kohle und Kesselwasser aus und sie wurde zum Nachbunkern nach Ortona entlassen, das sie am Abend des 10. September erreichte. Die Stadt war bereits von der Wehrmacht besetzt. Der Besatzung gelang in einem Fischerboot noch die Flucht nach Brindisi, das Schiff blieb jedoch in Ortona. Während der Schlacht um Ortona vom 20. bis 28. Dezember 1943 sprengten deutsche Einheiten das Schiff bei ihrem Rückzug.[11]
Siehe auch
Das 1973 in Dienst genommene Schulschiff der Seefahrtschule trägt den Namen Vila Velebita II und wurde 1956 in Zadar gebaut.[12]
Das Segelschulschiff Palinuro der italienischen Marine wurde 1934 als französische Commandant Louis Richard gebaut und 1955 in Italien in Dienst gestellt.
Literatur
- Zvonimir Freivogel: Dobra wróżka znad adriatyckiego wybrzeża ‚Vila Velebita‘ [Die gute Fee von der Adria Küste ‚Vila Velebita‘], in: Okrety Wojenne Nr. 91 (5/2008), S. 17–26, als PDF unter: http://www.okretywojenne.pl/ow/download/index.php?did=95.
- Lelio del Re: Ortona 8 settembre 1943, in: Marinaid’Italia, ca. 1993, S. 58–59, als PDF unter: http://www.marinaiditalia.com/public/uploads/2012_11_58.pdf.
Weblinks
- Lloyd‘s Register, Sailng Vessels. 1931: http://www.plimsollshipdata.org/pdffile.php?name=30a0194.pdf, aufgerufen am 20. Oktober 2017
- http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/almanacco/Pagine/naviglio_ausiliario/palinuro_scuola%20.aspx, aufgerufen am 20. Oktober 2017
- https://www.flickr.com/photos/morton1905/8428025544/, aufgerufen am 20. Oktober 2017
- http://www.shipsnostalgia.com/gallery/showphoto.php/photo/545273/title/vila-velebita/cat/524 (Foto der Vila Velebita), aufgerufen am 20. Oktober 2017
- http://www.paluba.info/smf/index.php?topic=6916.0 (Foto der Vila Velebita), aufgerufen am 20. Oktober 2017
- http://server1.fisica.unige.it/~ilgioco/semep/english1/croazia.htm, aufgerufen am 20. Oktober 2017
Fußnoten
- ↑ Freivogel, S. 20–22, Lloyd’s Register: http://www.plimsollshipdata.org/pdffile.php?name=30a0194.pdf, http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/almanacco/Pagine/naviglio_ausiliario/palinuro_scuola%20.aspx
- ↑ http://server1.fisica.unige.it/~ilgioco/semep/english1/croazia.htm, Freivogel, S. 21.
- ↑ Freivogel, S. 24.
- ↑ Freivogel, S. 20.
- ↑ Freivogel, S. 23f.
- ↑ ebd., S. 24f.
- ↑ http://www.marina.difesa.it/uominimezzi/navi/Pagine/Palinuro.asp
- ↑ http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/almanacco/Pagine/LetteraP.aspx
- ↑ Freivogel, S. 25.
- ↑ Freivogel, S. 25, http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/almanacco/Pagine/naviglio_ausiliario/palinuro_scuola%20.aspx, http://www.marina.difesa.it/uominimezzi/navi/Pagine/Palinuro.aspx
- ↑ del Re, S. 58f., Freivogel, S. 25f., http://www.marina.difesa.it/storiacultura/storia/almanacco/Pagine/naviglio_ausiliario/palinuro_scuola%20.aspx,
- ↑ Freivogel, S. 26, http://www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=1744949
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| Merchant Ensign of Austria-Hungary from 1786 until 1869 and Naval and War Ensign of Austria-Hungary from 1786 until 1915 ( de jure , de facto until 1918) | Eigenes Werk The underlying design of this naval ensign dates from 1786, at which time it was published (flown publically), and therefore it was published well before January 1, 1928 and meets PD-US-expired. It is also PD-AustrianGov as it was inherited by the various Austrian governments that succeeded the Austro-Hungarian Empire. | PavelD | Datei:Austria-Hungary-flag-1869-1914-naval-1786-1869-merchant.svg | |
| Das Bild dieser Flagge lässt sich leicht mit einem Rahmen versehen | Regio decreto 1º gennaio 1890 ... Art. 43 Le Corone della Reale famiglia hanno tutte la cxxxstessa base d'un cerchio d'oro coi margini cordonati, fregiato con otto grossi zaffiri (cinque visibili) attorniati ciascuno da dodici gemme cioè: quattro diamanti alternati con altrettanti rubini ed altrettanti smeraldi: i zaffiri sono divisi da otto nodi di Savoia (quattro visibili) d 'oro a sbalzo. Il cerchio è sormontato da quattro foglie d'acanto d'oro (tre visibili) caricate, in cuore, d'una perla; separate da quattro crocette di Savoia (due visibili) smaltate di rosa e ripiene di bianco, pomate con quattro perle ed accostate, ciascuna, da due perle collocate sopra una piccola punta; il tutto movente dal margine superiore del cerchio. Art. 44 Il Re usa due corone; quella Reale di Savoia e quella Reale d'Italia Art. 45 La Corona Reale di Savoia è chiusa da otto vette d'oro (cinque visibili) moventi dalle foglie e dalle crocette, riunite, con doppia curvatura, sulla sommità, fregiate all'esterno da grosse perle decrescenti dal centro, e sostenenti un globo d'oro cerchiato, cimato come Capo e Generale Gran Maestro dell'Ordine dei SS. Maurizio e Lazzaro, da una crocetta d'oro, trifogliata, movente dalla sommità del globo. ... http://www.prassi.cnr.it/prassi/content.html?id=1669 Regio decreto n. 2072 del 24 settembre 1923 Norme per l'uso della bandiera nazionale convertito in legge n. 2264 del 24 dicembre 1925 Art. unico È convertito in legge il R. decreto-legge 24 settembre 1923, n. 2072, concernente le norme per l'uso della bandiera nazionale con le modificazioni risultanti dal testo seguente: Art. 1 La bandiera nazionale, è formata da un drappo di forma rettangolare interzato in palo, di verde, di bianco e di rosso, col bianco coronato dallo stemma Reale bordato d'azzurro. Il drappo deve essere alto due terzi della sua lunghezza, e i tre colori vanno distribuiti nell'ordine anzidetto e in parti eguali, in guisa che il verde sia aderente all'inferitura. La bandiera di Stato, da usarsi nelle residenze dei Sovrani e della Reale Famiglia, nelle sedi del Parlamento, delle rappresentanze diplomatiche e consolari all'estero e degli uffici governativi, ha lo stemma sormontato dalla corona Reale. Art. 2 Per le bandiere nazionali usate dal Regio esercito, dalla Regia marina, dalla Regia aeronautica, come quelle usate dalla marina mercantile e dagli Enti che ne ebbero disciplinato l'uso da apposite disposizioni, nulla è innovato alle prescrizioni ora vigenti. Art. 3 Le bandiere nazionali degli Enti pubblici locali hanno lo stemma senza corona, e con la bordatura azzura. Art. 4 Gli Enti pubblici locali possono fare uso soltanto della bandiera nazionale e dei vessilli e gonfaloni tradizionali propri degli Enti, purché questi siano accompagnati alla bandiera nazionale, che avrà sempre il posto d'onore, a destra o in alto. L'autorità governativa può ordinare, secondo le consuetudini del Regno, che sui pubblici edifici delle Provincie, dei Comuni e degli Enti riconosciuti o vigilati dallo Stato sia esposta la bandiera nazionale. In caso di trasgressione, il Prefetto provvederà a termini di legge. Art. 5 In segno di lutto le bandiere degli edifici e quelle con sistemazione fissa devono essere tenute a mezz'asta; potranno anche avere due strisce di velo nero adattate all'estremità superiore dell'inferitura. Queste strisce sono obbligatorie invece per le bandiere che vengono portate nelle pubbliche cerimonie funebri. Art. 6 Nei festeggiamenti e nelle pubbliche funzioni la bandiera nazionale o di Stato deve avere la precedenza sopra tutti gli altri emblemi civili. Art. 7 Ferme rimanendo le norme e consuetudini di diritto internazionale per l'uso delle bandiere da parte delle rappresentanze diplomatiche e consolari estere, nessuno, cittadino o straniero, potrà nel Regno esporre bandiere di altri Stati, se non accompagnate alla bandiera italiana che occuperà sempre il posto d'onore, a destra, o in mezzo se le bandiere straniere sono più di una. In caso di trasgressione l'autorità di pubblica sicurezza provvederà alla immediata rimozione della o delle bandiere ed i colpevoli saranno puniti con multa da L. 1000 e 5000. Verwendete Farben: Grün gerendert als RGB 00 0 140 0 69 Pantone 17-6153 Weiß gerendert als RGB 244 245 240 Pantone 11-0601 Rot gerendert als RGB 205 0 33 0 42 Pantone 18-1662 Savoy blue gerendert als RGB 0 75 0 97 209 Pantone ? | F l a n k e r | Datei:Flag of Italy (1861-1946) crowned.svg | |
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