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vom 26.02.2018, aktuelle Version,

Vinzenz Waidacher

Vinzenz Waidacher (* 19. Juli 1900 in Mieders[1], Österreich-Ungarn; † Oktober 1941[2]) war ein österreichischer SA-Standartenführer und Vorkämpfer des Nationalsozialismus in Innsbruck. Waidacher galt als enger Vertrauter des Gauleiters Franz Hofer und war bis zu seinem Tod der höchste SA-Führer im Gau Tirol-Vorarlberg.[1][3]

Leben

Waidacher war bereits vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 Führer der Tiroler SA-Brigade. So wurde er etwa am 9. März 1938 kurz vor dem „Anschluss“ wegen illegaler nationalsozialistischer Betätigung gefasst und in Gewahrsam genommen.[4] Zur Zeit des Nationalsozialismus hielt Waidacher Festreden bei Gedenkfeiern der Höttinger Saalschlacht von 1932.[1]

Gemeinsam mit anderen SA-Mitgliedern war er für die gewalttätige Verfolgung mehrerer jüdischer Familien während des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck verantwortlich.[1]

Waidacher fiel im Oktober 1941. Der Komponist Josef Eduard Ploner widmete Waidacher nach dessen Tod die 14. seiner 15 Tiroler Fanfaren. Die Widmung bezeichnet Waidacher als sogenannten „Blutzeugen“.[1][5]

Literatur

  • Nikolaus Hagen: SA-Brigadeführer Vinzenz Waidacher. In: Thomas Albrich (Hrsg.): Die Täter des Judenpogroms 1938 in Innsbruck. Haymon, Innsbruck 2016, ISBN 978-3-7099-7242-7, S. 31–36.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Täterkreis. In: Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  2. Thomas Albrich: Gauleiter Franz Hofer und die „braune Elite“ des Gaues Tirol-Vorarlberg im Visier der Nachkriegsjustiz. In: Jahrbuch der Juristischen Zeitgeschichte. Bd. 8, 2006/2007, ISSN 1869-6899, S. 26–74, hier S. 45.
  3. Thomas Albrich, Michael Guggenberger: „Nur selten steht einer dieser Novemberverbrecher vor Gericht“. Die strafrechtliche Verfolgung der Täter der so genannten „Reichskristallnacht“ in Österreich. In: Thomas Albrich, Winfried R. Garscha, Martin F. Polaschek (Hrsg.): Holocaust und Kriegsverbrechen vor Gericht. Der Fall Österreich (= Österreichische Justizgeschichte. 1). Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2006, ISBN 3-7065-4258-7, S. 26–56, hier S. 43.
  4. Harald Walser: Die illegale NSDAP in Tirol und Vorarlberg 1933–1938 (= Materialien zur Arbeiterbewegung. Nr. 28). Europaverlag, Wien 1983, ISBN 3-203-50846-X, S. 149 (malingesellschaft.at [PDF]).
  5. Erinnerungsfeste - "Märtyrer" der Partei - Heldengedenken. In: Arbeitsgemeinschaft Tiroler Komponisten: NS-Zeit. Abgerufen am 19. März 2016.