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vom 06.01.2018, aktuelle Version,

Vladimir Korneev

Vladimir Korneev (* 1987 in Manglisi, Niederkartlien, Georgische SSR, Sowjetunion[1][2]) ist ein deutscher[1][2] Schauspieler und Chansonsänger.

Leben

Korneev stammt aus einer sehr musikalischen georgisch-russischen Familie.[3] Korneev wuchs somit seit seiner Kindheit mit russischen Liedern und russischer Folklore auf.[4] Im Alter von sieben Jahren kam er mit seinen Eltern, die im Zuge des Georgisch-Abchasischen Kriegs ihre Heimat verlassen hatten, als Flüchtlingskind nach Deutschland.[3][5] Nach der Ankunft in Berlin bekam die Familie politisches Asyl in Augsburg, wo Korneev aufwuchs. Anfangs lebte er zunächst gemeinsam mit seinen Eltern in einem Asylantenheim.[3][5] Obwohl er als Kind stotterte und kein Deutsch konnte, als er nach Deutschland kam, besuchte er die reguläre Grundschule. Im Jahr 2007 legte er am Musischen Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg sein Abitur ab.[3]

In der dritten Klasse begann Korneev mit dem Klavierspiel, zuerst auf einem Keyboard, da die Familie kein Geld für ein Klavier hatte.[3] Ab dem Alter von neun Jahren bekam er Klavierunterricht.[4] An der Albert-Greiner-Sing- und Musikschule der Stadt Augsburg erhielt er eine Ausbildung zum Pianisten bei Janina Raisowa und Veronika Leshinskaya. 2007 spielte er im jtt (junges theater team), dem Jugendclub des Theaters Augsburg.[3] Als Regieassistent von Holger Seitz (Regisseur am Theater Augsburg) kam er nach München ans Staatstheater am Gärtnerplatz. Bei seinem Vorsprechen für sein Schauspiel- und Gesangsstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding wurde er sofort angenommen.[3]

Seinen ersten Gesangsunterricht hatte Korneev bei Melanie Petcu. Von 2008 bis 2012 absolvierte er seine Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Dort setzte er sein Gesangsstudium (als Bariton) vier Jahre lang bei der Gesangsprofessorin Marianne Larsen fort. Im Schauspiel wurde er von Frieder Kranz, Gaby Welker, Kathrin Ackermann und Wolfgang Seidenberg ausgebildet. 2009 erhielt er einen Förderpreis im Juniorenwettbewerb beim Bundeswettbewerb Gesang.[6] 2011 und 2013 belegte er jeweils den 2. Platz beim Bundeswettbewerb Gesang in der Sparte „Chanson“.[3][7]

Erste Bühnenengagements hatte er bereits während seiner Ausbildung. In der Spielzeit 2010/11 trat er als Barkeeper Jimmy in Grand Hotel (Regie: Pavel Fieber) am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz auf.[8][9] 2011 spielte und sang er die Rolle des Mackie Messer in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper am Münchner Akademietheater.[4] Im Juni/Juli 2011 spielte er den Moritz Stiefel in einer Musicalfassung von Frühlings Erwachen am Deutschen Theater München.[4][10] Im Juli/August 2012 war er auf der Walensee-Bühne am Walensee (Schweiz) in Tell als Cover von Bruno Grassini für die Rolle des Reichsvogts Hermann Gessler besetzt.[11] In der Spielzeit 2014/15 übernahm er am Stadttheater Bremerhaven den Bernardo in einer West Side Story-Produktion.[12] In der Spielzeit 2015/16 spielte er von Dezember 2015 bis Januar 2016 den Bernardo in einer West Side Story-Produktion an den Wuppertaler Bühnen.[13] Von März 2016 bis Ende Juni 2016 trat er im Wiener Ronacher als Tangosänger Augustín Magaldi in Evita auf.[14][15][16]

Während seiner Ausbildung trat Korneev einmal im Monat als Jazz- und Chansonsänger in der Münchner Jazzbar Vogler auf, wo er Lieder in Französisch, Russisch, Deutsch und Spanisch sang. Bei einem Auftritt 2011 wurde er von einem Caster der Münchner Bavaria Film, der zufällig im Publikum saß, für den Film angesprochen.[3][5]

2013 stand er erstmals vor der Filmkamera. Im Polizeiruf 110: Morgengrauen (Erstausstrahlung: August 2014) spielte er den Mithäftling und albanischen Auftragskiller Aleksander Dushku. Episodenrollen hatte er bisher in den Fernsehserien Heiter bis tödlich: Hauptstadtrevier[17] (März 2014; als Tanzlehrer und Gigolo Marco Miletic), Dengler (März 2016; als rumänischer Zwangsarbeiter Cosmin) und SOKO Donau (September 2016). In dem Fernsehfilm Auf kurze Distanz (2016) spielte er in einer Nebenrolle den serbischen Mafioso Vukasin. Ende September 2016 war Korneev in dem Fernsehfilm Eine Sommerliebe zu dritt an der Seite von Paula Kalenberg und Florian Panzner in seiner ersten Fernsehhauptrolle zu sehen. Er spielte den Franzosen Serge, der in München eine Crêperie betreibt und das Gefühlsleben eines jungen Paares durcheinanderbringt.[18]

Im Januar 2017 war Korneev in der ZDF-Serie SOKO Köln in einer Episodenrolle zu sehen; er spielte den tatverdächtigen, kriminellen Albaner Valentin Adnan, der versucht, mit einem falschen Namen seine Identität zu verschleiern. Im Januar 2017 war Korneev außerdem in der ZDF-Krimiserie SOKO Stuttgart in einer Episodenrolle als unter Verdacht stehender Straßenmusiker und Rapper Finn Brückner zu sehen. In dem ZDF-Fernsehfilm Tanz mit mir, einem Film aus der Fernsehreihe Inga Lindström, der ebenfalls im Januar 2017 erstausgestrahlt wurde, spielte er den Tänzer Erik Larsen. Im Schweizer Tatort: Kriegssplitter (Erstausstrahlung: März 2017) spielte Korneev den tschetschenischen Auftragskiller Pjotr Sorokin. In der ZDF-Krimireihe Stralsund war Korneev in dem Film Kein Weg zurück (Erstausstrahlung: November 2017) in einer der Hauptrollen zu sehen; er spielte Mirko Subotic, den Freund einer Supermarktmitarbeiterin, die Opfer eines brutalen Überfalls und einer Vergewaltigung wird.[19]

In Robert Thalheims Agentenkomödie Kundschafter des Friedens, die Ende Januar 2017 in die Kinos kam, drehte Korneev in einer Nebenrolle mit Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Antje Traue.

Im Mai 2014 gab er sein Debüt als Chansonsänger im Deutschen Theater München, bei dem er in einem Solo-Programm mit dem Pianisten Liviu Petcu sein erstes Studio-Album, das in Zusammenarbeit mit BR Klassik entstand, mit dem Titel „Weitergehn“ vorstellte.[4] Ende September 2016 trat er mit seinem neuen Chanson-Programm „LIEDÉЯ“, einer Mischung aus französischen Chansons und russischen Liedern, in der Berliner Bar jeder Vernunft auf.[20] Für sein Chanson-Programm arbeitete er im Vorfeld interpretatorisch mit der Opernsängerin Waltraud Meier.[5] Im Dezember 2016 wurde Korneevs zweite Solo-CD, ein Live-Mitschnitt seines Chanson-Programm „LIEDÉЯ“ aus der Berliner Bar jeder Vernunft, veröffentlicht.

Seit dem Sommersemester 2014 ist Korneev auch Dozent für Gesang an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Korneev lebt in München[1], unterhält jedoch weiterhin eine Wohnung in Wien. In Wien engagierte er sich, auf Empfehlung der Sopranistin Diana Damrau, für das Flüchtlingsprojekt MigrArt.[5]

Filmografie

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Vladminir Korneev Vita bei Filmmakers. Abgerufen am 2. November 2016.
  2. 1 2 Vladminir Korneev Vita bei Schauspielervideos. Abgerufen am 2. November 2016.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Vladimir Korneev aus Augsburg: Vom Stotterer zum erfolgreichen Sänger. Porträt und Interview. In: Augsburger Allgemeine vom 26. Dezember 2011. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  4. 1 2 3 4 5 Debüt im Deutschen Theater München:Vladimir Korneev, ein Jacques Brel mit russischer Seele. Porträt und Interview. In: Abendzeitung vom 11. Mai 2014. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  5. 1 2 3 4 5 Bar jeder Vernunft: Bariton Vladimir Korneev: Chanson macht mich komplett nackt. Porträt und Interview. In: B.Z. vom 23. September 2016. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  6. Bundeswettbewerb Gesang Wettbewerbe 2003 – 2011, Bundeswettbewerb Gesang Berlin, Wettbewerbe Musical/Chanson/Song. Abgerufen am 2. November 2016
  7. Wettbewerb 2013 Wettbewerb 2013. 42. Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2013. Musical/ChansonPreisträger, Fotos & Videos, Biografien. Abgerufen am 2. November 2016
  8. Broadway-Musical: Grand Hotel. Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  9. Tanz auf dem Vulkan. Aufführungskritik. Online Musik Magazin. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  10. Frühlings Erwachen. Besetzung und Produktionsdetails bei United Musicals. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  11. CH-Musical: Tell - Das Musical. Das Schiller-Drama am Walensee. Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  12. Klassiker West Side Story: Hass kann töten!. Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 2. Oktober 2016
  13. Unter der Autobahnbrücke. Aufführungskritik. Online Musik Magazin. Abgerufen am 2. Oktober 2016
  14. „Evita“ in Wien: Endlich bei mir angekommen. Kritik, Produktionsdetails und Besetzung. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  15. Klassiker Evita: Ein strahlender, heller Stern. Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 2. November 2016
  16. Evita (Wien 2016). Besetzung bei United Musicals. Abgerufen am 2. November 2016.
  17. Heiter bis tödlich: Hauptstadtrevier (24): Der Lockvogel. Internetpräsenz Das Erste vom 11. März 2014. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  18. Eine Sommerliebe zu dritt. Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 1. Oktober 2016
  19. Stralsund – Kein Weg zurück. Handlung, Darsteller, Bildergalerie und Kritik bei TV Spielfilm. Abgerufen am 6. November 2017.
  20. Vladimir Korneev: LIEDÉЯ - französische Chansons & russische Romanzen Offizielle Internetpräsenz Bar jeder Vernunft. Abgerufen am 1. Oktober 2016