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vom 28.03.2017, aktuelle Version,

Volker Horn

Volker Horn (* 13. März 1943 in Klagenfurt, Kärnten; † 20. November 2009) war ein österreichischer Opernsänger in der Stimmlage Tenor.

Leben

Horn wuchs in Bayreuth auf. Er wurde Mitglied der Regensburger Domspatzen und sang dort als Knabensopran. 1954–1955 trat er bei den Bayreuther Festspielen als Hirtenknabe in Tannhäuser in einer Inszenierung von Wieland Wagner auf. 1969–1975 sang Horn im Chor der Bayreuther Festspiele.[1]

Er studierte an der Musikhochschule Wien Gesang und Violine. 1976 wurde Horn festes Ensemblemitglied an der Deutschen Oper in Berlin, der er bis zu seiner offiziellen Pensionierung am Ende der Spielzeit 2007/08 angehörte.[2] Danach blieb er mit einem Gastvertrag seinem einstigen Stammhaus weiterhin verbunden. An der Deutschen Oper wurde Horn allerdings überwiegend nur in mittleren und kleinen Partien eingesetzt. Zu seinen Comprimario-Partien dort gehörten unter anderem: Erster Geharnischter in Die Zauberflöte, Normanno in Lucia di Lammermoor, Abdallo in Nabucco, Malcolm in Macbeth, Yamadori in Madama Butterfly und Balthasar Zorn in Die Meistersinger von Nürnberg. Im Juli 2000 sang er im Rahmen der Berliner Sommeroper die Titelrolle des Odysseus in der Oper Il ritorno d’Ulisse in patria von Claudio Monteverdi im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg.[3] Regelmäßig sang er an der Deutschen Oper auch den Siegfried Wälse in der Musikproduktion Klein-Siegfried, einer Fassung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen für Kinder.[4]

1980 trat Horn erneut bei den Bayreuther Festspielen auf, diesmal als Erster Gralsritter in Parsifal und als 1. Edler in Lohengrin.[5] Im Sommer 1981 sang er bei den Eutiner Festspielen die Rolle des Max in der Oper Der Freischütz. Im August 1989 sang er beim „Badener Operettensommer“ den Adam in der Operette Der Vogelhändler.

Große Erfolge hatte Horn bei seinen zahlreichen Engagements im Inland und im europäischen Ausland, bei denen er fast ausschließlich für Hauptrollen verpflichtet wurde. Gastspiele gab Horn am Staatstheater Karlsruhe (als Max), am Staatstheater Braunschweig (ebenfalls als Max), am Opernhaus Zürich (als Froh), an der Oper von Lyon (1981 als Loge), am Teatro La Fenice in Venedig (als Parsifal), am Teatro Massimo Bellini in Catania (1992 als Steuermann), am Teatro Regio in Turin (als Loge), an der Flämischen Oper in Antwerpen (als Florestan), an der Staatsoper Prag (als Lohengrin), am Opernhaus/Nationaltheater Brno (1993 als Erik in Der Fliegende Holländer) und an der Staatsoper in Breslau (2002 als Max). Im Rahmen des Puccini-Festivals in Torre del Lago sang er im Sommer 1989 die Rolle des Narraboth in Salome. In der Saison 1990/91 übernahm er beim Opera Forum in Enschede die Rolle des Max in einer Tourneeproduktion (u.a. im Mai 1991 in Nijmegen) der Oper Der Freischütz. In der Saison 1992/93 sang er am Theater Rudolstadt die Heldentenor-Rolle des Geheimrats und Gerichtsbeamten Asmus Modiger in Hans Pfitzners Oper Das Herz.

Er wirkte auch in mehreren Opern-Uraufführungen mit, unter anderem 1984 bei den Schwetzinger Festspielen in Ophelia von Rudolf Kelterborn und 1996 am Pfalztheater Kaiserslautern in Gesualdo von Franz Hummel.

Intensiv setzte sich Horn für das Opernschaffen von Siegfried Wagner ein. 1992 und 1993 sang er bei den Festspielen in Rudolstadt den Hans Kraft in Der Bärenhäuter. 1995 folgte dort die Rolle des Wittich in Banadietrich. 1999 war er der Helferich von Lahngau in der Oper Sternengebot bei den Musikfestspielen in Weikersheim.[6] Im Oktober 2001 übernahm er in Köln den Philo in der konzertanten Uraufführung von Siegfried Wagners Oper Die heilige Linde. 2004 sang er in Solingen den Waidewut in Der Heidekönig und zuletzt 2005 am Stadttheater Fürth den Friedrich in der Oper Der Kobold. Bei allen Inszenierungen arbeitete Horn mit dem Regisseur Peter P. Pachl zusammen.

Horn trat als Konzertsänger und als Solist in Oratorien ebenfalls erfolgreich in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Im Oktober 1984 sang er das Tenor-Solo in der Missa solemnis von Ludwig van Beethoven bei Aufführungen mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und dem Wiener Singverein unter der Leitung von Miltiades Caridis im Großen Saal des Wiener Musikvereins und im Großen Festspielhaus in Salzburg.[7]

Horn starb nach langer, schwerer Krankheit an einem Gehirntumor. Horn wurde am 5. Dezember 2009 auf dem Friedhof in Wilhelmshorst beigesetzt.[8]

Stimme

Horn sang sowohl die Partien des lyrischen Tenorfachs (Tamino, Froh), übernahm jedoch bei seinen Auslandsengagements schwerpunktmäßig das Rollenfach des jugendlich-dramatischen Heldentenors. Horn war ein „Zwischenfachtenor mit beträchtlichen heldischen Ressourcen, der auch bei Wagner dem Legato-Gesang verpflichtet blieb und immer durch makellose Textverständlichkeit hervorstach.“[9]

Die Stimme von Horn ist auf einigen Tondokumenten dokumentiert worden, die mittlerweile auch als CD veröffentlicht wurden. In einer Aufnahme von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Die Zauberflöte sang er unter Herbert von Karajan den Ersten Geharnischten. Mit Giuseppe Sinopoli nahm er den Abdallo auf. Auch Horns Tenorrollen in den Opern von Siegfried Wagner wurden durch Live-Mitschnitte dokumentiert und teilweise auch auf DVD zugänglich gemacht.

Sonstiges

Volker Horn war Kammersänger. Seit seinem Studium 1962 war er Mitglied der katholisch-österreichischen Studentenverbindung Aargau Wien sowie anderer ÖCV- und CV-Verbindungen.

Literatur

  • Karl J. Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Dritte, erweiterte Auflage. München 1999. Band 3: Hirata–Möwes, S. 1644. ISBN 3-598-11419-2

Einzelnachweise

  1. Volker Horn Vita auf der Homepage der Bayreuther Festspiele
  2. Volker Horn Vita auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin (abgerufen am 2. Februar 2010)
  3. Dilek Güngör: Das Wasser für Odysseus kommt aus dem Feuerwehrschlauch. In: Berliner Zeitung. 6. Juli 2000, abgerufen am 8. Juni 2015.
  4. Der Domspatz an der Deutschen Oper Nachruf in: Berliner Zeitung vom 1. Dezember 2009
  5. 1876 BAYREUTH 1991. Chronik der Bayreuther Festspiele, Redaktion: Peter Emmerich.
  6. Späte Ehrung einer tragischen Figur der Musikgeschichte Kritik zur CD-Veröffentlichung (Live-Mitschnitt), Online Musik Magazin, 2001
  7. Konzerte in der Saison 1984–1985 Archiv auf der Homepage des Wiener Singvereins
  8. Traueranzeige. In: Berliner Tagesspiegel. Archiviert vom Original am 18. Juli 2012, abgerufen am 8. Juni 2015.
  9. Zum Tod von Volker Horn. Nachruf bei Stage Door vom 22. Jänner 2010