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vom 03.05.2018, aktuelle Version,

Wahlbezirk Österreich unter der Enns 3

Wahlbezirk Österreich unter der Enns 3
Land Österreich-Ungarn
Kronland Österreich unter der Enns
Wahlkreisnummer 3
Typ Städtewahlkreis
Region Wien-Innere Stadt
Wahlberechtigte 2.191  (1911)
Abgeordnete

Der Wahlbezirk Österreich unter der Enns 3 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Österreich unter der Enns. Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.

Geschichte

Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke, wobei mit Ausnahme Galiziens in jedem Wahlbezirk ein Abgeordneter im Zuge der Reichsratswahl gewählt wurde. Der Abgeordnete musste sich dabei im ersten Wahlgang oder in einer Stichwahl mit absoluter Mehrheit durchsetzen. Der Wahlkreis Österreich unter der Enns 3 umfasste das Parkviertel bzw. jenen Teil des 1. Wiener Gemeindebezirks Innere Stadt, der durch Liebenberggasse, Singerstraße, Kärntnerstraße, Opernring, Eschenbachgasse, Getreidemarkt, Friedrichstraße, Lothringerstraße, Wienfluß, Wollzeile und Parkring begrenzt wurde.[1]

Aus der Reichsratswahl 1907 ging Hermann Bielohlawek (Christlichsoziale Partei) im ersten Wahlgang mit 51 Prozent als Sieger hervor. Bei der Reichsratswahl 1911 verlor Bielohlawek sein Mandat an Max Friedmann, der sich in der Stichwahl mit 54 Prozent durchsetzen konnte.

Wahlergebnisse

Reichsratswahl 1907

Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang) durchgeführt.[2] Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit von Hermann Bielohlawek im ersten Wahlgang.

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Hermann Bielohlawek Christlichsoziale Partei 959 50,8 %
Dr. von Tayenthal deutsch-fortschrittlicher Kandidat 875 46,4 %
Sonstige[3] 53 2,8 %
Wahlberechtigte: 2167, Ungültige/Leere Stimmen: 56, Wahlbeteiligung: 89,7 %

Reichsratswahl 1911

Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911 (erster Wahlgang)[4] durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit für Friedmann im ersten Wahlgang.

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Max Friedmann deutsch-freiheitlicher Kandidat 980 53,5 %
Hermann Bielohlawek Christlichsoziale Partei 670 36,6 %
Karl Hanner Sozialdemokratische Arbeiterpartei 64 3,5 %
Felix Hraba Selbständiger Kandidat 59 3,2 %
Sonstige 60 3,3 %
Wahlberechtigte: 2191, Ungültige/Leere Stimmen: 68, Wahlbeteiligung: 86,8 %

Literatur

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“
  2. Die Liste der deutschen Kandidaten. In: Arbeiter-Zeitung, 9. Mai 1907, S. 4 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze
    Die Reichsratswahlen. Niederösterreich.. In: , 18. Mai 1907, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/caz
  3. Darunter 16 Stimmen für Engelbert Pernerstorfer (Sozialdemokrat) und 18 Stimmen für den tschechischen Kandidaten Poleschowsky
  4. Die Wahl in den deutschen Bezirken.. In: Arbeiter-Zeitung, 14. Juni 1911, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze
    Artikel in: , 17. Juni 1911, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/caz