Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 25.12.2017, aktuelle Version,

Wahlbezirk Böhmen 123

Wahlbezirk Böhmen 123
Land Österreich-Ungarn
Kronland Böhmen
Wahlkreisnummer 123
Typ Landgemeindenwahlkreis
Region Hostau, Ronsperg, Neuern,
Bischofteinitz
Anwesende Bevölkerung  57.727  (1910)
Umgangssprachen Deutsch (97,5 %), Böhmisch (2,5 %)
Wahlberechtigte 11.604  (1911)
Abgeordnete

Der Wahlbezirk Böhmen 123 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Böhmen. Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.

Geschichte

Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke mit je einem zu wählenden Abgeordneten, die durch Direktwahl mit allfälliger Stichwahl bestimmt wurden. Der Wahlkreis Böhmen 123 umfasste die Gerichtsbezirke Hostau, Ronsperg und Neuern sowie die Gemeinden Blisowa, Czarlowitz, Dobrowa, Großmallowa, Hochsemlowitz, Horschau, Krakau, Maschowitz, Meßhals, Mirikau, Mogolzen, Mukowa, Nahoschitz, Nemlowitz, Obermedelzen, Pirk, Poßowitz, Raschnitz, Semeschitz, Trebnitz, Wassertrompeten, Webrowa, Weirowa, Worowitz, Wostirschen, Zetschowitz (alle Gerichtsbezirk Bischofteinitz), Haselbach, Prennet, Tannawa, Vollmau und Wasserpuppen (alle Gerichtsbezirk Taus), Braunbusch, Donau, Hirschau, Kaltenbrunn, Maxberg, Neumarkt, Schneiderhof und Viertl (alle Gerichtsbezirk Neugedein) sowie Gesen und Birkau (beide Gerichtsbezirk Klattau). Ausgenommen waren jedoch die Stadt Neuern (Wahlbezirk 93).[1] Aus der Reichsratswahl 1907 ging Deutsche Agrarier Wenzel Stahl im ersten Wahlgang als Sieger hervor. Bei der Reichsratswahl 1911 konnte Stahl sein Mandat ebenfalls im ersten Wahlgang verteidigen.

Wahlergebnisse

Reichsratswahl 1907

Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang)[2] durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit von Vinzenz Hofmann im ersten Wahlgang.

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmanteil
Wenzel Stahl Deutsche Agrarpartei 4372 54,9 %
Karl Fleischmann Sozialdemokratische Arbeiterpartei 1637 20,5 %
Peter Größl Deutsche Agrarpartei 1039 13,0 %
Richter Freialldeutsche Partei 707 8,9 %
Alldeutsche Vereinigung 121 1,5 %
Tschechischer Zählkandidat 36 0,5 %
Sonstige Parteien 57 0,7 %
Wahlberechtigte: 11.248, Ungültige/Leere Stimmen: 83, Wahlbeteiligung: 71,6 %

Reichsratswahl 1911

Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911[3] durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit für Karl Iro im ersten Wahlgang.

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmanteil
Wenzel Stahl Deutsche Agrarpartei 3991 57,5 %
Karl Fleischmann Sozialdemokratische Arbeiterpartei 2338 33,7 %
Peter Siegler Christlichsoziale Partei 580 8,4 %
Sonstige Parteien 29 0,4 %
Wahlberechtigte: 11.604, Ungültige/Leere Stimmen: 56, Wahlbeteiligung: 60,3 %

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“
  2. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 15. Mai 1907, S. 4 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab
  3. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 14. Juni 1911, S. 4 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab

Literatur