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vom 16.03.2016, aktuelle Version,

Wahlbezirk Böhmen 23

Wahlbezirk Böhmen 23
Land Österreich-Ungarn
Kronland Böhmen
Wahlkreisnummer 23
Typ Städtewahlkreis
Region Königshof etc.
Abgeordnete

Der Wahlbezirk Böhmen 23 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Böhmen. Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.

Geschichte

Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke mit je einem zu wählenden Abgeordneten, die durch Direktwahl mit allfälliger Stichwahl bestimmt wurden. Der Wahlkreis Böhmen 22 umfasste die Städte, Märkte und Gemeinden Königinhof an der Elbe, Eipel, Politz, Jaroměř, Josefstadt, Nachod, Rothkosteletz und Hronow.[1] Aus der Reichsratswahl 1907 ging Antonín Hajn von der Tschechisch national-sozialen Partei als Sieger hervor. Bei der Reichsratswahl 1911 wurde Hajn von seinem Parteikollegen Karel Exner abgelöst.

Wahlen

Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang)[2] sowie am 23. Mai 1907 (Stichwahl)[3] durchgeführt.

Reichsratswahl 1907

Erster Wahlgang

Kandidat Partei Wahlkreisstimmen Prozent
Antonín Hajn Tschechisch national-soziale Partei 3259 38,0
Jáchym Havlena Tschechische Sozialdemokratische Partei 2769 32,3 %
Josef Krejčík Jungtschechen 1889 22,0 %
Josef Moravec Tschechisch radikal-fortschrittliche Partei 524 6,1 %
Karl Felisko Deutscher Kandidat 124 1,4 %
Sonstige Parteien 18 0,2 %
Wahlberechtigte: 10.323, Ungültige Stimmen: 23, Wahlbeteiligung: 83,1 %

Stichwahl

Kandidat Partei Wahlkreisstimmen Prozent
Antonín Hajn Tschechisch national-soziale Partei 5342 62,8 %
Jáchym Havlena Tschechische Sozialdemokratische Partei 3170 37,2 %
Wahlberechtigte: 10.327, Ungültige Stimmen: 49, Wahlbeteiligung: 82,9 %

Reichsratswahl 1911

Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911[4] sowie am 20. Juni 1911 (Stichwahl)[5] durchgeführt.

Erster Wahlgang

Kandidat Partei Wahlkreisstimmen Prozent
Antonín Nemec Tschechische Sozialdemokratische Partei 2691 28,5 %
Karel Exner Tschechisch national-sozialen Partei 2625 27,8 %
Antonín Haka Tschechische staatsrechtlich-fortschrittliche Partei 1674 %
Adalbert Graf Sternberg Selbständiger Kandidat 1643 17,4 %
Václav Bouček Fortschrittlicher Realist 594 6,3 %
Johann Rösel Deutscher Kandidat 197 2,1 %
Sonstige 7 0,1 %
Wahlberechtigte: 11.330, Ungültige Stimmen: 66, Wahlbeteiligung: 83,8 %

Stichwahl

Kandidat Partei Wahlkreisstimmen Prozent
Karel Exner Tschechisch national-sozialen Partei 4932 57,9 %
Antonín Nemec Tschechische Sozialdemokratische Partei 3586 42,1 %
Wahlberechtigte: 11.707, Ungültige Stimmen: 57, Wahlbeteiligung: 87,3 %

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“
  2. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 15. Mai 1907, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab
  3. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 24. Mai 1907, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab
  4. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 14. Juni 1911, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab
  5. Artikel in: Prager Abendblatt. Beilage zur Prager Zeitung / Prager Abendblatt, 21. Juni 1911, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pab

Literatur

  • Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1907 - 1913, XI. Legislaturperiode (XVIII Session). Wiener Verlag, Wien, Leipzig 1907, S. 333
  • Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1911 - 1917, XII. Legislaturperiode. Verlag Dr. Rudolf Ludwig, Wien 1911, S. 260