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vom 11.04.2016, aktuelle Version,

Walter Ötsch

Walter Otto Ötsch (* 21. Mai 1950) ist ein österreichischer Ökonom und Kulturwissenschaftler.

Leben

Nach seinem Studium an der Hochschule für Welthandel Wien und der Universität Linz und seiner Dissertation 1980 habilitierte er sich 1990 mit einer Arbeit über Das Sraffa-Paradoxon. Als Hochschullehrer der JKU gründete und leitet er das gesamtuniversitäre Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenz sowie das (Forschungs-)Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft[1]. Letzteres strebt interdisziplinäre Forschung im Sinne einer multiparadigmatischen Ökonomik an und will sich auch in gesellschaftspolitisch relevante Diskussionen einmischen[2].

Als Mitbegründer des NLP-Forschungsnetzwerks „The International Laboratory for Mental Space Research“ (ILMSR)[3] wird er als Experte für demagogisch geprägte politische Diskurse von renommierten Medien herangezogen. Seine Untersuchung des „Phänomens Jörg Haider“ ist ein Standardwerk zur Demagogie des jüngeren österreichischen Rechtspopulismus.

Seit Oktober 2015 ist Ötsch an der Cusanus Hochschule als Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte tätig.

Forschungs- und Publikationsschwerpunkte

Hauptforschungsbereiche liegen bei der Kulturgeschichte der Wahrnehmung, des Denkens sowie des Denkens über die Wirtschaft, Bildern von Wirtschaft, Wirtschaft und Kultur, Volkswirtschaftslehre als Kulturwissenschaft sowie kommunikativen Aspekten von Gesellschaft und Politik. In Mythos Markt versucht er, die Theorie der Propaganda von Hayek und Lippmann mit der neoklassischen Allgemeinen Gleichgewichtstheorie zu verbinden und die weiten Bereiche der vorherrschenden Ökonomik als neoliberales Propagandaprojekt zu beschreiben.

Schriften

  • Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie. Marburg 2009. ISBN 978-3-89518-751-3.
  • Der neoliberale Markt-Diskurs. Ursprünge, Geschichte, Wirkungen. Marburg 2009. ISBN 978-3-89518-732-2 (gemeinsam mit Claus Thomasberger).
  • Jenseits der Hierarchie. Status im beruflichen Alltag aktiv gestalten. Weinheim 2006. ISBN 978-3-527-50233-2 (gemeinsam mit Johannes M. Lehner).
  • Haider Light. Handbuch für Demagogie. Wien 2000, ISBN 3-7076-0047-5.
  • Das Wörterbuch des NLP. Das NLP-Enzyklopädie-Projekt. Paderborn 1997, ISBN 3-87387-336-2 (gemeinsam mit Thies Stahl).
  • Das Sraffa-Paradoxon. Das gemeinsame Konsistenz-Problem der neoklassischen und Marxschen Gleichgewichtstheorie. Habil., Berlin 1990, ISBN 3-428-06994-3.
  • Arbeitslosigkeit und Information. Ein Beitrag zur Kritik der neoklassischen Theorie der Arbeitslosigkeit. Diss., Berlin 1981, ISBN 3-428-05053-3.

Einzelnachweise

  1. Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft
  2. „Manifest“ des Instituts für die Gesamtanalyse der Wirtschaft, Abgerufen am 19. März 2010.
  3. The International Laboratory for Mental Space Research, abgerufen am 19. Jänner 2016.