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vom 22.09.2016, aktuelle Version,

Wielfresen

Wappen der früheren Gemeinde Wielfresen

Wielfresen ist ein Gebiet in der Gemeinde Wies in der Weststeiermark. Wielfresen war bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 577 Einwohnern (Stand 2014) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist Wielfresen seit 2015 mit den Gemeinden Wies, Wernersdorf und Limberg bei Wies zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Wies weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie

Wielfresen liegt am Südosthang der Koralpe in einer Seehöhe von 400 bis 2.000 Meter. Der Ort ist eine Streusiedlung mit Höfen in teilweise über 1.000 Meter Seehöhe. Entwässert wird das Gebiet durch die Weiße Sulm und die zahlreichen Nebenbäche, die hervorragende Wasserqualität aufweisen. Verkehrsmäßig wird Wielfresen durch die Landesstraße L 652 erschlossen.

Katastralgemeinden sind Unterfresen, Wiel-St. Oswald und Wiel-St. Anna. Das Ortszentrum mit dem Amtshaus, dem Wirtschaftshof und der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich in Unterfresen.

Nachbarorte

Garanas Schwanberg /
Limberg bei Wies
Sankt Georgen im Lavanttal Wies
Soboth Sankt Oswald ob Eibiswald Wernersdorf

Geologie

Wielfresen liegt in einer Terrassen- und Stufenlandschaft mit steilen Flanken und schluchtartigen Erosionseinschnitten. Vorherrschend sind kristalline Schiefer, Gneise und Glimmerschiefer mit eingelagerten Eklogit-Gesteinskörpern und Quarzgängen. Das Gebiet ist in den Koralm-Kristall-Trail einbezogen.

Klima

Klimatisch ist Wielfresen durch die westlich aufragende Koralpe von den ozeanischen Wettereinflüssen abgeschirmt. Das Gebiet zählt zu den windschwächsten in Österreich, weist jedoch große Niederschlagsmengen im Höhenbereich auf. Das Jahrestemperaturmittel liegt im Winter bei 1 Grad, im Sommer bei 17 Grad. In über 1.000 Meter Seehöhe ist das Gebiet weitgehend nebelfrei.

Geschichte

Im 6. Jahrhundert war das Gebiet slawisch besiedelt. Mit dem Einfluss des Herrschaftsbereiches Schwanberg um 1000 setzten bairische Besiedelung und Christianisierung ein.

Die erste bekannte Nennung von „Vrezen“ und „Wiell“ ist im Salzburger Kammerbuch von 1430 dokumentiert, doch bereits 1236 wird der „perg Wroll“ in einer Belehnungsurkunde erwähnt. In den Ämtern Fresen und Wiel gab es zeitweise über einhundert Huben. Heute sind es knapp fünfzig Höfe.

Bis 1849 war das Gebiet der Herrschaft Schwanberg zugehörig, mit den Herren von Pettau, den Spangsteinern, den Gallern, den Wagensbergern, den Grafen von Saurau und den Fürsten von und zu Liechtenstein. 1849 wurden die KG Unterfresen, Wiel-St. Anna und Wiel-St. Oswald zur Ortsgemeinde Wielfresen zusammengeschlossen.

Lage der früheren Gemeinde Wielfresen im Bezirk Deutschlandsberg mit den Gemeindegrenzen bis Ende 2014

Die Volksschule im Ortsteil St. Katharina, die 1878 65 Schulkinder betreute, wurde 2004 geschlossen. Ihr denkmalgeschütztes Gebäude wurde renoviert und am 4. Dezember 2011 als Kommunikationszentrum von Wielfresen eröffnet. Das Gebäude erhielt bei der Renovierung ein neues Tondach, Fenster und andere Holzteile wurden saniert und eine Giebelschalung aus Lärchenholz angebracht.[3]

Skulptur „G'fangener Russ“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wies

  • Bergkirche St. Katharina, ausgehendes 15. Jahrhundert, Hochaltar aus 1668, Orgel von C. Billich aus 1876, Turmuhr von Meister Berthold aus dem Jahr 1896.
  • Klementikapelle mit Altarbild von Bruno Wildbacher.
  • Schaumühle am Schwarzbach, 150 Jahre alte zweigängige Mühle mit 3 Meter großem Wasserrad, originale Restaurierung, betriebsbereit
  • Hochstube, architektonische Besonderheit.
  • „G’fangener Russ“, Steinskulptur von Carl Hermann nach dem Gedicht von Hans Kloepfer[4]
  • Neubauerkapelle: Diese Kapelle wurde um 1840 erbaut und 2010 renoviert.[5] Sie ist der Hl. Jungfrau Maria geweiht.

Bevölkerungsentwicklung

Naturdenkmäler

  • Eklogitformation „Hohlfelsen“, gilt österreichweit als schönste Formation dieses seltenen Gesteines.
  • Wasserfall in der Weißen Sulm, Kataraktstufen von insgesamt 150 m, Kolken (Gesteinsmühlen), Schwefelblüten.

Kulinarische Spezialitäten

  • Wielfresner Jausnkiste, Kübelfleisch, Schilcher, Edelbrände, Säfte, Beerenobst (Kochs Beeren)


Politik

Gemeinderat bis 2014

Der Gemeinderat bestand zuletzt aus 9 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 5 WFW (WIR FÜR WIELFRESEN) - Bgm. Franz Jöbstl, Vzbgm. Helfried Gangl, Christiane Stopper, Franz Koch, Annemarie Roschitz
  • 4 ÖVP - Kassier Theresia Koch, Karl Freidl jun., Stefan Fürpass, Peter Golob

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juli 1979.[6]

Wielfresen: Blick von Unterfresen (Bauernhof vlg. Jokabauer) Richtung Westen zur Kirche St. Katharina in der Wiel

Das Wappen zeigt ein rotes, in drei Teilen gebrochenes Richtrad mit elf Speichen als Attribut der Heiligen Katharina auf silbrigem Grund. Aus den Bruchstellen wachsen nach auswärts grüne Birkenzweige (slaw. Birke = Fresen) mit oben je drei und unten mit fünf Blättern.

Ehrenbürger


Literatur

Erich Wozonig: Wielfresen – eine Berggemeinde am Ostrand der Koralpe. Heimatbuch und Gemeindechronik. Verlag Simadruck, Deutschlandsberg 2003. Keine ISBN. 354 Seiten.

Historische Landkarten

  Commons: Wielfresen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 2 Z 6 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 2.
  3. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 9. Dezember 2011. 84. Jahrgang Nr. 49. Seite 15.
  4. „G'fangener Russ“.
  5. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 10. Juni 2011. 84. Jahrgang Nr. 23. Seite 1 (auf der Titelseite falsch als Nr. 21 vom 27. Mai 2011 bezeichnet).
  6. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 30, 1980, S. 47