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vom 15.08.2017, aktuelle Version,

Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche

Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche
(wiiw)
Zweck: Wirtschaftsforschung
Vorsitz: Hannes Swoboda (Präsident), Elisabeth Hagen (Geschäftsführende Direktorin), Robert Stehrer[1] (Wissenschaftlicher Leiter)
Gründungsdatum: 28.12.1972
Sitz: Rahlgasse 3, Wien 6, Österreich
Website: www.wiiw.ac.at

Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) ist ein als Verein organisiertes österreichisches Wirtschaftsforschungsinstitut mit besonderer Ausrichtung auf Osteuropa.

Ziele und Aufgabenstellung

Laut Vereinsstatuten führt das wiiw theoretische und empirische wirtschaftswissenschaftliche Forschung durch und stellt deren Ergebnisse seinen Mitgliedern, öffentlichen Institutionen und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Analyse der Volkswirtschaften mittel-, ost- und südosteuropäischer Länder, der Wirtschaftsbeziehungen Österreichs zu diesen Ländern, des europäischen Integrationsprozesses, der Entwicklung der europäischen Nachbarschaftsregionen, europäischer wirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Themen sowie ausgewählter globaler wirtschaftlicher Entwicklungen.

Durch seine Tätigkeit

  • liefert das wiiw öffentlichen Institutionen in Österreich und in Europa fundierte und unabhängige wirtschaftstheoretische und wirtschaftspolitische Expertise und trägt damit zu einer evidenzbasierten Wirtschaftspolitik bei;
  • stellt das wiiw Unternehmen im In- und Ausland und der Öffentlichkeit im Allgemeinen leicht zugängliche Informationen zur Verfügung und erleichtert das wiiw damit eine objektive und aktuelle Beurteilung des Wirtschaftsgeschehens;
  • leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Wirtschaftsforschung.

Organisation und Struktur

Das wiiw ist ein unabhängiges, außeruniversitäres Forschungsinstitut, organisiert als gemeinnütziger Verein und wird durch Subventionen und eigene Einnahmen, v.a. über Mitgliedsbeiträge und Auftragsforschung (z.B.: EU-Kommission, Weltbank oder UNIDO), finanziert. Zu den Hauptsubventionsgebern zählen das Bundesministerium für Finanzen, die Oesterreichische Nationalbank, die Stadt Wien und die Wiener Arbeiterkammer.

Derzeit werden 38 (davon 21 in der Forschung) Mitarbeiter beschäftigt. Jahresbudget: 3,8 Millionen Euro

Zitat vom wissenschaftlichen Leiter Robert Stehrer: "Eine ideologische Ausrichtung lehne ich ab. Es gibt keine Institutsmeinung"[2] Beispiel dafür ist eine Studie die zum Schluss kommt, dass Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP eher negative Folgen hat, im Gegensatz zu der weitläufigen Meinung von Ökonomen, das Freiheitsabkommen Wohlstand und Wachstum fördern.[3][4]

Geschichte des Instituts

Das in Wien angesiedelte Institut wurde 1973 gegründet und war in den ersten Jahren ab seiner Gründung unter der Leitung von Kazimierz Łaski und Friedrich Levcik vorwiegend auf die Analyse der Entwicklungen in den Staaten des RGW (COMECON) orientiert und auch personalmäßig entsprechend ausgestattet.

Mit der Wende von 1989 kam es hier zu einer Ausweitung. Die Forschungsschwerpunkte des wiiw lagen danach in der Analyse und Prognose der ökonomischen Tendenzen in den Reformländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie in China.

Im Lauf der Jahre hat das Institut sowohl sein Themenspektrum als auch die regionale Abdeckung in Richtung Europäische Integration, Nachbarländer der EU und ausgewählte Themen der Weltwirtschaft erweitert.

2015 wurde das Institut auf dem Global Go To Think Tank Index in der Kategorie 'Top International Economics Think Tanks' auf dem fünften Platz gereiht.[5]

Forschung am wiiw

Die Forschungsschwerpunkte des wiiw liegen traditionell in der Analyse und Prognose der Wirtschaftsentwicklung in den Reformländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Das Institut befasst sich aber auch mit der Türkei, Russland, dem Kaukasus und der MENA-Region.

Das wiiw hat drei regional definierte Forschungsbereiche:

  • Wirtschaftliche Entwicklungen in der erweiterten Europäischen Union, insbesondere die Integrationsprozesse der neuen EU-Mitglieder
  • Entwicklungsdynamiken im "Weiteren Europa" und der EU Nachbarschaft – mit Fokus auf die nächsten Erweiterungsprozesse sowie auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu Europas Peripherie und die Nachbarschaften der EU (GUS, Kaukasus, MENA-Region)
  • Globale ökonomische Entwicklungen und internationale Wirtschaftsbeziehungen

sowie vier thematische Bereiche:

Einzelnachweise

  1. wiiw.ac.at - New Scientific Director for wiiw. Bekanntmachung vom 6. Juli 2016
  2. profil.at - Die Meinungsfabrikanten: Wirtschaftsforschungs-Institute im Check. 28. September 2016
  3. derstandard.at - Ökonom: Brauchen das Gegenteil von Ceta und TTIP. 5. November 2016
  4. wiiw.ac.at - Has Trade Been Driving Global Economic Growth?. Oktober 2016
  5. derStandard.at - Wiener Denkfabrik WIIW zählt zu den besten der Welt. Artikel vom 8. Februar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016.