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Adrian, Karl#

* 17. 2. 1861, Salzburg

† 14. 10. 1949, Salzburg


Lehrer und Volkskundler


Karl Adrian zählt zu den Vertretern der letzten Phase der historistischen "Altertumssehnsucht", die sowohl die Anfänge der Volkskunde als auch die restaurativen Heimatschutzideen hervorgebracht hat.


Er brachte Ideen der Volkskunde nach Salzburg: er war 1908 Gründungsmitglied des "Vereines für Heimatschutz und Denkmalpflege" in Salzburg und 1910 des Landesausschusses "betreffend Förderung und Hebung der Salzburger Eigenart in Tracht, Sitten und Gebräuchen", dessen Konzepte wesentlich von ihm stammten.


Adrian nahm die Ziele des 1912 gegründeten Österreichischen Heimatschutzverbandes auf: Denkmalschutz, Schutz des Orts- und Landschaftsbildes und Pflege einer landschaftsgerechten Bauweise, sowie die "Erhaltung und Wiederbelebung volkstümlicher Art in Gerät, Tracht, Brauch und Musik".


Er legte bereits 1913 eine zusammenfassende Darstellung zum Thema "Sitte und Brauch in unserm Heimatlande" vor; diese ist zwar nach heutigem Verständnis nicht umfassend und bewertete vor allem ausgewählte historische Formen des Alltagslebens von vornherein als 'wichtig'. Damit aber hatte Adrian viele Erscheinungen des Alltagslebens (in Salzburg) ihrem Wandel enthoben und als 'besonders' und 'schützenswert' bewertet.


So legte er den Grundstein für jene Bereiche der lokalen Identifikation, die ab 1946 als "Heimatpflege" bzw. den 1970er Jahren als "Volkskultur" bezeichnet werden sollten.



Als Ehrenkustos des Salzburger Museum Carolino Augusteum erstellte er ab 1904 eine volkskundliche Sammlung und richtete sie 1924 im Monatschlössl als "Altsalzburger Bauernmuseum" ein.


Er war ab 1928 Korrespondent der Wiener Anthropologischen Gesellschaft, ab 1937 des Bundesdenkmalamtes und Mitglied der Volkskundevereine in Berlin, Wien und München. (Seine Zugehörigkeit zum "Ahnenerbe der SS Heinrich Himmler" bestand wahrscheinlich nur auf dem Papier)

Er gab Schulwandkarten und -atlanten heraus und veröffentlichte zahlreiche volks- und heimatkundliche Arbeiten.


Neben dem Silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich wurde ihm das "Bayerische König-Ludwig-Kreuz für Heimatverdienste" verliehen.

Werke (Auswahl)#

  • Kleine Heimatkunde von Salzburg, 1907
  • Unser Salzburg, 1916
  • Salzburger Sagen, 1924
  • Geistliches Volks-Schauspiel im Lande Salzburg, 1936

Literatur#

  • F. Prodinger, Karl Adrian, 1950
  • U. Kammerhofer-Aggermann: Die Anfänge der Salzburger Heimatwerks- und Heimatpflegeidee. In: Volkskunde und Brauchtumspflege im Nationalsozialismus in Salzburg. Salzburg 1996, S. 81-120
  • G. Kerschbaumer: Organisiertes Heimatbrauchtum in Salzburg; In: Volkskunde und Brauchtumspflege im Nationalsozialismus in Salzburg. Salzburg 1996, S. 121-132
  • U. Kammerhofer-Aggermann: Volk in Tracht ist Macht. In: M. Feingold (Hg.): Ein ewiges Dennoch. 150 Jahre Juden in Salzburg. Salzburg 1993, S. 177-190
  • H. Haas: Zu den Anfängen der Salzburger Brauchtumspflege. Ländliches Brauchtum in der Stadt. In 100 Jahre Brauchtumspflege. (=Schriftenreihe des Landespressebüros, Sonderpublikation 90), S. 9-25
  • R. Johler, H. Nikitsch: Zum Wesen des Österreichischen: Die Heimatschutzbewegung. In: Volkskunde und Brauchtumspflege im Nationalsozialismus in Salzburg. Salzburg 1996, S. 211-234

Quellen#

  • AEIOU
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • U. Kammerhofer-Aggermann



Redaktion: U. Kammerhofer, I. Schinnerl