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Fellinger, Karl#

* 19. 6. 1904, Linz (Oberösterreich)

† 8. 11. 2000, Wien


Mediziner, Internist

Fellinger, Karl
Karl Fellinger. Foto, 1994.
© Die Presse/Harald Hofmeister, für AEIOU

Karl Fellinger wurde am 8. November 1904 als Sohn eines Eisendrehers in Linz geboren, wo er auch aufwuchs und die Schulen besuchte.

Nach dem Matura (mit Auszeichnung) 1923 am Humanistischen Gymnasium ging er nach Wien und absolvierte ein Medizinstudium (bei Julius Wagner-Jauregg, Anton Eiselsberg und Julius Tandler), das er 1929 mit der Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde abschloss.
(In seiner Studienzeit trat er der Katholischen akademischen Verbindung Norica (Mitglied des ÖCV) bei.)

Danach machte er die Ausbildung zum Facharzt für Interne Medizin an der Universitätsklinik. 1937 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Hormonforschung und wurde nach einem Studienaufenthalt in Chicago (USA) Primarius an der Abteilung für Innere Medizin in Lainz.

Nach dem "Anschluss" Österreichs wurde ihm die Lehrbefugnis entzogen und er wurde entlassen. 1940 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen, wo er als Arzt in Rußland und Polen an der Front war und erst gegen Ende 1944 zurückkehrte.

Nach dem Krieg war er zwischenzeitlich Leiter der medizinischen Universitätsklinik in Graz, bevor er 1946 zum Ordinarius an der Medizinischen Universitätsklinik in Wien bestellt wurde. Zwischen 1946 und 1975 war er Vorstand der II. Medizinischen Universitätsklinik in Wien und wurde zum 600-jährigen Gründungsjubiläum der Wiener Universität 1964 zu deren Rektor gewählt.

1952 war Karl Fellinger Gastprofessor in Kairo und wurde zum medizinischen Berater arabischer Herrscher. Der arabische Köing Abd-al-Aziz ibn Saud, der persische Schah Mohammad Reza Pahlewi, der afghanische König Zahir Schah, der marokkanische König Hassan II, der pakistanische Präsident Zia-ul-Haq und der Patriarch von Konstantinopel Athenagoras I. zählten u.a. zu seinen Patienten, die sich in Wien von ihm - meist im Rudolfinerhaus, dessen Präsident er war - behandeln ließen.

Fellinger, Karl, Röntgeninstitut
Karl Fellinger bei der Eröffnung des neuen Röntgeninstituts. Foto, 1954
© C. Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU

Professor Fellinger bekleidete auf dem Gesundheitssektor in Österreich höchste Ämter – so war er u.a. viele Jahre (1947 bis 1992) Präsident des Obersten Sanitätsrates, Obmann des Krebsforschungsinstituts, Vorstandsmitglied in- und ausländischer medizinischer Vereinigungen und Vertreter der Universität beim Neubau des Allgemeinen Krankenhauses.

Nach seiner Emeritierung als Vorstand der Universitätsklinik wurde er 1975 zum Vizepräsidenten, später zum Präsidenten des Rudolfiner-Verein-Rotes Kreuz gewählt und stand bis 1994 der von Theodor Billroth gegründeten Krankenanstalt "Rudolfinerhaus" sowie der angeschlossenen Krankenpflegeschule vor.

Einen Teil seiner Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit verdankte Karl Fellinger auch der von ihm für den Österreichischen Rundfunk gestalteten Fernsehserie "Der gläserne Mensch", in der er von 1977 bis 1979 dem Publikum auf spannende Weise medizinisches Wissen vermittelte.

Zu Prof. Fellingers wissenschaftlichen Arbeiten zählen ein zweibändiges Lehrbuch der Inneren Medizin, 300 Artikel und die erste Beschreibung des Gelbsuchtvirus. Viele seiner Schüler nahmen ebenfalls prominente Positionen ein und trugen zur Verbreitung seiner "Schule" bei.

Univ.-Prof. DDr. Karl Fellinger starb im 97. Lebensjahr am 8. November 2000 in Wien; er ist in einem Ehrengrab am Friedhof Döbling (Gruppe 24, Reihe 2, Nr. 1) beigesetzt.

Nach seinem Tod wurde auf Initiative seiner Witwe, Frau Dr. Barbara Fellinger, im Jahr 2002 der gemeinnützige Verein "Fellinger-Krebsforschung" mit Sitz im Rudolfinerhaus gegründet, der sich der Förderung der Krebsforschung verschrieben hat.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1959
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich, 1965
  • Ehrenring der Stadt Wien, 1969
  • Großes Deutsches Verdienstkreuz mit Stern
  • Commendatore St. Georgs-Orden mit Stern (Vatikan)
  • Orden aus Indonesien, Thailand und dem Libanon
  • Ehrendoktorate der Universitäten Saloniki, Athen und Teheran.
  • Ehrenbürger der Stadt Wien, 1997
  • ihm zu Ehren wurde von 1997 bis 2008 (insgesamt 9 Mal) der "Univ.Prof. DDr. Karl Fellinger-Preis" der Österreichischen Krebshilfe für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung vergeben

Werke (Auswahl)#

  • Die Fettleibigkeit, 1939
  • Klinische Fortschritte, 1950
  • Lehrbuch der Inneren Medizin, 2 Bände, 1952
  • Arzt zwischen den Zeiten, 1984 (Autobiographie)

Literatur#

  • J. Dészy (Hg.), Die II. Medizinische Universitätsklinik in Wien. Klinik Fellinger, 1994

Quellen#


Redaktion: hmw, I. Schinnerl