Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Kneissl, Karin#


* 18. 1. 1965, Wien


Publizistin, Lehrbeauftragte, Energieanalytikerin
Nahostexpertin, frühere Diplomatin
Politikerin (parteilos)
(von 2018 bis 2019 Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres)


Karin Kneissl
karin Kneissl.
Foto: Mahmoud. Aus: Wikicommons, unter CC BY 2.0
Karin Kneissl wurde am 18. Jänner 1965 in Wien geboren und verbrachte als Kind rund ein Jahr in der jordanischen Hauptstadt Amman, wo ihr Vater als Pilot für König Hussein tätig war. (Diese Zeit hat ihr Interesse für den Nahen Osten geweckt.)

Sie absolvierte ab 1983 an der Universität Wien ein Studium der Rechtswissenschaften sowie ein Studium der Arabistik, die sie beide 1987 mit der Sponsion (zum Magister iur.) bzw. einem Diplom der Vereinten Nationen in Arabisch abschloss. Anschließend absolvierte sie ab 1988 postgraduale Studien an der an der Hebräischen Universität von Jerusalem (internationalen Beziehungen), an der Universität von Urbino ( in Europarecht) - die sie 1989 mit je einem Spezialdiplom abschloss – sowie als Fulbright-Stipendiatin an der Georgetown Universität in Washington D.C.
1991 dissertierte sie in Völkerrecht (über den "Grenzbegriff der Konfliktparteien im Nahen Osten") und absolvierte 1992 die 'Ecole nationale d’administration' (ENA) in Paris.

1990 trat Karin Kneissl in das Außenministerium ein und war dort bis 1998 in verschiedenen Funktionen im diplomatischen Dienst der Republik Österreich tätig (u.a. im Kabinett des damaligen Außenministers Alois Mock, im Völkerrechtsbüro, sowie an den Österreichischen Botschaften in Paris und Madrid).

1998 schied sie aus eigenem Antrieb aus dem diplomatischen Dienst aus. Seither war sie als freie Lehrbeauftragte für Völkerrecht, Geschichte des Nahen Ostens und den Energiemarkt an zahlreichen Universitäten in Europa und im Libanon tätig und arbeitete als Kommentatorin und Korrespondentin für zahlreiche deutsch- und englischsprachige Printmedien sowie für den Österreichischen Rundfunk ORF.

Sie ist Autorin zahlreicher Bücher und Publikationen, Gründungsmitglied und Vizepräsidentin von Whistleblowing Österreich und Vizepräsidentin der Gesellschaft für strategische und politische Studien STRATEG.

Sie war von 2005 bis 2010 als Gemeinderätin (für die ÖVP-nahe Bürgerliste) in Seibersdorf aktiv und engagiert sich in zahlreichen karitativen Einrichtungen in Österreich und im Libanon.

Von 18. Dezember 2017 bis 28. Mai 2019 gehörte Karin Kneissl der Bundesregierung Kurz als Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres an. Nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache und der Entlassung von Innenminister Herbert Kickl - beides in Folge der "Ibiza-Affäre" - traten die verbliebenen FPÖ-Regierungsmitglieder am 21. Mai 2019 von ihrem Ministeramt zurück; Karin Kneissl blieb auf eigenen Wunsch als parteilose Außenministerin. Sie gehörte der Interimsrregierung an und wurde mit der 'Fortführung der Verwaltung' im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres betraut.

Nach der Angelobung der Übergangsregierung Bierlein am 3. Juni 2019 schied Dr. Karin Kneissl aus der Bundesregierung aus und nahm ihre selbstständige Arbeit als Analystin wieder auf.

Karin Kneissl lebt seit 1998 auf einem Bauernhof in Seibersdorf und ist seit August 2018 mit dem Unternehmer Wolfgang Meilinger verheiratet.
(Bei ihrer privaten Hochzeitsfeier in südsteirischen Gamlitz waren nicht nur österreichische Politiker und internationale Diplmaten sondern auch der russische Präsident Wladimir Putin zu Gast.)

Werke (Auswahl) #

zahlreiche Vorträge und Artikel

Bücher

  • Der Grenzbegriff der Konfliktparteien im Nahen Osten (Dissertation, Universität Wien), 1991
  • Hizbollah: Libanesische Widerstandsbewegung, islamische Terrorgruppe oder bloss eine politische Partei? Eine Untersuchung der schiitischen Massenbewegung Hizbollah im libanesischen und regionalen Kontext, 2002
  • Der Energiepoker: Wie Erdöl und Erdgas die Weltwirtschaft beeinflussen, 2006
  • Die Gewaltspirale: Warum Orient und Okzident nicht miteinander können, 2007
  • Testosteron macht Politik, 2012
  • Die zersplitterte Welt: Was von der Globalisierung bleibt, 2013
  • Mein Naher Osten, 2014
  • Prinz Eugen: Vom Außenseiter zum Genie Europas (Ein Sachbuch für junge Leser), 2014
  • Wachablöse: Auf dem Weg in eine chinesische Weltordnung, 2017

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl