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Schell, Maximilian#

* 8. 12. 1930, Wien

† 1. 2. 2014, Innsbruck


Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent


Bruder von Maria Schell


Maximilian Schell wurde am 8. Dezember 1930 in Wien geboren.

Er flüchtete 1938 (nach dem "Anschluss" Österreichs) mit seinen Eltern - dem Schweizer Schriftsteller Ferdinand Schell und der Wiener Schauspielerin Margarethe Noe von Nordberg - und seinen drei Geschwistern in die Schweiz, wo er aufwuchs.

Während Maximilian noch das Gymnasium in Basel besuchte, eroberte seine ältere Schwester Maria schon Hollywood als Schauspielerin. Er leistete seinen Miltärdienst ab, begann in Zürich ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte und in Basel und München ein Studium der Musik- und Theaterwissenschaft. 1952 wechselte er zum Schauspiel und studierte nebenbei am Konservatorium Bern Klavier. 1952 debütierte er am Theater Basel als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg; es folgten Engagements in Essen, Bonn, München und Berlin. 1958 trat er am Broadway auf, ein Jahr später holte ihn Gustaf Gründgens ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Dort gab er u.a. 1963 den "Hamlet" unter der Regie von Gründgens. Auch in den folgenden Jahrzehnten spielte und inszenierte Schell an zahlreichen Bühnen im In- und Ausland – so war er u.a. von 1978 bis 1982 der "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen.

Seine Filmkarriere begann 1955 mit seiner Rolle als Deserteur in "Kinder, Mütter und ein General"; seine Darstellung im Kriegsdrama "Ein Mädchen aus Flandern" erregte internationale Aufmerksamkeit, und 1958 gab er sein Hollywood-Debüt in "The Young Lions" ("Die jungen Löwen"), wo er zusammen mit Marlon Brando vor der Kamera stand. Seinen Durchbruch erlebte er 1961, als er für seine Rolle des Nazi-Verteidigers in "Das Urteil von Nürnberg" als erster deutschsprachiger Schauspieler seit Ende des Zweiten Weltkriegs den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann.

Doch er war nicht nur als Schauspieler tätig: für sein Regiedebüt "Erste Liebe" (1970) erhielt er den Auslands-Oscar, es folgte der Film "Der Fußgänger" (1974), den er schrieb, produzierte und inszenierte. Einen großen Erfolg feierte er mit "Der Richter und sein Henker" (1975) nach einer Vorlage von Friedrich Dürrenmatt; auch als Dokumentarfilmer machte er sich einen Namen – er drehte 1984 den Film "Marlene" (über Marlene Dietrich), fast 20 Jahre später drehte er einen Film über seine Schwester Maria Schell.

Ab den 1990er Jahren wirkte Maximilian Schell regelmäßig in deutschsprachigen Fernsehproduktionen mit, bei den Seefestspielen Mörbisch inszenierte er die Operette "Wiener Blut", war aber auch als Pianist und Schriftsteller erfolgreich.

Zuletzt lebte Maximilian Schell im Elternhaus an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark und hatte sowohl den österreichischen als auch den Schweizer Pass.


Maximilian Schell war zwei Mal verheiratet und hat eine Tochter aus erster Ehe. Am 1. Februar 2014 starb der weltbekannte Schauspieler in Innsbruck.


--> Historische Bilder zu Maximilian Schell (IMAGNO)

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Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • NYFCC-Award, Bester Hauptdarsteller in Das Urteil von Nürnberg, 1961
  • Oscar, Bester Hauptdarsteller in Das Urteil von Nürnberg, 1962
  • Golden Globe, Bester Hauptdarsteller in Das Urteil von Nürnberg, 1962
  • Laurel Award, Beste schauspielerische Leistung in Das Urteil von Nürnberg, 1962
  • Ondas Award (Bester Hauptdarsteller), 1965
  • San Sebastián International Film Festival, Silver Seashell für Erste Liebe, 1970
  • Deutscher Filmpreis, Goldene Schale für Der Fußgänger, 1974
  • Golden Globe für Der Fußgänger, 1974
  • Oscar-Nominierung, Bester fremdsprachiger Film für Der Fußgänger, 1974
  • San Sebastián International Film Festival, Silver Seashell für Der Richter und sein Henker, 1975
  • Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für The Man in the Glass Booth, 1976
  • Golden Globe-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für The Man in the Glass Booth, 1976
  • NYFCC-Award, Bester Hauptdarsteller in Julia, 1977
  • Oscar-Nominierung, Bester Nebendarsteller in Julia, 1978
  • Golden Globe-Nominierung, Bester Nebendarsteller in Julia, 1978
  • Deutscher Filmpreis, Filmband in Silber (Programmfüllender Spielfilm) für Der Richter und sein Henker, 1979
  • Goldener Hugo Award für Geschichten aus dem Wienerwald, 1979
  • Deutscher Filmpreis, Filmband in Silber (Programmfüllender Spielfilm) für Geschichten aus dem Wienerwald, 1980
  • Deutscher Filmpreis, Filmband in Gold (darstellerische Leistung) für Morgen in Alabama, 1984
  • Deutscher Filmpreis, Filmband in Silber (Dokumentarfilm) für Marlene, 1984
  • Golden Globe-Nominierung (Dokumentarfilm) für Marlene, 1985
  • Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, 1985
  • Deutscher Filmpreis, Filmband in Gold (Ehrenpreis), 1990
  • Emmy-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) in dem Fernsehfilm Miss Rose White, 1992
  • Emmy-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) in dem Fernsehfilm Stalin, 1992
  • Golden Globe (Bester Hauptdarsteller) in dem Fernsehfilm Stalin, 1993
  • Method Fest für sein Lebenswerk, 1999
  • Platin Romy für sein Lebenswerk, 1999
  • Satellite Award, Mary Pickford Award für sein Lebenswerk, 2000
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 2002
  • Bambi, 2002
  • Bayerischer Filmpreis (Ehrenpreis für künstlerische Meisterschaft und Humanismus), 2006
  • DIVA-Award für das Lebenswerk, 2008
  • Premio Roma, 2009
  • Bernhard-Wicki-Filmpreis (Ehrenpreis), 2001

Werke (Auswahl)#

Rollen
  • Kinder, Mütter und ein General, 1955
  • Der 20. Juli, 1955
  • Reifende Jugend, 1955
  • Ein Mädchen aus Flandern, 1956
  • Die Ehe des Dr. med. Danwitz, 1956
  • Ein Herz kehrt heim, 1956
  • Die Letzten werden die Ersten sein, 1957
  • Taxichauffeur Bänz, 1957
  • Der Meisterdieb (TV), 1957
  • Die jungen Löwen (The Young Lions), 1957
  • Ein wunderbarer Sommer / Das Glück auf der Alm, 1958
  • Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste (TV), 1959
  • Das Urteil von Nürnberg (Judgment at Nuremberg), 1961
  • Ein sonderbarer Heiliger (The Reluctant Saint), 1962
  • Die Eingeschlossenen von Altona (The Condemned of Altona), 1962
  • Topkapi, 1964
  • Eine Tür fällt zu (Return from the Ashes), 1965
  • Anruf für einen Toten (The Deadly Affair), 1966
  • Der Befehl (Counterpoint), 1967
  • Das Schloß, 1968
  • Simon Bolivar, 1969
  • Krakatoa – Das größte Abenteuer des letzten Jahrhunderts (Krakatoa, East of Java), 1969
  • Paulina 1880, 1970
  • Papst Johanna, 1972
  • Die Akte Odessa (The Odessa File), 1974
  • Der Tag, der die Welt veränderte (Sarajevski atentat), 1975
  • Steiner – Das Eiserne Kreuz (Cross of Iron), 1977
  • Die Brücke von Arnheim (A Bridge Too Far), 1977
  • Julia (Julia), 1977
  • Das schwarze Loch (The Black Hole), 1979
  • Lawinenexpress (Avalanche Express), 1979
  • Das Tagebuch der Anne Frank (The Diary of Anne Frank) (Fernsehfilm), 1980
  • Das Phantom von Budapest (TV), 1983
  • Morgen in Alabama, 1984
  • Der Assisi-Untergrund (The Assisi Underground), 1984
  • Peter der Große, 1986
  • Freshman (The Freshman), 1990
  • Die junge Katharina (Young Catherine), 1991
  • Miss Rose White, 1992
  • Stalin, 1992
  • Die Spur des Windes – Das letzte große Abenteuer (A Far Off Place), 1993
  • Die Bibel – Abraham (The Bible: Abraham), 1993
  • Justiz, 1993
  • Klein Odessa (Little Odessa), 1994
  • Kalmans Geheimnis (Left Luggage), 1998
  • Vampire (John Carpenter’s Vampires), 1998
  • Deep Impact, 1998
  • Der achtzehnte Engel (The Eighteenth Angel), 1998
  • Wer liebt, dem wachsen Flügel, 1999
  • Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends, 1999
  • Liebe, Lügen, Leidenschaften, 2000
  • Festival in Cannes, 2001
  • Alles Glück dieser Erde (TV), 2003
  • Der Fürst und das Mädchen (TV), 2003-2007
  • Coast to Coast (TV), 2004
  • Die Rückkehr des Tanzlehrers (TV), 2004
  • Terra X: Imperium (TV, Dokumentationsreihe), seit 2004
  • Das Haus der schlafenden Schönen, 2006
  • Die Rosenkönigin (TV), 2007
  • Giganten – Einstein – Superstar der Wissenschaft (TV), 2007
  • The Brothers Bloom, 2008

Regie

  • Erste Liebe, 1970
  • Der Fußgänger, 1973
  • Der Richter und sein Henker, 1975
  • Ansichten eines Clowns (nur Coproduktion), 1975
  • Geschichten aus dem Wiener Wald, 1979
  • Marlene, 1984
  • Meine Schwester Maria, 2002

Bücher

  • Der Rebell. Eine Erzählung, 1997
  • Ich fliege über dunkle Täler oder Etwas fehlt immer. Erinnerungen, 2012

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl