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Tuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert#

Tuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert, C.H.Beck, 2018

Tuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
Tuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Y. N. Harari wurde berühmt durch sein erstes Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit", schrieb dann "Homo Deus" (ein etwas überzogener Ausblick in die Zukunft, den ich vielleicht getrennt besprechen werde), und liefert mit dem vorliegendem Buch das unter dem Titel "21 lections for the 21st century" schon 2017 auf Englisch erschien einen Volltreffer, dem jeder zustimmen wird, der nicht zu massiv religiös verankert ist, denn an mehr als einer Stelle stellt Harari provokant die Gehirnwäsche durch Medien und Internet auf die selbe Stufe wie die Gehrinwäsche durch viele Jahre Religionsunterricht oder dauernde Besuche religiöser Veranstaltungen.

Das Buch ist in 5 große Teile gegliedert.

Teil I ("Die technologische Herausforderung") ist fast am besten beschrieben durch die Untertitel "Wenn Du erwachsen bist, hast Du vielleicht keinen Job", "Big Data is watching you" und "Wem die Daten gehören, dem gehört die Zukunft". (Zitat): "Big-Data-Algorithmen können Diktaturen schaffen, in denen sich die gesamte Macht in den Händen einer winzigen Elite konzentriert, während die meisten Menschen nicht unter Ausbeutung zu leiden haben, sondern unter ... Bedeutungslosigkeit."

Teil II ("Die politische Herausforderung") beschäftigt sich mit der Krise der Demokratie, der EU, der Chancen und Gefahren einer globalen Gesellschaft, ausgelöst durch social networks a la Facebook. Und der Diskussion, welche Alternativen es dafür gibt.

Teil III ("Verzweiflung und Hoffnung") erklärt die wirklichen Gefahren des Radikalismus, dass aber (Zitat) "die Menschheit die Situation trotzdem meistern kann , wenn wir unsere Ängste unter Kontrolle halten und ... ein wenig mehr Demut zeigen."

Teil IV (" Wahrheit"?) ist gut durch die Subtitel beschreiben: "Du weißt weniger, als Du glaubst", "Unser Gerechtigkeitsempfinden könnten veraltet sein", " "Manche Fake news halten ewig" und " Die Zukunft ist nicht das, was man im Kino sieht." Hinter diesen Titeln stehen tiefschürfende und gute Argumente, die oft zu wenig bedacht werden.

Im Teil V ("Resilenz") wirft der Autor (Zitat) "einen allgemeineren Blick auf das Leben in einem Zeitalter der Verunsicherung, in dem die alten Erzählungen zusammengebrochen sind und bislang keine neue Erzählungen entstanden sind".

Diese kurze Aufzählung wird dem Buch nicht gerecht. Es enthält hunderte Aussagen und Analysen, die der Rezensent 100% unterschreiben kann.

Ich glaube, jeder sollte dieses Buch lesen, auch wenn es sicher auch da und dort zu Widersprüchen führen wird, aber in erster Linie von allen jenen, die sich mit den Folgen und Gefahren der Digitalisierung noch nicht ernsthaft beschäftigt haben. In diesem Sinn ist das Buch eines einer wachsenden Sammlung von Büchern, die nicht wie die Industrie, Politik und Wirtschaft die Digitalisierung bedingungslos unterstützen, sondern wichtige und und hoffentlich noch zteigerechte Kritik and vielen Auswüchsen anbringen.