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Susanne Scholl: Die Damen des Hauses#

Susanne Scholl: Die Damen des Hauses / Roman, Residenz Verlag, 2019 / Rezension von Guenther Johann

Susanne Scholl: Die Damen des Hauses
Susanne Scholl: Die Damen des Hauses

SCHOLL, Susanne: „Die Damen des Hauses“, Salzburg Wien 2019 Vier Frauen in einer Wohngemeinschaft. Alle vier in fortgeschrittenem Alter auf deren Leben die Autorin zurückblickt. Ein nettes Buch. Angenehm zum Lesen. Es beginnt mit Ella, der Wohnungsbesitzerin, die verwitwet alleine in einer großen Wohnung lebt. Langsam ziehen drei andere Frauen in der zu großen Wohnung zu. Ella ist das erste Kapitel gewidmet. Da hageln viele Namen auf den Leser herein, deren Hintergrund sich aber im Laufe der weiteren Seiten aufklärt. Aber die Autorin hat wohlüberlegte Systematik in ihrer Erzählung. Zuerst werden die vier Damen vorgestellt. Ella, die Hauptfigur mit der großen Wohnung, Rada eine rumänische Fremdarbeiterin, die in die Runde aufgenommen wurde und diese auch servisiert, Maggie die jüngere Schwester und Luise, die von ihrem Mann verlassen wurde. Nach dieser „Vorstellungsrunde“ kommt das Kapitel „Zusammenleben“ und als Leser erfährt man, wie unterschiedlich diese vier Frauen sind. Diese Unterschiedlichkeit wird im folgenden Kapitel „Diskutieren“ noch vertieft. Hier werden von der Autorin – durch ihre Proponenten – aktuelle Themen wie Migration, Flüchtlinge, Rechtspopulismus und anderes angesprochen. Natürlich schlagen die Meinung und das Engagement der Autorin durch. Letztlich ist es ja auch das Recht und die Pflicht von Schreibenden sich zur öffentlichen Situation zu äußern. Scholl tut es mit den Stimmen ihrer Romanfiguren. Menschen, Frauen im fortgeschrittenen Alter, die sich auch mit dem Sinn des Lebens und letztlich, wie sie es mit Ella, der Hauptperson macht, mit dem Tod, Vergesslichkeit, der Demenz auseinandersetzt. Natürlich wollen alle alt und älter werden, aber Ella sagt „Wenn du nicht alt werden wolltest, hättest du jung sterben müssen.“ (Seite 193) Dies war die Antwort zum Spruch einer Mitbewohnerin, die meinte „Ich will einfach nicht mehr Geburtstag feiern. Wer braucht das schon, sich jedes Jahr daran erinnern, dass man alt wird. Das ist doch nur traurig.“ Aber es bleibt nicht dabei. Mit „Weiterleben“ kommt die nachfolgende Generation zu Wort, die letztlich zeigt, dass die Welt sich weiterdreht.