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Daniel KEHLMANN: Mein Algorithmus und ich#

Daniel KEHLMANN: Mein Algorithmus und ich, Klett-Cotta, 2021 / Rezension von Guenther Johann

Daniel KEHLMANN: Mein Algorithmus und ich
Daniel KEHLMANN: Mein Algorithmus und ich

KEHLMANN, Daniel: „Mein Algorithmus und ich“, Hamburg 2021 Stuttgart hatte zu Beginn 2021 eine Vortragsreihe mit dem Titel „Stuttgarter Zukunftsrede“ gestartet. Der erste Redner war Daniel Kehlmann, der über seine Erfahrungen mit einem dichtenden Computer berichtete. Ein Jahr zuvor wurde er ins Silicon Valley eingeladen, um gemeinsam mit einem Rechner zu dichten. Seine erste Erkenntnis war es, dass seinem Gegenüber so etwas wie Bewusstsein fehlte. Da unterschied er sich klar. „Ich weiß, wie es ist, ich zu sein, hier zu stehen, zu sprechen; mein Dasein hat eine Innenseite.“ (Seite 12) In mehreren Beispielen zeigt er seine Dichtererfahrungen, die primär erst in der englischen Sprache funktionierten. Mit den Ergebnissen war er aber nicht zufrieden. Trotzdem ist er zukunftsgläubig und meint „dass die Evolution nicht vorbei“ sei. „Die höhere Stufe muss sich nicht organisch aus der niederen entwickeln, sie kann auch von der niederen technisch, schöpferisch hervorgebracht werden.“ (Seite 50) Selbst wolle er aber die Zukunft nicht erleben. Auch nicht, wenn ihm das eine Zeitmaschine möglich machen würde, denn er denkt, dass es liebgewordene Dinge wie Musik oder Literatur nicht mehr geben wird. Zu seinen Computerdichtungen sagt er sehr klar „Und ich konnte mit ihm keinen Text schreiben, der künstlerisch hätte bestehen können. In dieser Hinsicht ist das Experiment gescheitert.“ (Seite 54)