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Barbara FRISCHMUTH: Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen#

Barbara FRISCHMUTH: Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen, Residenz Verlag, 2021 / Rezension von Guenther Johann

Barbara FRISCHMUTH: Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen
Barbara FRISCHMUTH: Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen

FRISCHMUTH, Barbara: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“, Wien Salzburg 2021

Frischmuth versucht eine Grenze zwischen Natur und Kultur zu ziehen und bezieht sich dabei auf Literatur. Der Mensch hat immer schon versucht sich die Natur untertan zu machen. Bedingt durch die derzeitige Erderwärmung wird die Ausbeutung der Ressource Natur bewusst. Im vorliegenden Essay versucht Barbara Frischmuth Natur zu definieren und aufzuzeigen, wie sie in der Literatur zu Wort kommt. Aber nicht nur in Literatur, auch in Wissenschaft und Kultur.

Gleich zu Beginn wird die Frage gestellt „Was heißt Natur und was bedeutet der Begriff?“ (Seite 9) Die Autorin greift dabei auf das Griechische und Lateinische zurück, wo es um geboren werden und hervorbringen geht. Die Schöpfung, die natürliche Beschaffenheit, ja auch das Wesen eines Gegenstandes bezeichnet sie als Teil der Natur. Die Sprache an sich, die all dies beschreibt sei aber nicht notwendig zur Kommunikation. Tiere wie Hunde und Katzen informieren sich durch andere Formen und auch der Urmensch war keiner Sprache mächtig und konnte sich trotzdem verständigen.

Vieles ist in anderen Sprachen ausgedrückt. Frischmuth forscht auch im Deutschen und kommt zu einer Definition, die „Zeugemutter“ heißt und sowohl den Mann als auch die Frau inkludiert.

Im heutigen Sprachgebrauch wird Natur oder „in die Natur gehen“ durch Begriffe wie „chillen“, „relaxen“, Mountainbiken“, „Paragleiten“ oder „joggen“ ersetzt oder umschrieben.

Die Summe des Lebens auf der Erde wird mit „GAIA“ zusammengefasst, was über einzelne Lebewesen weit hinausgeht und das Gesamte meint. Auch zur aktuellen Situation und der COVID19 Pandemie nimmt sie Stellung und sagt „Die Welt ist eine ewige Ansteckung“. (Seite 64)

In einem Resümee, in das sie Philosophen, Anthropologen, Biologen und Geologen mit einbezieht, drückt Frischmuth die Situation so aus: „Was immer sie an metaphorischer Verfremdung ge- und erfunden haben, um die nicht zu leugnende Gefährdung unserer Welt erkennbar zu machen – sie fordern ein Umdenken ein.“ (Seite 58) Der Federführende der Zerstörung Natur sei aber der Mensch.