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unbekannter Gast

Im Februar schrieb Gerald Antal Gamauf und gab mir die Erlaubnis, es hierher zu stellen:

Alle meine väterlichen Vorfahren, bis zur Generation meines Vaters, haben aus Rosshaar Siebböden gewebt. Siebmacher aus ganz Österreich (auch wandernde ‘Zigeuner’) waren unsere Kunden.

Die Hausfrauen haben die Siebe zum Mehl sieben und zum Erstellen von Paradeissauce verwendet.

Wie Du Dir vorstellen kannst, kann man aus Rosshaar keine Endloskette erstellen. Es musste also einst eine andere Technik erfunden werden.

Im Bild unten siehst Du rechts über dem Kopf meines Vaters fertige Produkte hängen, darunter ca 1cm dicke 'Bündel' von Rosshaar, die 'Kette'.

Meine Schwester, halb im linken Bild, fädelt diese gerade durch die Litzen der Schäfte.

Noch besser im austria-forum ( Bilder_und_Videos/Kronprinzenwerk/08.dt/507), eben entdeckt. wollte das Bild eines Siebes finden. Dank an Prof Maurer und Dr Diem.

Siebmacher
Foto: Gamauf
Sieb
Foto: Gamauf
Siebmacher
Foto: KPW

Vom Sack voll (schmutzigem und unterschiedlich langem) Rosshaar vom Schinder/Abdecker bis zum fertigen Produkt waren ca zwanzig Arbeitsgänge notwendig. Um nur die wichtigsten zu nennen: Besorgen der Haare (in Säcken), waschen, hacheln (trennt die Haare nach Länge), binden zu 'Zöpfen' (die werden zur 'Webkette'), 'einfädeln' der 'Kette' in Litzen (in den Schäften) und Webkamm/Blatt, das eigentliche Weben (der 'Schuss' ist ein Bündel Haare der richtigen Länge in einem (Schilf)rohr, dem Äquivalent zum Weberschiffchen. .

Kopie an meine Kinder, auf dass unsere Tradition nicht vergessen werde. und an Spartacus, soo 'nützlich' sind Deine täglichen Infos.


Danke für diesen Beitrag. Ich kenne solche Siebe aus meiner Kindheit, das gabs damals, glaube ich, in jeder Küche. Und ich hab was gelernt: dass Rosshaar verwendet wurde. Es hat ausgesehen wie feiner Draht, aber es hat sich beim Drüberfahren doch anders als dieser, "feiner", "seidiger" angegriffen. Jetzt weiß ich warum. Wissenslücke geschlossen.

Kann noch eine Wissenslücke geschlossen werden? In vielen alten Kochrezepten steht, dass Mehl gesiebt werden soll. Warum? Weiß jemand die Antwort? Ich hoffe doch, dass nicht div. Mehlbewohner aus dem Reich der Insekten der Grund sind/waren?

-- Lechner Peter, Mittwoch, 2. März 2016, 18:32


Au -- "gewebt" tut weh! Das ist nicht gelügt!

-- Waldbär der VI, Sonntag, 13. März 2016, 23:51


weben/webte/geWEBT stimmt schon siehe -> https://en.wiktionary.org/wiki/weben

-- gamauf gerald antal, Donnerstag, 11. August 2016, 18:31


Feedback: es handelt sich um sieb-böden-WEBER (nicht um siebmacher, die machen den rahmen um die böden, ie anderes(!) gewerbe)

-- Unbekannt, Mittwoch, 4. Dezember 2019, 10:58


Feedback: antwort auf peter lechner: Mehlsiebe dienen zum Reinigen des Mehls von Kleie und Vorratsschädlingen sowie der Beseitigung von Mehlklumpen, wodurch sich gesiebtes Mehl besser verarbeiten lässt. Da sauberes Mehl heute allgemein zur Verfügung steht, dienen sie meist nur noch zur Auflockerung des Mehls für feine Teige, z. B. bei der Herstellung von Nudeln, Kuchen und Torten.

-- Unbekannt, Mittwoch, 4. Dezember 2019, 10:59