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Eisstockdrechsler#

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"Heimatlexikon - Unser Österreich"
Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum
Aus dem Videoclip
Bild 'Eisstockdrechsler'

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Eisstockschießen ist ein uralter Volkssport und es gibt heute nur mehr wenige Personen, die dieses Sportgerät mit der Hand aus Holz fertigen können – in einer Zeit, in der die meisten Eisstöcke maschinell aus Kunststoff gefertigt sind.

In einer kleinen Werkstatt in Niederösterreich werden heute noch traditionelle Eisstöcke aus Holz gedrechselt.

Das Ausgangsmaterial ist hartes Holz – Birne oder Esche sind gut geeignet; das harte, alte und möglichst trockene Holz verleiht dem Eisstock optimale Eigenschaften: eine hohe Schlagkraft und ein sehr gutes Standvermögen auf dem Eis. Die Unterseite ist leicht nach innen gewölbt, zum Schutz säumt ein geschmiedeter Eisenring die Holzscheibe.

So ein handgedrechselter Eisstock wird seinem neuen Besitzer bestimmt noch 30 Jahre Freude bereiten.



Geschichte des Drechselns

Beruf: Eisstockdrechsler
Eisstockdrechsler
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Drechseln ist ein Holz verarbeitendes Handwerk, das schon im alten Ägypten bekannt war. Das Werkstück wird mit einem Drillbohrer, der in einer Bohrkappe gelagert ist (damit Druck ausgeübt werden kann), drehend bearbeitet (Drechseln ist das einzige Handwerk, bei dem sich das WerkSTÜCK dreht und das WerkZEUG stehen bleibt!) Etrusker und Griechen stellten im 7. vorchristlichen Jahrhundert Holzarbeiten auf diese Weise her. Der größte griechische Bildhauer, Phidias (500-432 v. Chr.), drechselte Elfenbein.

Die früheste Abbildung einer Drechselbank mit Schnurantrieb stammt aus der Zeit um 1300. Die Vorrichtung ermöglichte, beide Hände zur Arbeit frei zu haben. Die Paternostermacher (Hersteller von Rosenkränzen) bedienten sich im Mittelalter der Drechselbank. Leonardo da Vinci (1452-1519) verbesserte die Konstruktion wesentlich. Zahlreiche Gebrauchs- und Ziergegenstände entstanden vor allem aus Eichen- oder Buchsbaumholz, Horn, Bein und anderem Material.

Quellen#

  • Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 143 f., 147
  • Währinger Heimatbuch. Wien 1923. S.224


Redaktion: hmw, S. Erkinger-Kovanda