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Reichskleinodien#

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Reichskleinodien

Die Reichskleinodien (auch: Reichsinsignien oder Reichsschatz) waren Zeichen der Herrschaft des Römischen Kaisers und deutschen Königs (des 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reiches) und stellen eine einmalige Sammlung weltlich-geistlicher Kultgegenstände des Abendlandes dar.


Zu den Reichskleinodien werden neben der Reichskrone folgende Gegenstände gezählt, die alle in der Wiener Schatzkammer aufbewahrt werden:

  • die Heilige Lanze (karolingisch, 8. Jahrhundert)
  • das Krönungsevangeliar (Hof Karls des Großen, knapp vor 800)
  • die Stephansbursa (karolingisch, Anfang 9. Jahrhundert)
  • der 2Säbel Karls des Großen" (Ungarn, 1. Hälfte 10. Jahrhundert)
  • das Reichs-(Mauritius-)schwert (Scheide deutsch, 2. Drittel 11. Jahrhundert)
  • das Zeremonienschwert (Palermo, vor 1220)
  • der Reichsapfel (Köln, um 1200)
  • das Zepter (deutsch, 1. Hälfte 14. Jahrhundert)
  • der Krönungsmantel (königliche Hofwerkstatt Palermo, 1133/34)
  • die Handschuhe (Palermo, vor 1220)
  • die Adlerdalmatika (süddeutsch, 1330/1340)
  • das Reichskreuz (westdeutsch, um 1024) u. a.



Da das Heilige Römische Reich lange Zeit keine Haupt- und Residenzstadt besaß, führten die Reichskleinodien ein Wanderleben: meist waren sie in Verwahrung des Königs (Kaisers) auf festen Burgen, wie dem Trifels (Pfalz), Mitte des 14. Jahrhunderts im Tiroler Zisterzienserstift Stams, dann auf Karlstein in Böhmen.
Von 1423 bis 1796 wurdern sie in Nürnberg aufbewahrt und dem Herrscher fortan nur für die Krönung und zu Reichstagen zur Verfügung gestellt.


1800 wurden die Reichsinsignien vor den Franzosen nach Wien in Sicherheit gebracht, 1801 folgten Reichsevangeliar, Stephansbursa und Säbel aus dem Aachener Münster.
Danach blieben alle Reichsinsignien - abgesehen von den weiteren Sicherstellungen vor Napoleon (1805 nach Buda und 1809 nach Temesvár) - in Wien.

1914 wurde die Wiener Schatzkammer "bis auf weiteres" geschlossen; 1918 wurde zwar der Privatschmuck der Habsburger in die Schweiz gebracht, doch die Gegenstände mit "öffentlich-rechtlichem" Charakter blieben der Republik erhalten.

Hitler ließ die Insignien 1938 nach Nürnberg bringen; 1946 kamen sie nach Wien zurück, seit 1954 werden sie in der Weltlichen Schatzkammer der Wiener Hofburg museal ausgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


-> Die Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches (Symbole)


Quellen:


Literatur:

  • Diem, P., Die Symbole Österreichs. Zeit und Geschichte in Zeichen, 1995


Redaktion: I. Schinnerl