Schiffmühlen#
In der Donau und anderen Flüssen arbeiteten seit dem 15. Jahrhundert eine Reihe von Schiffmühlen. Kaisermühlen, ein Teil des 22. Wiener Gemeindebezirks, verdankt ihnen seinen Namen. 1674 befanden sich die dortigen Mühlen unter Verwaltung der kaiserlichen Militärbehörde. Sie erzeugten Mehl für das Militär und die städtische Lagerhaltung . Die meisten Schiffmühlen blieben bis zur Donauregulierung 1870-1875 in Betrieb, manche sogar länger.
Flusseigenschaften und lokale Schiffsbautraditionen beeinflussten die Bauart. Die meisten Mühlen bestanden aus zwei Schiffen mit einem dazwischen liegenden Wasserrad. Auf dem größeren, ufernäheren Schiff befand sich das Mahlhaus, das kleinere trug die Mühlradwelle. Die Schiffmühlen lagen, je nach Wasserstand, mehr oder weniger nahe am Ufer. Im Winter zog man sie, als Schutz vor Treibeis, an Land. Bei Bedarf veränderte man den Standort.
Auch stromabwärts arbeiteten Schiffmühlen, so bei Maria Ellend und Haslau. Weitere Standorte waren Eckartsau, Wildungsmauer, Petronell, Deutsch Altenburg, Hainburg, Stopfenreuth, Engelhartsstetten, Wolfsthal und Bratislava. In Orth sind sie zwischen 1450 und 1920 nachweisbar. 1998 begann Martin Zöberl, Nachfahre eines Schiffmüllers, mit dem Bau seiner Schiffmühle von Orth. Er gelang unter großen Schwierigkeiten mit Hilfe wandernder Zimmerergesellen, 2001 fand die Eröffnung statt. Mehrfach wurde die Schiffmühle durch Hochwasser beschädigt und daher wieder abgebaut.
Quellen#
- Sabine Bergauer, Gabriele Hrauda: Leben mit der Donau. Schiffmühlen von Wien bis Bratislava. Wien 2011
- www.schiffmuehle.at