Wäschermädel#
Das verklärte Bild von der feschen und reschen »Venus« hat Reingard Witzmann im Ausstellungskatalog Alt-Wien, herausgegeben vom Wien Museum, gehörig zurechtgerückt: »In den Feuilletons«, schrieb sie, »galt seit der Biedermeierzeit der ›Typ‹ des ›Wiener Wäschermädls‹ als Inbegriff von Natürlichkeit, Lebenslust und Schlagfertigkeit. In Wirklichkeit gehörten die Wäscherinnen einem der vielen aussterbenden Gewerbe an, die im wachsenden großstädtischen Getriebe nicht mehr konkurrenzfähig waren. Sie lebten und arbeiteten unter schwersten und elenden Bedingungen in den sogenannten ›Waschburgen‹, die in der Nähe der Flüsse Wien oder Als lagen. Zusammengepfercht in einer Art ›Kolonie‹ formierten die Wäscherinnen allerdings eine eigenständige kulturelle Identität, die besonders in Gesang, Tanz und Witz zur Geltung kam. Dieses Festhalten der Frauen an ihrer unverwechselbar künstlerischen Ausdrucksweise war Teil ihrer Überlebensstrategie und half, die extremen körperlichen Belastungen zu ertragen, denen sie bei jedem Wetter ausgesetzt waren.«

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Quellen#
- Verschwundene Arbeit, R. Palla, Christian Brandstätter Verlag, 2010
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