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Eisenreich, Herbert#


* 7. 2. 1925, Linz (Oberösterreich)

† 6. 6. 1986, Wien


Schriftsteller

Herbert Eisenreich
Herbert Eisenreich
© Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur
Der Sohn eines Bankbeamten wuchs in Linz auf. Noch vor der Matura musste er im 2. Weltkrieg einrücken und wurde schwer verwundet. 1946 bestand er die Reifeprüfung mit Auszeichnung und studierte dann in Wien Germanistik, Altphilologie und Theaterwissenschaft. 1948 gab er das Studium auf und lebte, oftmals das Domizil wechselnd, als freier Schriftsteller und Journalist, u. a. 1952-1956 in Deutschland. Ab 1967 wohnte er ständig in Wien. Eisenreich hat als österreichischer zeitgenössischer Erzähler große Bedeutung erlangt und ist durch Übersetzungen seiner Werke weit über den deutschen Sprachraum hinaus bekannt geworden. Sein Schaffen, von Doderer und Gütersloh beeinflusst, umfasst Hörspiele, Erzählungen, z. B. "Böse schöne Welt" (1957) oder "Ein schöner Sarg und andere Mißverständnisse" (1973), den Roman "Auch in ihrer Sünde" (1953), Gedichte sowie Essays, z. B. "Reaktionen" (1964). Er war auch als Sachbuchautor erfolgreich (u. a. "Ich im Auto", 1966). Gegen Ende seines Lebens arbeitete Eisenreich an einem umfangreichen Roman, in dem er den Versuch unternahm, die österreichische Gesellschaft mit literarischen Mitteln zu analysieren. Seine Kraft reichte jedoch nur noch zu einem beeindruckenden Torso unter dem Titel "Die abgelegte Zeit" (1985).



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992