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Gregoritsch, Tatjana

  • 1962, Wien
Autorin Sachbücher Literatur Lyrik

Mag.phil. akad. gepr. Werbekauffrau Tatjana Isabella Lucia Gregoritsch-Kreuzberger

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Fotorechte: T. Gregoritsch
Kurzinfo
Tatjana Gregoritsch, geb. 1962, aufgewachsen in Wien und Kärnten. Studium in Wien und Helsinki (Medien-, Film- und Theaterwisssenschaften, Skandinavistik, Finno-Ugristik, Germanistik/ Fächerkombination, Wirtschaftsuniversität Wien/ postgraduate Lehrgang für Werbung und Verkauf (Mag. phil., akad. geprüfte Werbekauffrau), Kulturreferentin in Finnland (Diplomarbeit zum skandinavischen Film). Tätig in Verlagen, Werbung und in der IT, Agenturgründung. Längere berufliche Auslandsaufenthalte ua. in Deutschland und England.
Lebt seit 2006 wieder in Kärnten und Wien, schreibt Prosa und Lyrik sowie eine touristische Kolumne, betreibt Bergsport und fotografiert.
Veröffentlichte vier Sachbücher über Kärntner Regionen, zahlreiche Beiträge in Anthologien, 2020 einen ersten Krimi Verschwunden im Meerauge, Hermagorasverlag, Klagenfurt und den Erzählband Fest am Land, Edition PEN, Löckerverlag, Wien.
Arbeitet während der Coronapandemie an zwei größeren Manuskripten, dem zweiten Krimi, nach einem authentischen Fall in Kärnten und einem Roman mit Zeitgeschichtebezug.
Mitglied PEN Club Austria, IG Autoren, Kärntner SchriftstellerInnenverband, BUCH13.
http://www.gregoritsch.net,Facebook, Instagram, Youtube, Xing.

Kolumne im Magazin "Rosentaler Kurier".

Werkverzeichnis:
Sachbücher
Wörtherseewanderungen. 55 Touren für jede Jahreszeit. Styria Verlag 2013, ISBN 978-7012-0106-8 „Rosentalwanderungen. 50 Touren für jede Jahreszeit“. Styria Verlag 2015,ISBN 978-3-7012-0195-2 „Südkärntenwanderungen. 50 Touren für jede Jahreszeit“. Styria Verlag, 23017, ISBN978-3-222-13552-1 "Popotnik po Rožu", Hermagoras Verlag/Mohorjeva, 2019, ISBN 978-3-7086-1039-9

Literarische Titel
„Fest am Land“. Erzählungen. PEN Club Edition. Löcker Verlag, Wien 2021. ISBN 978-3-99098-016-3. „Verschwunden im Meerauge“. Kurzkrimi. Im Rahmen des Interreg-Projekts SPread the Karavanks. Hermagoras/Mohorjeva Verlag,2020. Nicht im Buchhandel erhältlich.

Zu folgenden Veröffentlichungen trug Gregoritsch bei:
"Erste Österreichische Frauenexpedition Himalaya Shisha Pangma" (hg. Gerti Reinisch), Schroll Verlag 1995.

"Kurzgeschichten aus Anders", in: SchmutzkübelK… Eine Intervention/Kunst: Politik (hg. FreiraumK, Barbara Ambrusch-Rapp), Drava Verlag 2013, ISBN 978-3-85435-710-0.
"In den Fängen der Gewalt" in: "Strohblumenstörung. Politische Dichtung der Gegenwart I. (hg. Franziska Röchter), Chiliverlag 2015. ISBN 978-3-943292-24-4.
"Meine Gärten - ein Lebensbogen" in" Mein Garten (hg. Gabi Russwurm-Biro), Drava Verlag 2015. ISBN 978-3-85435-760-5.
"Herbst" in: "Gedicht und Gesellschaft 2015. Das Geheimnis. Herbst" (hg. Brentano Gesellschaft). Frankfurter Bibliothek, 2016. ISBN 978-3-933800-45-9.
„Zugriff“ in: „Klagenfurt – es reicht. Celovec – dost nam je“ (Hg. PEN CLUB Kärnten) Drava Verlag 2016.ISBN 978-3-85435-794-0.
"Vielfalt der Pilze" in: Pappalappa Mirzapan. Gedichte für besondere Kinder (hg. Franziska Röchter), Chilverlag 2016. ISBN 978-3-943292-49-7.
„Zuversicht“ in: „Wir, bewegende Steine“ (Hg. PEN Club Austria) Wien (ohne Verlagsangabe) 2017.
„Fest am Land“ Shortlist Münchner Kurzgeschichtenpreis 2017 - online www.storyapp.de 2017.
„Im Fieber“ in: „Feinheiten I“. Anthologie (Hg. KSV). Wolf Verlag 2017.ISBN978-3-902608-63-5.
"Luftkampf über Syrien" in: "Im Mosaik der syrischen Spuren" (hg. Literaturpodium), Dorante Edition 2018. ISBN 978-3-7528606-27.
"Meine Lebensesche" in "Mein Baum" (hg. Gabi Russwurm-Biro), Wolf Verlag 2019. ISBN 978-3-902608-94-9.
"Die Entscheidung" in "Spagat auf Zeit. Erzählungen" (hg. Literaturpodium),Dorante Edition 2019. ISBN 978-3-749433-15-5.
„Wenn ich getötet haben werde“ in: „Feinheiten II“. Anthologie (Hg. KSV). Wolf Verlag 2019.ISBN 978-3-902608-76-5.
„Im Dienst“ in: „Schlosslektüre. Geschichten eines besonderen Sommers“. (hg. Villach Kultur), Verlag Schrifstella 2020.ISBN 978-903-248595.
"Ihr-Wir", "Sprachbares Land" , "Nicht aus Duino, aus Wien stamme ich" in: ""In der Maskenzeit" (hg. Literaturpodium), Dorante Edition. 2020.

Auszeichnungen, Preise:
2012 Gedichteauswahl Anerkennungspreis des STW-Lyrikpreises, Klagenfurt.
2013, Gedichteauswahl, Anerkennungspreis des STW-Lyrikpreises, Klagenfurt.
2016 „Im Fieber“ shortlist des Preises des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes (KSV).
2016 "Anleitung zum Glücklichsein" Shortlist Münchner Kurzgeschichtenpreis.
2017 „Fest am Land“ Shortlist Münchner Kurzgeschichtenpreis.
2018 „Wenn ich getötet haben werde“, shortlist des Preises des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes (KSV).
2021 „Grün“, Erzählung, (hg. IG Fem) Weissnet 2.0.

Buchtitel:

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alle Titel im Buchhandel und online erhältlich

Textauszüge:
Aus der Erzählung "Grün"2021:
Grün Roland brummte der Schädel. Vorsichtig öffnete er die Augen, das eine war völlig verschwollen. Er hob seine linke Hand, die rechte fühlte sich eigenartig an. Er beließ es dabei, befühlte seine Stirn, eine Kruste über seinem rechten Auge. Was war passiert? Blackout im Kopf. Jeder Knochen schmerzte. Behutsam rollte er sich auf die Seite, setzte sich auf. Am Strand! Das Grün! Blitzartig schlug etwas in sein schmerzendes Hirn, eine dauernde Sorge. Muß etwas mir sehr Vertrautes sein. Um wen? Er tastete sich an den Gedanken heran wie ein Blinder, der Gegenstände erfühlt, mit Bekanntem vergleicht, erkennt. Sorge um einen Menschen? Roland seufzte. Mit dem rechten Arm war etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Die Beine dürften okay sein, lang und dünn mit den schmalen zähen Muskeln, denen er Jahre lang so viel abgerungen hatte. Erinnerung? Mein Hirn arbeitet wieder? Er, Rennradprofi? Was bedeutete dieses Grün? Dieser elende Schmerz! Ich muß trinken, dann lässt er vielleicht nach. Vor ihm lag eine Wasserflasche. Er öffnete den Verschluss, trank in kleinen Schlucken.

Eins nach dem anderen. Den Kopf klar kriegen, step by step wie am Rad, treten, in den Flow kommen. Er hörte ein Stöhnen von links hinten. Wer? Das Umdrehen des Kopfes war so schmerzhaft, dass er sofort damit aufhörte. Wer immer, musste ein wenig Geduld haben. Langsam! Einige Meter entfernt lag einer, die Beine angewinkelt, gekrümmt, die Arme um sich geschlungen wie in einer Umarmung. „Hallo, ich komme rüber!“ Die Beine funktionierten? Beim sich Aufrichten wurde ihm kurz erneut flau. Er fürchtete, wieder umzukippen, atmete ein und aus. Zögerlich setzte er einen Fuß vor den anderen, kippte sogleich um. Warum bin ich so schwach? Was ist bloß los? Er rutschte einen Meter nach rechts, noch einen. So würde es gehen. Langsam näherte er sich der zusammengekrümmten Gestalt. Fleckige Jeans, schwarzer Pullover, kurzgeschorenes Haar. Und dieser Gestank! Ihm wurde erneut übel. Er schluckte, atmete ein und aus. Der andere stöhnte, versuchte, sich zu drehen. Ging es ihm wie ihm, auch Schmerzen? Roland sah nun das Gesicht des anderen. Fragender Blick, Erstaunen, Anflug von Freude, gefolgt von Wegsacken, zurück in den Schmerz, in Bewusstlosigkeit. War das …. ? Bleib da! Roland robbte heran, fasste den Mann mit seinem linken nicht schmerzenden Arm, hob dessen Kopf, sah in ein schmutziges Gesicht, blutunterlaufene Augen, eines verkrustet, das andere blaugrün, das größte blaue Auge, das er je gesehen hatte. Der Mann stöhnte wieder. Roland griff nach der Flasche, versuchte mit der linken steifen Hand den Verschluss zu öffnen. Gott, tut das weh! Ist meine Hand gebrochen? Er betrachtete die verdreht aus den Knöcheln hervorragenden Fingerglieder. Irgendwie gelang es ihm. Er setzte die Flasche an den Mund des Mannes. Dieser schluckte. „Langsam!“ Roland brachte seinen Körper in eine weniger schmerzhafte angenehmere Position, während er den Mann stützte. „Roland?“ Roland, bin ich das? Sein Hirn war wie ein Schwamm oder wie der Schlamm, auf den sie gestarrt hatten, bevor … Was war geschehen? Der andere stammelte.

Aus der Erzählung. "Zu spät für Amry: nach einem authentischen Fall
Später würde er darüber nachdenken. Der Moment umgibt ihn wie eine Kapsel. Es ist Juli in Athen. Die Hitze des Tags verstärkt sich am frühen Abend zu tropischer Schwüle. Nach dem Training der letzten Wochen sitzt der Smoking. Tarek Huda ist stolz auf seinen fitten Körper, gutfunktionierendes Instrument ist er und Kapital. In Wien war sein Name kaum aufgefallen. Man hatte ihm gesagt, er würde keinen anderen Pass brauchen. So war es auch. Tarek Huda betritt unauffällig den festlichen Raum, erfasst Köpfe, Gesichter, Staturen in dunklen Anzügen, dicke, dünne, breite Menschenleiber, Frauen wie Männer, dazwischen das Cateringpersonal. Der Höhepunkt des Abschiedsfestes ist vorüber. Er sieht Menschen in den verstreut im Raum angeordneten Sitzgruppen in gelöster Stimmung plaudern, andere an den Fenstern stehend. Eine Stimme, eine schmale Gestalt, wenig breite Schultern, ein Antlitz, ein geübt sanft lächelnder Mund, ein nicht mehr junges Gesicht, hängende Augenlider, wie eingraviert Falten auf der hohen Stirn, seinem Gegenüber, einem feisten Mann mit Halbglatze und tief hängenden prall gewölbten Wangenbacken, in der Fensternische im Fauteuil gegenüber. Der Mann aus Istanbul, Beirut, aus Wien. Huda nähert sich dem Zielobjekt und in der Sekunde, als er es erreicht, weniger als einen halben Meter hinter ihm steht, erkennt er: Zu spät! Gegenüber bückt sich Yara Galanis, in einem schmalen schwarzen Kleid, das Haar zurückgebunden, ein Lächeln im blassen Gesicht, über den niedrigen Marmortisch, als sie dem Botschafter ein Glas reicht. Ihr Kopf hebt sich, ein Lächeln für den Gast - und für ihn. Er ist zu spät! Vernichtet, ausgebootet, erledigt, tot! Sie ist ihm zuvorgekommen, zur Sicherheit beide eingesetzt. Denn beim Auftrag davor 1981 in Österreich war etwas schiefgelaufen. Er beobachtet, wie der Botschafter das Glas aus ihrer Hand nimmt, ihr nachsieht, sich seinem Gast zuwendet. Dieser prostet ihm zu, der heute seinen Abschied von dieser Stadt, diesem Land nimmt. Er sieht, wie der Mann das Glas an seine Lippen ansetzt, wie er trinkt, offensichtlich mit Behagen das kalte Bier trinkt, wie er seiner Frau zunickt, die ein wenig entfernt steht, ein Glas Champagner mit beiden Händen umfassend hält, aufmerksam die Gäste betrachtet, ernst, ohne Lächeln. Sie hat genug gesehen in vielen Jahren. Sie möchte nach Hause nach Wien, nur heim, wo sie sich in Sicherheit wähnt.

Gedichtbeispiele:

Zu zweit#

Am Morgen
finde ich
in einer Träne
auf deiner Wange
gefangen
ungelebtes Leben,
zerbirst
unter meinem Kuss
zu sanfter Trauer.

Ausgestreckt in deiner Hand
wohnt alle Wärme,
uns beide zu trösten.

Dem Nichts sein Ideal, der Täuschung ihr Wert
#

Und nach der Zeit der großen Tötung kam eine andere Zeit.
Die Menschen hielten still, betäubten sich mit Konsum
oder Dingen, die sie dafür hielten.
Nein, es war keine gestundete Zeit!
Verpfändet! Verloren! Verworfen!
Alles in Frage gestellt. Politisch korrekt und gendergerecht
folgte Aufruhr, Verschwörung und Revolution.
Bilderstürmer verboten Begriffe, Denkmäler wurden von ihren Sockeln gestürzt,
nur die grundlegende Unstimmigkeit, der alltägliche Frevel nicht.

Empörung der Gelbwesten, Verlierer, der Chancenlosen,
Hass auf Eliten, Konsolidierte, das Davor und Beständige.
Früher hätte man es Bourgeoisie genannt,
Proletariat ihr Konter.
Lange vorüber, nun hiess es neues Prekariat.

Festgefügtes, Usancen hinweggefegt, nichts hielt stand.
Althergebrachtes obsolet, im Einheitsbrei Kaufrausch dahin.
Persönliche Freiheit zählte, Loyalitäten waren verloren.
Gesellschaften sahen sich binnen weniger Wochen ruiniert.
Fridays for Future?
Grundvertrauen, Sicherheiten unwiderbringlich erschüttert.
Kinder suchten Ausweg im Tod.
Und keiner sagte, dass es gut war!

Mehr in den Anthologien.


Gregoritsch, Tatjana. Autorin, Österreich. Wien, Kärnten. Biographie, Werke, Auszeichnungen, Textauszüge

-- Gregoritsch Tatjana, Montag, 22. November 2021, 11:19