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Giorgio Vasari (1511 - 1574) - Frühester Künstlerbiograph der Neuzeit
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Von Ernst Lanz
ABBILDUNGEN UND ERGÄNZUNGEN FOLGEN NOCH
Südöstlich von Florenz liegt Arezzo, heute eine Provinz-Hauptstadt der Toskana. Sie beherbergt zahlreiche Kirchen unter anderem den Dom, dann Santa Maria della Pieve und San Francesco. Außerdem besitzt sie die Reste eines römischen Amphitheaters. In der Antike hieß sie Arretium und war eine bedeutende etruskische Stadt, die von Rom eingenommen wurde. Im Mittelalter fungierte sie als Stadtrepublik. Genau in dieser Stadt wurde der italienische Maler, Baumeister und Kunstschriftsteller am 30. Juli 1511 geboren. Eines seiner wichtigsten Werke als Baukünstler gelten die Uffizien in Florenz (Galleria degli Uffizi), die er 1560 begonnen hatte. Das Obergeschoss des einstigen Verwaltungsgebäude diente für die Kunstsammlungen der Medici. Der Palast steht inzwischen als Kunstmuseum und Staatsarchiv.
Vasari schuf aber auch manieristische Fresken und Gemälde.
Giorgio Vasari, Porträt, zwischen 1571 und 1574; Uffizien
Giorgio Vasari, Porträt, zwischen 1571 und 1574; Uffizien - Foto: Wikimedia Commons - gemeinfrei
Giorgio Vasari, Humanisten, Öl uf Leinwand (Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio, Petrarch, Cino da Pistoia, Guittone d Arezzo), 1544; Minneapolis Institute of Art
Giorgio Vasari, Sechs Dichter, Öl auf Leinwand, 1544; Minneapolis Institute of Art - Foto: Wikimedia Commons - gemeinfrei
Das lange Gebäude rechts Uffizien, entworfen von Giorgio Vasari, nächtliches Florenz
Palazzo della Signora e Uffizien, Florenz bei Nacht - Foto: Wikimedia Commons - gemeinfrei
Giorgio Vasari, Leben der ausgezeichneten Maler. Bildhauer und Baumeister von Cimabue bis zum Jahre 1567
Giorgio Vasari, Le Vite. 1568 - Foto: Wikimedia Commons - gemeinfrei
Als Schriftsteller schuf er Künstlerbiographien - "Giorgio Vasari, Leben der ausgezeichneten Maler. Bildhauer und Baumeister von Cimabue bis zum Jahre 1567". Im folgenden Jahr erweiterte Vasari seine Künstlerbiographien-Sammlung. Obwohl sie ziemlich anekdotisch ausgefallen war ist sie bis in die Gegenwart eine wichtige Quelle der Kunstgeschichtswissenschaft.
Giorgio Vasari verstarb am 27. Juni 1574 im Alter von 63 Jahren in Florenz.

Copyright Ernst Lanz 1970er Jahre / 2020

Vasari als Kunstschriftssteller, über Leonardo:
"Die reichsten und manchmal übernatürlichsten Gaben sehen wir häufig auf natürliche Weise mit Hilfe der himmlischen Einflüsse über menschliche Geschöpfe ausgegossen; wir sehen in ungeheuerlicher Weise in einem einzigen Körper Schönheit, Liebenswürdigkeit und Tugend sich so vereinigt, dass, wohin auch jener sich wendet, jede seiner Handlungen so göttlich ist, dass alle Menschen hinter ihm zurückbleiben und es sich deutlich offenbart: Was er leistet, ist von Gott gespendet, nicht durch menschliches Können erzwungen. Das hat die Welt an Leonardo da Vinci gesehen. Denn, von seiner nie genug gepriesenen Schönheit abgesehen, erfüllt göttliche Anmut all sein Tun."

Quelle

Empfehlenswert

  • Giorgio Vasari, Das Leben von Lionardo da Vinci, Raffael von Urbino und Michelangelo Buonarroti. Herausgegeben von Roland Kainz. Stuttgart 1996 (2005)