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Bernhard von Clairvaux, hl. #

Bernhard

Bernhard, um 1090 in Fontaines bei Dijon (Frankreich) geboren, entstammte dem burgundischen Hochadel. 1112 motivierte er 30 Freunde, mit ihm in das Reformkloster Citeaux bei Dijon einzutreten. Dieses, Mutterkloster und Namensgeber der Zisterzienser, war 1098 von dem Benediktiner Robert von Molesme († 1111) gegründet worden. Obwohl der Zisterzienserorden erst 1119 approbiert wurde, schickte man Bernhard schon 1115, im Jahr seiner Priesterweihe, von Citeaux aus, als Abt nach Clairvaux, zwölf Mönche begleiteten ihn. Im Lauf seines Lebens gründete Bernhard noch 69 weitere Klöster. Er lebte in asketischer Strenge und lehnte kirchliche Würden ab. Der "ungekrönte Papst und Kaiser des Jahrhunderts“, stand in Kontakt zu einflussreichen Orden, Herrschern und Päpsten. Bernhard unternahm weite Missionsreisen, war ein bedeutender Mystiker, aber auch Kreuzzugprediger und erbitterter Verfolger theologisch anders Denkender. Er verfasste hunderte Abhandlungen, von denen 497 Briefe und 246 Predigten erhalten sind. Bernhard starb am 20. August 1153 in Clairvaux (Frankreich).

Nach der Legende träumte seine Mutter vor Bernhards Geburt von einem bellenden weißen Hund mit rotem Rücken. Sie deutete den Traum so, dass ihr Sohn das Haus Gottes bewachen und seine Stimme gegen die Kirchenfeinde erheben werde.

Der Kult des hl. Bernhard begann bald nach seinem Tod. 1174 wurde er heilig gesprochen, 1175 sein Fest für den Zisterzienserorden eingeführt, 1830 ernannte ihn der Papst zum Kirchenlehrer. Das Heiligengedächtnis wird am 20. August (Todestag) begangen. „Bernhard von Clairvaux, Abt, Kirchenlehrer“ ist ein gebotener Gedenktag im Regionalkalender.

Darstellungen zeigen Bernhard als Zisterzienserabt mit Kruzifix und Leidenswerkzeugen. Weitere Attribute sind Hund, gefesselter Teufel und Bienenkorb. Dieser bezieht sich auf den ihm wegen der mitreißenden Predigten verliehenen Beinamen „honigfließender Lehrer“ (Doctor mellifluus).

Der hl. Bernhard ist der Patron der Zisterzienser, von Burgund, der Bienen, Imker und Wachszieher.

Bernhard von Clairvaux gilt als zweiter Stifter des Ordens der Zisterzienser. Seine "Consuetudines" stehen in gewissem Gegensatz zu Benedikts "Regula". Bernhard schätzte körperliche Arbeit mehr als intellektuelle Beschäftigung. Seine Klöster standen in (sumpfigen) Tälern, die erst gerodet werden mussten, während die Benediktiner auf Bergen bauten. Die Zisterzienser waren Meister der Hydrologie, ihre Klöster weisen kunstvolle gotische Brunnenhäuser auf. Charakteristisch für die Ausstattung ist auch der Verzicht auf Farben und figürliche Gestaltung der Bauteile. Da ihr Gründer ein großer Marienverehrer war, sind sie der Muttergottes geweiht. In Österreich bestehen acht Zisterzienserklöster in Heiligenkreuz, Lilienfeld (Niederösterreich), Rein (Steiermark), Schlierbach (Oberösterreich), Stams (Tirol), Wettingen-Mehrerau (Vorarlberg), Wilhering (Oberösterreich) und Zwettl (Niederösterreich). Der weibliche Zweig hat drei Niederlassungen: Gwiggen-Hohenweiler (Vorarlberg), Maria Roggendorf (Niederösterreich), Mönchhof (Burgenland).


Quellen:
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 160 f.
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 69f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S.166f.
Heiligenlexikon: Bernhard

Bild: Aus Georg Ott: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1858. 2. Bd. /Sp. 1450