Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Vierspännige Personenpost auf der Tauernstraße#

Block#

Briefmarke, Vierspännige Personenpost auf der Tauernstraße
© Österreichische Post

Die Tauernpostkutsche#

Das diesjährige Motiv aus der nun bereits seit fünf Jahren ausgegebenen Serie „Historische Postfahrzeuge“ zeigt einen Personenpostwagen auf der Passhöhe der Tauernstraße.

Der vierspännige Wagen transportiert neben Poststücken auch Passagiere und ihr Gepäck, das auf dem Dach befestigt ist. Die Kutsche scheint mit hoher Geschwindigkeit unterwegs zu sein – die Straße wirkt ungewöhnlich gut befestigt und wohl auch viel befahren. Der Postkutscher ist im Schatten des Vordachs des Wagens kaum zu sehen.

Postverkehr über die Tauern#

Die Strecke über die Radstädter Tauernstraße und den Tauernpass verbindet den Salzburger Pongau mit dem Lungau. Schon die Kelten benutzten diesen Straßenzug, der einer der wenigen gut passierbaren Pässe über die Alpen war. In der Römerzeit war die Tauernstraße eine Hauptverkehrsroute, auf der Passhöhe befand sich eine Straßenstation namens In Alpe, an der die Pferde gewechselt werden konnten. Vermutlich befand sich diese Straßenstation ungefähr am Standort des heutigen Tauernfriedhofs, der 1515 geweiht wurde. Auf dem Markenblock ist im Hintergrund der von einer Mauer umgebene Tauernfriedhof mit der kleinen Kapelle zu sehen, an dem die Postkutsche gerade vorüberfährt.

Im Mittelalter dienten „Tauernhäuser“ Reisenden als Rastplatz und Herberge. Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach ließ Mitte des 18. Jahrhunderts die Poststation Untertauern errichten. Die Post verkehrte nun regelmäßig zweimal wöchentlich über die Tauernstraße. Im 19. Jahrhundert wurde die Frequenz der Postfahrten weiter erhöht, ab 1885 fuhr die Postkutsche täglich über den Tauernpass. Die alte Poststation wurde später zum Post- und Telegraphenamt, heute beherbergt sie den „Gasthof zur Post“.

Lange Zeit waren Postkutschen – abgesehen von privaten Pferdewagen – das einzige Mittel zur Personenbeförderung. Diese „Fahrpost“ war wie die Brief- und die Paketpost dem Postmonopol unterstellt, Fahrtstrecken, Tarife und Abfahrtszeiten waren im Postkursverzeichnis vermerkt. Wichtige Straßenzüge wurden auch in den Rang von „Poststraßen“ erhoben, über deren Zustand die Postmeister wachten. Erst mit dem Aufkommen der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Fahrpost allmählich an Bedeutung.