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Friederike Mayröcker - Grande Dame der Literatur#

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Briefmarke, Friederike Mayröcker - Grande Dame der Literatur
© Österreichische Post

Briefmarke, Friederike Mayröcker - Grande Dame der Literatur
© Österreichische Post

Nach ihrem Gefährten Ernst Jandl im Vorjahr wird diesmal die Wiener Lyrikerin und Schriftstellerin Friederike Mayröcker im Rahmen der Serie „Literatur aus Österreich“ gewürdigt.

1924 in Wien geboren, schrieb Mayröcker bereits als Jugendliche Gedichte. Von 1946 bis 1969 war sie als Englischlehrerin tätig. In den 1950er-Jahren kam sie in Kontakt mit avantgardistischen Künstlern wie Andreas Okopenko und mit den Schriftstellern der „Wiener Gruppe“. 1954 lernte sie Ernst Jandl kennen, mit dem sie bis zu seinem Lebensende im Jahr 2000 eine enge Lebensfreundschaft und literarische Partnerschaft verband. Mayröcker verstarb 2021 in Wien und wurde im Grab Ernst Jandls beigesetzt.

Friederike Mayröcker gilt als herausragende Sprachkünstlerin. Sie schrieb unermüdlich und schuf über 120 Werke, vor allem Lyrik, Prosa, Hörspiele, Theaterstücke und Kinderbücher. Ihre Arbeiten voll „lyrischer Intensität“ sind völlig eigenständig, experimentell und vom Surrealismus beeinflusst, geschaffen in ihrer vor Notizen, Zeichnungen und Büchern strotzenden „Zettelhöhle“. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so erhielt sie etwa für das gemeinsam mit Ernst Jandl geschriebene Hörspiel „Fünf Mann Menschen“ 1969 den Hörspielpreis der Kriegsblinden, mit dem Gedichtband „fleurs“ gewann sie 2016 den erstmals vergebenen Österreichischen Buchpreis. Ihr umfangreicher Nachlass befindet sich im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Das Zitat „Kein Leben, keine Liebe ohne Literatur“ bezeugt die enge Verflechtung ihres Schreibens mit ihrem Leben.