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Schloss Wolfurt#

Bezirkshauptmannschaft: Bregenz Vorarlberg, Bregenz

Gemeinde: Wolfurt Vorarlberg, Wolfurt

Katastralgemeinde: Wolfurt


Mächtiger Bergfried, alter Wohntrakt, Wehrgang, Kapelle im Turm, Wendeltreppe bis zur Turmplattform, Stuckplafonds, bemalte Türen aus dem 18. Jh.

Erstmals 1217 urkundlich erwähnt; Besitzer des Schlosses waren vom 13. bis 15. Jh. die Edlen von Wolfurt.
((Konrad von Wolfurt stiftete 1364 dem Benediktinerkloster Pfäfers, Schweiz, den berühmten "Wolfurter Kelch" [Das Original befindet sich heute im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich, während die Originalstiftungsurkunde im Stiftsarchiv in St. Gallen verwahrt wird.] )

Die Burg bzw. das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Das Kloster Mehrerau kaufte 1402 die Hälfte der Burg, die zum Sommersitz der Äbte wurde. Nach dem Aussterben des Rittergeschlechtes im 15. Jahrhundert fiel die Burg 1451 an das Haus Österreich und wurde in Folge als Lehen an Bregenzer Patrizierfamilien (Familie Kaisermann, später Familie Leber von Wolfurt)vergeben.

1530 wurde sie vom St. Galler Abt Germann Kilian erworben; Johann Wilhelm Marius übernahm 1653 das inzwischen wieder heimgefallene Lehen, nach ihm ging es 1696 an Benedikt Reichart aus Bregenz, der 1707 den barocken Umbau im Schlossinneren veranlasste. Joseph Xaver Tröndlin von Greiffenegg erwarb den Ansitz 1750; zwei Jahre später gelangte das Schloss zuerst in bäuerlichen, danach in bürgerlichen Besitz. Zum Umbau in neoromanischen Stil kam es nach 1856 durch einen Bregenzer Kaufmann, weitere Umbauten erfolgten ab 1937 nach Plänen von Johann Anton Tscharner.

1936 wurde das Schloss von Fritz Schindler, Sohn des Elektrizitätspioniers Friedrich Wilhelm Schindler, erworben; 1939 wurde es durch einen Brand zerstört und 1940 im gotischen Stil wieder aufgebaut. 1945 wurde die zum Schloss umgestaltete Burg bis 1953 vorübergehend zum Wohnsitz des Chefs der französischen Militärregierung für Vorarlberg. Anschließend wurde das Schloss an die Familie Schindler zurückgegeben und verblieb bis 2017 in Familienbesitz.

Im März 2017 kaufte die Gemeinde Wolfurt das Schloss; mittlerweile beschäftigt sich eine Projektgruppe mit der Zukunft des Schlosses, das wirtschaftlich genutz werden soll.

Eigentümer: Gemeinde Wolfurt

Weiterführendes#


Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. (Der Eintrag wurde im Februar/März 2019 an Hand von Informationen des Kulturkreises Wolfurt und Webrecherchen aktualisiert.)

Literatur#

  • Dehio Vorarlberg, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Vorarlberg, bearb. von Gert Amman, Martin Bitschnau, Paul Rachbauer, Helmut Swozilek, hg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Wien 1983, Seite 408f.
  • Huber, Franz Josef, Kleines Vorarlberger Burgenbuch, Ländle-Bibliothek, Bd. III, Dornbirn 1985, Seite 146ff.
  • Ulmer, Andreas, Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins, Dornbirn 1925, unveränderter Nachdruck, Dornbirn 1978, Seite 358ff.