Biokohle#
Josef Hirschmann, 30. April 2026#
Herstellung und Projektbeschreibung #
Während der COP21 2015 in Paris wurde die Initiative „4 Promille“ („4 per 1000“ oder „4‰“) vom französischen Agrarminister vorgestellt. Ziel der Initiative ist es, möglichst viele Staaten für das Thema „Klimaschutz und Ertragssicherheit“ durch die Speicherung von organischem Kohlenstoff in Böden zu sensibilisieren und zu einer aktiven Teilnahme zu bewegen. An der Universität für Bodenkultur in Wien, Institut für Bodenforschung, wird an einem europaweit angelegten Forschungsprogramm gearbeitet. (Presseaussendung vom 13.4.2021: Landwirtschaft als Klimaretter? Univ.-Prof. Dr. phil. Sophie Zechmeister-Boltenstern.)Wir haben eine Anlage zur Herstellung von Holzkohle entwickelt, die den bäuerlichen Betrieben die Möglichkeit bietet, neben der Wärme aus Hackschnitzel auch Holzkohle zu erzeugen. Diese Holzkohle, die zu 90% aus Kohlenstoff besteht, kann in herkömmlich bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen eingebracht und somit eine negative CO2-Emission bewirkt werden.
Ein wesentlich positiver Aspekt ist auch die enorme Wasserspeicherfähigkeit der Holzkohle, die sie aufgrund ihrer hochporösen Struktur besitzt dadurch kann sie ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Sie fungiert im Boden als Nährstoff- und Wasserspeicher, fördert die Humusbildung, erhöht die Bodenfruchtbarkeit und hilft, Trockenperioden zu überbrücken.
A. Ausgangssituation#
Dass der Aufbau von Humus ein Gebot der Stunde und für die positive Klimaentwicklung unbestritten ist, sei in diesem Punkt vorangestellt. Humus beinhaltet nicht nur 50% Kohlenstoff, der der Atmosphäre entzogen ist, sondern ist auch für das Bodenleben unverzichtbar. Der überwiegende Teil unserer Böden ist seit Jahrzehnten durch die herkömmliche Bewirtschaftung zu Wüsten degradiert („Schutz der Grünen Erde“, Enquete Kommission des Deutschen Bundestages von 1994) und können nur durch Mineralstoffgaben überhaupt noch Ernteerträge in ausreichender Menge liefern. Der Humusanteil, der in den letzten 80 Jahren eben durch diese Bewirtschaftungsform gelitten hat, muss wieder hergestellt werden.Hier setzt unsere Firmenphilosophie an, um das Bodenleben durch das Einbringen von Holzkohle aufzubauen und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens wieder herzustellen.
“Holzkohle als 5***** Sterne Hotel für das Bodenleben“ (Raggam)
B. Projektziel und Motivation#
Wir sehen es als ein wichtiges Ziel, die bäuerliche Landwirtschaft für die Idee des Humusaufbaus zu gewinnen und wollen auch die Regierungen dazu veranlassen, eine tatkräftige finanzielle Unterstützung für diese Aktionen zu gewähren, die für unsere zukünftige Lebensgrundlage BODEN unerlässlich ist. Die Speicherung von organischem Kohlenstoff in Böden ist nicht nur eine wirksame Hilfe gegen den Klimawandel, sondern es wird dadurch vor allem auch die Wasserspeicherfähigkeit der Ackerflächen enorm gefördert und so den Pflanzen in ihrer Wachstumsphase Wasser zur Verfügung gestellt, was wiederum ihre Transpirationsfähigkeit erhöht und den sanften Regen über Land wieder ermöglicht.Siehe: Spektrum der Wissenschaft 11/1989, Maurice la Riviere:
Globaler Wasserkreislauf vor 80 Jahren 2/3 sichere Landesverdunstung, 1/3 vom Meer. Heute ist es umgekehrt.
C. Projektumfang und Aktivitäten zur Umsetzung
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Unser Projekt umfasst 2 Bereiche:
a) Umbau bestehender Hackschnitzelunterschubfeuerungen
b) Produktion von Neuanlagen
Für beide Bereiche haben wir je eine Anlage gebaut bzw. umgebaut und dabei Erkenntnisse gewonnen, so dass ein wirtschaftlich leistbares Produkt hergestellt werden kann. Dazu haben sich 8 Gesellschafter zusammengefunden, die diese Aktivitäten finanziell ermöglicht haben. Ein steirischer Maschinenbaubetrieb in Lang hat nach dem Patent von Dr. August Raggam und nach seinen Vorstellungen diese Anlage umgebaut.
D. Innovation#
Eine Unterschubfeuerung ist mit einem Ringbrenner mit Drehrost, Glutbettregelung ausgestattet und hat extrem kurze Verbrennungs- oder Vergasungswege.Die Grundidee ist, eine im Normalbetrieb für die Hausheizung eingestellte Anlage ohne die zugeführte Luftmenge zu erhöhen, mit etwa 30% mehr Hackgut zu beaufschlagen. Dann fehlt die Luft, um die bei der Vergasung entstehende Kohle bis zur reinen Asche zu verbrennen. Die drei Arme am Drehrost rühren nun die glühende Holzkohle in den Unterbau der Anlage. Dieser ist aus Edelstahl gefertigt und etwa bis zur Oberkante der Aschenaustragungsschnecken mit Wasser gefüllt. Die glühenden Holzkohleteilchen werden also rasch abgekühlt und mit den Ascheschnecken über das Wasserniveau geschoben und mittels einer Querschnecke und sodann einer Steigschnecke in ein Freilager gefördert.
Die Drehbewegung am Brenner selbst wird zur Sortierung genutzt. Die Abstreifarme werden so gestaltet, dass Feinteile rascher den Brenner durchlaufen und Grobteile solange zurückgewiesen werden, bis sie durch vollständige Verkohlung etwas kleiner geworden sind.
Für den Bericht mit Bildern siehe das NID Dokument.#