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Päpstliche Anerkennung für Hans Küng#


Von

Wolfgang Gramer

Aus: Gedanken zu Glaube und Zeit Nr. 345/2020


Am 4. August 2020 (dem Gedenktag des Pfarrers von Ars) habe ich meinen früheren Bischof von Rottenburg-Stuttgart und jetzigen Kurienkardinal Walter Kasper angefragt, ob es nicht ein Zeichen der Versöhnung seitens des Papstes oder der Kurie für Hans Küng geben könne, zumal der Parkinson ihm immer mehr zu schaffen mache und sein irdisches Leben immer beschwerlicher werde.

Darauf telefonierte Kardinal Kasper, der gerade in den Dolomiten weilte, sofort mit Papst Franziskus in Rom. Dieser bat ihn, folgenden Segenswunsch an Hans Küng zu übermitteln:

„Lo saluto e lo abbraccio e gli mando nella comunione cristiana la benedizione e pregherò per lui“ (Ich grüße ihn und umarme ihn, ich schicke ihm den Segen in der christlichen Gemeinschaft und bete für ihn).

Papst Franziskus hat zu Kardinal Kasper sicher bewusst zweimal am Telefon gesagt: „nella comunione cristiana“. Damit anerkennt er m.E., dass Hans Küng sich der größeren Gemeinschaft aller Christen verpflichtet weiß und darüber hinaus sich für den Frieden der Religionen eingesetzt hat.

Mit Walter Kasper sehe ich das Wort des Papstes als faktische Anerkennung, dass für ihn Hans Küng katholischer Theologe ist. Über dieses päpstliche Urteil bin ich froh und dankbar. Hans Küng hat nicht nur mir, sondern vielen Menschen Hoffnung gemacht für ein konkretes Engagement in der Kirche – einer Kirche, die Licht und Schatten zeigt, weil sie aus lebendigen Menschen besteht.

Ich möchte meine Freude mit allen teilen, die für Hans Küngs Wirken dankbar sind!

Pfarrer Dr. Wolfgang Gramer,

Bietigheim-Bissingen, 10-9-2020