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Die Süddeutsche Küche - auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
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287 und aussuchen, denn einige schlechte Bohnen verderben, da sie schneller schwarz werden, den Geschmack des ganzen. Wenn man ihn in der Trommel auf offe- nem oder in der geschlossenen Pfanne am Tparherd bratet, muß das Feuer nm außer, nicht unter derselben gerichtet sein. Nebst dem unausgesetzten Drehen ist es notwendig, sie oft in die Höhe zu nehmen und recht zu schütteln. Wenn der Kaffee stark raucht und zu krachen anfängt, sieht man nach, und sobald er zimmtfarb und glänzend wird, gibt man ihn in die Büchse, oder wenn er schon genug schwitzt, in ein Sieb. Macht man ihn mit Nasser, wovon er am schmackhaftesten wird (besonders zum schwarz trinken), so sind 3 Loth von ge- riebenem Kaffee zu 1 Seidel Wasser genügend. Bei Sud gibt man natürlich weniger. Unter den zahllosen Arten von Kaffeemaschinen gehören die so gewöhnli- chen Filtrirmaschinen noch immer zu den besten; den Kaffee muß man aber fest eindrücken, wobei man das Ekb nicht auf dein Unterteile stehen lassen soll, da immer etwas durchgeht, und Wasser, oder den recht k laren Sud muß mankochend in kleinen Por t ionen au fg ießen ,ohneRühren oder anderen Versuchen, daß es schneller durchf l ieße. Um klaren, immer gleichen Snd zu haben, ist es gut, den Kaffee dann mir so viel Wasser, als man taglich aufgießt, zugedeckt zu kocheu, und wenn er vcrschänmt hat, mit etwas kaltem Wasser abgeschreckt, sich setzen zu lassen. Wenn das Klare nach dem Erkalten in eine Flasche gmillt wnrde, wird der Satz weggeschüttet. Doch alle Güte und Reinheit des Kaffee's genügt nicht, wenn das Obers zu leicht ist, «der einen Beigeschmack hat. Um im Nothfalle zusammengelaufe- nes Obers doch brauchen zu können, gibt man bei 1 Seidel eine Messerspitze voll Soda (wie man sie znm Einnehmen hat), und etwas Zucker, in dasselbe und sprudelt es auseinander. Dies ist unschädlich, und das Obers sieht dicker aus, als vorher, doch freilich ist es nicht ganz so wohlschmeckend, als im natür- lichen Zustande. ' Thee. Der schwarze Thce ist beliebter als der grüne, da er nicht so stark, und nicht so sehr der Verfälschmig ausgesetzt ist. Man rechnet für die Person I Kaf- feelöffel voll, den man nach Geschmack schwächer oder stärker messen kann. Wenn man den Thce in die Kanne gegeben hat, schüttet man das Wasser recht sie- dend ans, nnd nachdem es 5 Minuten mit dem Thee gestanden hat, füllt man diesen gleich in die Schalen. Für dic zweite Echale gibt man von neuem etwas Thce dazn nnd heißes Wasser darauf, weshalb man den Kessel zum Wasserko- chen auf dnn Neben- oder Thcctischc hat. Werden mehr Schalen als zwei ge< trunken, so wird wieder frischer Thcc in die Kanne gegeben, und ebenso auf, gegossen. Zucker, Num und geschäumtes Obcrs nimmt sich Jedes nach Ge- schmack dazu. Zu gewöhnlichen kleinen Thce's gibt man süße oder Sardellenbutter, oder beiderlei auf einem Geschirre, mit Schnitten von mürbem Brot, Salz- stängeln oder Erdäpfeln (geschält zwischen einer Serviette), aufgeschnittenen Schinken, oder anderes kaltes Fleisch von Kalb, Geflügel oder Wild, und Zwie- back oder sonstiges Theegebäck, von mürbem, Brösel- oder Germtcig ohne Ein- gesottenem. Das Backwerk wird meistens auf einer Tasse (Tablett) zusammen- gelegt, auf die man ausgeschnittenes Papier oder eine Serviette gegeben hat, nur gesalzenes Gebäck und Hausbrot legt man nicht zum süßen.
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Die Süddeutsche Küche auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Titel
Die Süddeutsche Küche
Untertitel
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
Autor
Katharina Prato
Verlag
U. Leykam's Erben
Ort
Graz
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
37.2 x 65.9 cm
Seiten
350
Schlagwörter
Kochbücher, Kochen, Rezepte
Kategorie
Küche und Garten
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