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Zu großen Thee's bei Gesellschaften wird mehrerlei Gebäck von verschie-
denen Teigen gegeben, dann Butterschnitten, und nebst Schinken anderes kaltes
Fleisch, oder Wtldpret-Knchen, so wie weich gekochte Eier, die in den eigenen
Siedcrn bei Tische gekocht werden.
Nach dem Thee kann man alle Gattungen kaltes Fleisch oder kalte Fische
mit Aspic oder kalten Saucen, so wie Trüffel- oder andere kalte Pasteten ge-
ben. An Fasttagen Eierspeisen, geräucherten Lachs statt Schinken u. dgl. Nach
den Fleischspeisen wird auch Compote, Gcsnlztcs oder Gefrornes, und feines
Backwerk servirt.
Bei Thee, nach welchem man auch Wein vorsetzt, kann anch jeder warme
Braten von Kalb, Geflügel oder Wild, so wie warme oder kalte Pasteten und
dgl. aufgetischt werden; bei Braten auch füßer oder saurer Salat.
Punsch.
1 Pfund Zucker zu kleinen Stücken geschlagen gibt man in den Topf,
dazu von 1 Limonie und von 3 oder 4 Pomeranzen den Saft, und ^ Glas
Rum. Dies stellt man zugedeckt an einen warmen Ort. Dann schüttet man
1 Maß siedendes Wasser auf ^ Loch russischen Thee, seiht es bald ab, schüttet
es zu dem übrigen, und servirt es sogleich. Num gibt man in Flaschen beson-
ders dazu, damit sich's Jeder nach Geschmack verstärken kann. Viele geben
auch den Geruch 1 Limonie dazu, aber davon bekommt man leicht Kopfschmerz.
In Ermanglung von Thee kann man auch nur heißes Wasser nehmen.
Punschsaft und Essenz. Man drückt den Saft von so viel Limo-
nien und Pomeranzen aus, das 1 Seidel wird, reibt an Zucker ^ Limome
und ^ Pomeranze ab, und kocht dies mit ^ Pfund Zucker, bis es klar ist,
wo man es auskühlen laßt, l/, Seidel Rum dazn gibt, und in Flaschen füllt.
Wenn man schnell Punsch machen will, gibt man davon noch Geschmack
in heißen Thee.
Man rührt von 6 Pomeranzen uud 3 Limonien den Saft mit 1 Pfund
gestoßenem Zucker, bis es dick wird, dann gibt man 1 Seidel Rum dazu, füllt
es in Flaschen uud kann es lange Zeit aufbewahren.
Man macht leichten Thee oder kocht Kuturuz mit Wasser 1 Ztundc lang,
seiht ihn ab, und gibt nach Geschmack Zucker und Num dazu.
Grog (Mlltrosenpunsch).
I n heißes oder kaltes Wasser gibt man Num und Zucker nach Geschmack.
Mit kaltem Wasser ist es gewöhnliches Getränk auf Reisen, wo man kein
gutes Wasser findet.
Crampmnpoli.
Eine Flasche voll Rum oder Arak wird in einen Topf geschüttet, mit
Papier angezündet, und über der Flamme ein 1 Pfund schweres Stück Zucker
geschmolzen, welchen man bis zum letzten Rest in den Rum träufeln laßt.
Davon schöpft man in Gläser und trinkt ihn warm.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten