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Von Mar i l l en (Aprikosen). Diese werden roh oder überkocht
durch ein Haarsieb getrieben, gewogen und gleich im Gewichte Zucker genommen.
Diesen gibt man geklärt und gesponnen od«er nur gestoßen dazu und kocht es,
bis es schön dunkelgelb und glänzend geworden, wo man es probirt.
Von Pfirsichen. Sie werden etwas überkocht, geschält und passirt.
Zu 1 Pfund davon gibt man ^ Pfund Zucker. den man läutert und dicklich
einkocht.
Von Aepfeln oder Bi rnen. Gute Aepfel oder Birnen schält
man und legt sie dabei in Wasser. Dann kocht man sie mit Wasser nnd Limo-
niesaft und treibt sie durch ein Sieb. Zucker gibt man halb so schwer, läutert
ihn, und kocht Limoniegeruch und Saft mir.
Von Qui t ten. Recht reife Quitten werden im Rohre gebraten, oder
geschält zu Spalten geschnitten, mit Wasser gekocht. Man passirt sie, gibt gleich
schwer Zucker dazu, den man bis zum Spinnen kocht und damit die Quitten
fertig einsiedet.
Von Hagebutten (Hetscheu). Ende Oktober, wenn der Reifste
schon gebrannt hat, werden sie gesammelt, in einen Topf gegeben, in dem man
sie 3 Tage stehen laßt.
Nach dieser Zeit schneidet man jede auseinander, nimmt die Kerne und
das Rauhe heraus, läßt sie wieder 3 Tage stehen, und treibt sie durch eiu Sieb.
Man rührt sie löffelweise in den gesponnenen Zucker und läßt es sieden,
bis die Salse schön roth und dick geworden ist.
Zucker kann man etwas weniger im Gewichte, als vom Passirten nehmen.
Von Melonfleisch. Fleisch und Saft von reifen Melonen kocht man
so viel, daß sich's leicht durch ein Sieb treiben laßt. Zu 1 Pfund davon gibt
man ^ Pfund gestoßenen Zucker und kocht es zur gehörigen Dicke ein.
Von Weintrauben. Tie Beeren von recht guten reifen Weintrau-
ben überkocht man vor dem Passiren, und siedet diesen Saft mit gesponnenem
Zucker ein. Zu 1 Pfund Saft ^ Pfund Zucker.
Von ke ine« ^IknlN'5 (RcmM) und Mi rabe l len . W«nn
sie sehr reif sind, löst man die Steine aus, treibt das Fleisch durch ein Sieb
und gibt zu 1 Pfund davon ^ Pfund Zucker, den man spinnen läßt.
Von Zwetschken. Recht reife Zwetschken läßt man ein paar Tage
liegen, damit man sie leichter schälen kann. Dann löst mau die Steine aus und
nimmt zu 1 Pfnnd davon, /^, Pfund Zucker.
Man gibt die halbirten Zwetschken in das Becken, streut auf jede Lage
vom gestoßenen Zucker, läßt sie einige Zeit so stehen, und kocht sie,bis sie sulzig
sind. (Ebenso ungeschälte, die man ruhig kochen läßt, und dann wie frische zu
Echmarn u. dgl. geben kann.)
Es ist sehr gut, etwas Vanille mitzukochen, und am Ende etwas Rum
darunter zu mischen.
Von geschälten wird die Salse schön gelb.
Die Süddeutsche Küche
auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Titel
- Die Süddeutsche Küche
- Untertitel
- auf ihrem gegenwärtigen Standpunkte
- Autor
- Katharina Prato
- Verlag
- U. Leykam's Erben
- Ort
- Graz
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 37.2 x 65.9 cm
- Seiten
- 350
- Schlagwörter
- Kochbücher, Kochen, Rezepte
- Kategorie
- Küche und Garten