Page - 123 - in WAS BITS UND BÄUME VERBINDET - Digitalisierung nachhaltig gestalten
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DIE AUTOR*INNEN
/// Santje Kludas ist Mitarbeiterin am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Ihre Schwerpunkte sind u. a. politische Ökonomie
alternativen Wirtschaftens, Plattformökonomie und Plattformkooperativismus.
/// Jonas Pentzien ist Mitarbeiter am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und promoviert dort zum Plattformkooperativismus und
zur politischen Ökonomie der Plattformisierung.
/// Clara Wolff ist Mitarbeiterin am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Sie promoviert zu Plattformökonomik und zweiseitigen
Industrien aus einer komplexitätsökonomischen Perspektive.
/// Dominik Piétron ist Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Schwerpunkte sind digitale soziale Innovationen,
Plattformökonomie und Plurale Ökonomik.
LITERATURE
/// 1 Statista. E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz nach Branchen in Deutschland.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/505654/umfrage/e-commerce-anteil-amgesamtumsatz-nach-branchen-in-deutschland/ (2018).
/// 2 Srnicek, N. Platform Capitalism (Polity, 2016).
/// 3 Staab, P., & Nachtwey, O. Die Digitalisierung der Dienstleistungsarbeit. Aus Politik und Zeitgeschichte 66, 24–31 (2016).
/// 4 Armstrong, M., & Wright, J. Two-sided markets, competitive bottlenecks and exclusive contracts. Economic Theory 32, 353-380 (2007).
/// 5 Wood, A. J., et al. Good Gig, Bad Gig: Autonomy and Algorithmic Control in the Global Gig Economy. Work, Employment and
Society.
Work, Employment & Society 3, 56–75 (2018).
/// 6 Ludmann, S. Ökologische Betrachtung des Peer-to-Peer Sharing. In Behrendt, S. et al. (Hrsg.). Digitale Kultur des Teilens: Mit Sharing
nachhaltiger wirtschaften (Springer-Gabler, 2018).
/// 7 Peuckert, J., & Pentzien, J. Nachhaltige Governance des Peer-to-Peer Sharing. In: Behrendt, S., et al. (Hrsg.) Digitale Kultur des Teilens:
Mit Sharing nachhaltiger wirtschaften (Springer-Gabler, 2018).
/// 8 Scholz, T. Plattform-Kooperativismus. https://www.rosalux.de/publikation/id/8813/plattformkooperativismus/ (2016).
/// 9 Battilani, P., & Schröter, H. G. The Cooperative Business Movement, 1950 to the Present. Comparative Perspectives in Business History
(Cambridge University Press, 2012).
/// 10 Caplan, R., et al. Algorithmic Accountability. A Primer.
https://datasociety.net/wpcontent/uploads/2018/04/Data_Society_Algorithmic_Accountability_Primer_FINAL-4.pdf (2018).
/// 11 GNU. Freie Software. Was ist das? https://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html (2018).
/// 12 Peterson, S. K. What’s the difference between open source software and free software?
https://opensource.com/article/17/11/open-source-or-free-software (2017).
/// 13 FSFE. Who owns Free Software? https://fsfe.org/freesoftware/basics/who-owns-freesoftware.en.html (2012).
/// 14 Fairmondo. Copyright. https://github.com/fairmondo/fairmondo/blob/develop/COPYRIGHT (2017).
/// 15 Weth, F. Platform-Cooperativism, data ownership and free software: Podiumsdiskusion.
https://media.ccc.de/v/bub2018-60-platformcooperativism_data_ownership_and_free_software (18. November 2018).
/// 16 CoopCycle. CoopCycle. https://coopcycle.org/en/ (2019). }
VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE
SOZIAL ÖKOLOGISCHE PLATTFORMISIERUNG
Die hier skizzierten Beispiele zeigen, dass die be-
stehenden bewegungsübergreifenden Initiativen die
erhofften Synergieeffekte derzeit nur begrenzt rea-
lisieren können. Ein Grund hierfür mag darin liegen,
dass bereits existierender
frei lizensierter Code in der
Regel an die spezifischen
Bedürfnisse der jeweili-
gen Plattform angepasst
werden muss. Diese An-
passung ist vielfach mit
großem zeitlichen und per-
sonellen
sowie
finanziellen
Aufwand verbunden. Ein
zweiter Grund mag darin
liegen, dass aus dem res-
triktiven Freiheitsverständnis der FLOSS-Bewegung
resultiert, dass andere normative Aspekte wie bei-
spielsweise ‹ökologische Nachhaltigkeit› nicht über den der ‹Freiheit› gestellt werden können. Dies wirft
aus sozial-ökologischer Perspektive den Konflikt auf,
dass Freie Software auch Akteuren zur Verfügung
steht, deren Praktiken einer sozial-ökologischen
Plattformisierung potenziell im Wege stehen.
Um eine sozial-ökologische Plattformisierung
wirklich realisieren zu können, braucht es also
zweier lei: Im ersten Schritt ist ein größeres Be-
wusstsein von Plattformbetreiber*innen für das
Zusammen spiel von Plattformisierung und Soft-
warecode notwendig. Die Entscheidung, welcher Typ
von Code einer Plattform zugrunde gelegt wird, ist
nicht neutral, sondern hat aus sozial-ökologischer
Perspek tive weitreichende Konsequenzen. Im zwei-
ten Schritt braucht es eine Weiterentwicklung und
Verbesserung nicht
proprietärer Lizenzen, die die
Errungenschaften der FLOSS-Bewegung aufgreifen,
aber auch eine Kopplung der Nutzungsrechte an so-
zial-ökologische Kriterien ermöglichen. Denn nur so
können beide Bewegungen tatsächlich zu einer so-
zial-ökologischen Plattformisierung beitragen.
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Freie Software
steht auch Akteuren
zur Verfügung, deren
Praktiken einer
sozial-ökologischen
Plattformisierung
potenziell
im Wege stehen.
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WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Title
- WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
- Subtitle
- Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Author
- Anja Höfner
- Editor
- Vivian Frick
- Publisher
- oekom verlag
- Location
- München
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-SA 3.0
- ISBN
- 978-3-96238-149-3
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 152
- Keywords
- Digitalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Politik, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeitskommunikation
- Categories
- Informatik
- Technik