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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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40 | Ständestaat und Rotes Wien Gropius131 konnte sich einerseits durch die Wirtschaftskrise, andererseits durch konserva- tive Baumethoden und ArchitektInnen im Österreich der Zwischenkriegszeit nicht durch- setzen. 1 2 5 Wider das sozialdemokratische Experiment 1.2.5.1 Endgültiger Fall des Roten Wien Besonders am ideologischen Konzept und der architektonischen Ausgestaltung des Wohn- bauprogramms entzündete sich der Gegensatz der politischen Lager. Es konnte von der sozialdemokratischen Gemeinde nur unter schwersten politischen und ökonomischen Konflikten durchgesetzt und -geführt werden.132 Die in die Oppositionsrolle gedrängte Wiener Christlichsoziale Partei hatte keinerlei eigenständige Konzepte für die bürgerliche Umgestaltung des Wohnungsbauprogramms in Wien. Populistische Stimmungsmache gegen eine vermeintliche Siedlungsfeindlichkeit der Gemeinde zielte auf die Erschließung neuen WählerInnenpotentials der von der Sozialdemokratie ab 1923 vernachlässigten gemeinnützigen Genossenschaften. Vorder- gründig kämpfte die bürgerliche Opposition aber gegen die sozialdemokratische Umver- teilungspolitik der Gemeinde und somit gegen die Wohnbausteuer133 und den Mieterschutz.134 1928 verlagerte sich der Streit um die Finanzierung des Wohnungsbauprogramms auf die Ebene der Bundespolitik. Die konservative Regierung setzte an der verwundbarsten Grundlage des Roten Wien an. Mittels der Abgabenteilungsnovelle vom 28. Januar 1931 wurde die ökonomische Basis der Gemeinde gekappt. Die Abgabenteilung regelte die Teilung der Abgaben an Bundes- und Landessteuern und machte Anfang der 1920er Jahre das Wiener Reformprojekt in all seinen politischen Facetten erst möglich. Durch den Finanzausgleich zwischen Wien und Niederösterreich 1931 mussten öS 30 Mio. abgege- ben werden. Damit musste die Zweckbindung der Wohnbausteuer zugunsten der Deckung allgemeiner Verwaltungskosten aufgegeben werden.135 Die Investitionen in den Woh- nungsbau sanken 1931/32 von öS 80 Mio. auf öS 43 Mio., also um ca. die Hälfte. Ab März 1933 erließ die Bundesregierung gezielt 16 Notverordnungen, um den Finanzhauhalt der Gemeinde Wien endgültig zu destabilisieren, und trug damit den Gemeindewohnungsbau bis 1934 zu Grabe.136 131 Jeglicher historische Einfluss wurde abgelehnt, dazu kamen neue Baustoffe wie Stahl und Beton. 132 Hautmann, Hautmann, Gemeindebauten, 1980, S. 109. 133 Trotz der Gegnerschaft der Wiener Christlichsozialen gegen die Wohnbausteuer wurde in vielen christlichsozial verwal- teten Städten Österreichs eine ähnliche Steuerpolitik durchgeführt. Diese Steuern waren ebenfalls progressiv gestaltet und schöpften vor allem aus Luxuskonsum, vgl.: Bauböck, Wohnungspolitik, 1979, S. 138. 134 Zimmerl, Kübeldörfer, 2002, S. 110. 135 Bauböck, Wohnungspolitik, 1979, S. 134 f. 136 Wolfgang Maderthaner, Von der Zeit um 1860 bis 1945, in: Peter Csendes, Ferdinand Opll (Hg.), Wien – Geschichte einer Stadt, Bd. 3: Von 1790 bis zur Gegenwart, Wien, Köln, Weimar, 2006, S. 444–447. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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