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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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aneinanderknüpft. Und gehört Brückenbauen nicht seit je zu den friedlichsten Aufgaben für Menschenhände?72 Frieden, Verbindungs- und Verbrüderungswille, Aufbau und weitere positive Assoziationen werden mit dem Regime der DDR verbunden, während die Brü- ckensprengung, die mit Gewalt, Trennung, Zerstörung assoziiert wird, der „SS“ zugeschoben wird. In einer Broschüre, die Anfang des Jahres 1954 oder 1955 vom Österreichischer Friedensrat unter dem Titel In Ihrem Interesse  … her- ausgegeben wurde,73 wird für einen geplanten Diskussionsabend unter ande- ren das Thema der Aufrüstungsbestrebungen in Deutschland in Zusammen- hang mit Brückenminierungen genannt. Eine Fotoabbildung in dieser Broschüre zeigt eine Brücke mit der Bildunterschrift: „Mit Hilfe dieser Spreng- kammer soll die Kriegerbachbrücke in Tirol sprengreif gemacht werden. Soll die ‚Alpenfestung‘, an welcher man schon im Tausendjährigen Reich gebaut hat, nun fertiggestellt werden?“ Daneben ist eine Abbildung eines Treffens ehe- maliger Kriegsteilnehmer in Wehrmachtsuniform zu sehen. Der Text erklärt: „Auf diesen Treffen sprechen österreichische und westdeutsche Redner davon, daß die ‚Scharte‘ des letzten Krieges ausgewetzt werden muß.“ Die Broschüre verbindet die Bestrebungen, Sprengkammern in Brücken anzubringen, mit der Remilitarisierung Westdeutschlands und mit den NS-Militärstrategien im Zwei- ten Weltkrieg. Die symbolische Bedeutung der Brücke wird in der Nachkriegspropaganda und -literatur häufig aktualisiert.74 Zumeist wird das Symbol positiv konnotiert. Ein Plakat, das 1952 in Österreich für die amerikanische ERP-Hilfe warb, zeig- te das Symbol der Brücke, die zwischen Amerika und den europäischen Staaten gebaut wird.75 Als der kommunistische Schriftsteller Otto Horn seine Berufs- kollegen Milo Dor und Reinhard Federmann für ihre Gründung des „Allgemei- nen Jugendkulturwerks, Gesellschaft für Freiheit und Kultur“ kritisiert, wählt er folgendes Bild: 72 Bronnen: Deutschland, S. 31. 73 Österreichischer Friedensrat (Hg.): „In Ihrem Interesse  …“. [Druck: Globus, verantwortlich: Max Unger; Datierung der Wienbibliothek auf 1955, Wienbibliothek: Friedensrat 1950 (Sig- natur: B  179997)]. 74 Die Allegorie der Brücke erscheint häufig in Nachkriegstexten, so in der Erzählung Arno Schmidts Leviathan oder Die beste der Welten (erschienen 1949), im Film Die Brücke (1959), Regie von Bernhard Wicki oder in den letzten Absätzen von Ilse Aichingers Roman Die grö- ßere Hoffnung (1948), sowie in der Kurzgeschichte Heinrich Bölls: Über die Brücke (E: Juni 1947; ED: 1950). 75 Vgl. die bildliche Darstellung: Susanne Storck-Rossmanit: 4 Jahre ERP Marshallplan: Europa Hilfsplan. Wien: Elbemühl 1949. [Wienbibl. Plakatsammlung. Sign.: AC10602476]. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 280 7 Das Gespenst des Nationalsozialismus im Kalten Krieg
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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