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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Page - 359 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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Botschaft beinhalten, die sich aber nicht entschlüsseln lässt: „Die volle Verant- wortung für diese Maßnahme trifft den Feind - - - Heidehopsassa, heidehopsas- sa ... Was macht Tante Ute mit ihrer Schute im Böhmerwald? ... Geburtstagsge- schenk gut angekommen, Torte noch in genießbarem Zustand.“ (FW 131) In Basils Roman wird nicht nur die Rolle verschlüsselter Funknachrichten im Krieg deutlich; vielmehr fasst der Roman den Nationalsozialismus als Symbiose von Gewalt, Absurdität und Dummheit. Die Sinnlosigkeit der kriegswichtigen Nach- richt im – verlängerten – ‚Dritten Reich‘ korrespondiert der Sinnlosigkeit des Krieges sowie der NS-Ideologie und des Lebens unter dem NS-Regime. In Wie- singers Roman erfüllt die Funktechnik, ebenso wie die „Atombiologie“ nur die Funktion, einer auf Unterhaltung abgestellten Handlung zusätzlich Aktualität zu verleihen, während politische oder gesellschaftskritische Intentionen nicht aufzufinden sind. Die Kompartmentalisierung des Atomgeheimnisses Um technisches Wissen vor unrechtmäßigem Zugriff zu schützen, wurden im Kalten Krieg Maßnahmen zur „Kompartmentalisierung“37 von Wissensbestän- den durchgeführt: Eine der wichtigsten Geheimhaltungsmaßnahmen, die [der militärische Leiter des Manhattan Project Major Leslie R.] Groves durchzusetzen suchte, [...] zielte darauf, dass jeder Forscher und jeder Ingenieur nur soviel wissen durfte, wie er brauchte, um seine Arbeit zu tun.38 Nach Horn existiert dieser Umgang mit Wissen erst seit der Entwicklung der Atombombe. Wiesingers Erzählung, die sechs Jahre danach erscheint, geht damit bereits ganz selbstverständlich um. Der FBI-Agent Bobby Smith soll für die Sicherheit eines rätselhaften Bauprojektes sorgen und horcht den Bauleiter nach technischen Detailinformationen aus, um eine eventuelle Sicherheitslücke fest- zustellen: „Bobby fürchtet, da es Art der Ingenieure ist, jedermann ihr Wissen bekanntzugeben, das[s] der Bauleiter [es zu] sehr verbreitet [sic!]. Er fragt schnell: ‚Dürfen Sie denn so ohne weiteres jedem Menschen diese technischen Details erzählen?‘“ (GS 12) Der Bauleiter beruhigt ihn: [Wir] haben [...] genaue Richtlinien, was wir sagen dürfen und was nicht. [...] Und schließlich: Keiner von uns weiß alles von diesem Bau. Und das Wichtigste: Ueber 37 Horn: Der geheime Krieg, S. 388. 38 Ebd. Spionage als Unterhaltung 359
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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