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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Funktionäre: Journalisten und Thema der Berichterstattung 171 langjährigenVerbandskapitänundGeneralsekretärdesÖFBwarder Journalis- mus über viele Jahre nicht nur ein Tor zur Öffentlichkeit, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle. Zwar absolvierte er eine berufliche Ausbildung als Bankbeamter undübte diesenBeruf auch aus. Doch bereits in derMonarchie schriebMeisl für das Fremdenblatt, gegen Ende des ErstenWeltkriegswar er imKriegspressequartier tätig, erwird indenAktendesKriegsministeriumsals Bankbeamter, zuletzt 1918dannnebenbei auchschonals „Redakteur“ geführt undgabähnlicheBerufsbezeichnungenauch selbst an.35 Funktionäre: JournalistenundThema derBerichterstattung EswarwohlnichtzuletztderModernitätdesSporteszuverdanken,dassdieses junge gesellschaftliche Terrain nochwenig ausdifferenziert war: ImWien der Zwischenkriegszeit waren die Verbindungen von aktivemSport, Sportfunktio- närstum und Sportjournalismus erstaunlich eng. Viele Sportschreiber waren zuvoraktiveAthletengewesen,vieleübtendannspäterneben ihrer schriftstel- lerischen bzw. journalistischen Tätigkeit auch noch ein – meist ehrenamtli- ches–FunktionärsamtbeieinemVereinaus.DerKonnexvonaktivemSportge- schehenundderSportrepräsentation indenMediengestaltete sichweit enger alsheute.WerüberSportschrieb,besaßmehrheitlichaktiveSporterfahrungen, was wiederum die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung positiv beeinflusst habendürfte.36 Andererseits war die Personalunion Journalist/Funktionär wegen mögli- cher Interessenskonfliktenichtunproblematisch–etwa inderFußballbericht- erstattung. Für gegnerische Vereine boten diese (angeblichen oder tatsächli- chen) Unvereinbarkeiten häufig Anlass zu Kritik. So beschwerte sich der SCWacker beim Sport-Tagblatt, dassWilly Meisl, nicht nur Redakteur dieser Zeitung, sondern auch Amateure-Sektionsleiter, einen Spielbericht über ein Spiel Wacker gegen Amateure verfasst habe. Das Sport-Tagblatt umging die Frage der Unvereinbarkeit mit der Antwort, nichtMeisl, sondernMax Leuthe habedenSpielberichtverfasst.37Auseinandersetzungenwiediesezeigen–un- 35 Hafer,Hafer,Meisl, 74. 36 Im Gegensatz dazu wird für die Zeit nach 1945 geradezu das Gegenteil postuliert, wenn ehemaligen SportlerInnen „journalistische Inkompetenz“ nachgesagtwird. Vgl. RoderichRei- fenrath,Kaiserschmarrn.DerFußballerals Journalist. In:ChristinaHoltz-Bacha (Hg.), Fußball, Fernsehen, Politik (Wiesbaden 2006) 249–261. 37 Sport-Tagblatt (26. 10.​ 1922) 5.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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