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Beruf, Karriere und Sport verbanden sich auch bei Theodor Schmidt: Der
Erbe der SüßwarenfirmaVictor Schmidt u. Söhne und Vorstandsmitglied des
Hauptverbandes der Industrie begann um 1927, den Sport in sein berufliches
wie privatesNetzwerk einzubinden,was 1928 in seiner Ernennung zumöster-
reichischenDelegiertenbeim InternationalenOlympischenKomitee eineners-
tenHöhepunkt fand.AmBeginnseinesEngagementsalsSportfunktionärstand
1927 die Gründung eines Firmensportklubs namens Victor Schmidt. Theodor
Schmidt übernahm nicht nur das Amt des Ehrenpräsidenten, stiftete Ehren-
preise oder lud die Sportler in seine Villa ein, er nutzte den unterklassigen
Verein auch als gesellschaftspolitisches Sprungbrett:42 Schon zur Gründungs-
versammlunghatte erProminenz, anderSpitzeÖOC-PräsidentMartinHaudek
und Teamchef HugoMeisl, eingeladen.43 Nach SchmidtsWechsel in das IOC
verschwandder Firmenklub raschvonderBildfläche.
JüdischeNetzwerke?
Zionistische Sportvereine können zweifellos als (national-)jüdischeNetzwerke
bezeichnetwerden, indenensichberufliche, sportlicheundpolitische Interes-
senmit derWerbung für das zionistische Ideal verbanden: Sowar der Sport-
journalist und Funktionär Emanuel Fiscuswährend des ErstenWeltkriegs als
Student bei verschiedenen zionistischen Hilfsorganisationen tätig, später bei
dem zionistischen Sportverein SK Hasmonea und auch als Verbandskapitän
des jüdischenSportverbandes.Erwarabernichtnur inzionistischenOrganisa-
tionenaktiv, sondernauchinallgemeinenberuflichenNetzwerken,soalsVize-
präsidentdesTheater-,Presse-undVersicherungsangestelltenverbandes44und
beimSportklub derWiener Sportberichterstatter.45 Fiscus gab aber auch eine
Festschrift für das deutsche Sängerbundesfest im Jahr 1928 heraus, das die
größte deutschnationaleManifestation und Anschlusskundgebung der ersten
Maus, in: ballesterer 29 (2007) 44; RomanHorak,WolfgangMaderthaner,Mehr als ein Spiel.
Fußball undpopulareKulturen imWienderModerne (Wien 1997) 62.MatthiasMarschik,Pol-
lack-Wiese. In: AndreasTröscher,MatthiasMarschik, Edgar Schütz (Hg.), Das großeBuchder
österreichischenFußballstadien (Göttingen 2007) 123f.
42 MatthiasMarschik, „Der Herr Kommerzialrat“. Theodor Schmidt undRudolf Klein. Sport-
räumealsOrte jüdischer Selbstvergewisserung inderErstenRepublik. In:WienerGeschichts-
blätter 71,H. 4 (2016) 299–324, hier 301f.
43 Sport-Tagblatt (22.11. 1927) 3.
44 Sport-Tagblatt (28. 11. 1923) 3.
45 Sport-Tagblatt (13.3. 1924) 4.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Title
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Subtitle
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Authors
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 376
- Categories
- Geschichte Nach 1918