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288 10 Nach dem „Anschluss“
nal zwischen Friedensbrücke und Döblinger Steg zumBaden.121 Ab 1941 trat
mit der ElftenVerordnung zumReichsbürgergesetz vom 25. November 1941122
undeinerweiterenVerfügungsbeschränkungüber beweglichesGut von Juden
und Jüdinnen vom 1. Dezember 1941 eine neuerliche Verschärfung jüdischer
Entrechtungsmaßnahmenein.123 DieseVerordnungenbestimmten, dass Juden
und Jüdinnen ihre Fahrnisse wie elektronische Geräte und Winterkleidung
(Wollsachen,Pelze), aufgrundderBestimmungvom5. Jänner 1942 schließlich
auchFahrräder, BergschuheundWintersportausrüstungenwie Skier undSki-
schuhe,abzuliefernhatten.Damitwarennunmehr individuelleBewegungsfor-
mendieserArt für Judenund Jüdinnenverunmöglicht.124
CaseStudy: JüdischerSport inWiennach
dem„Anschluss“.DasBeispiel desSportclubs
(SC)Hakoah
Der1909 inWiengegründete jüdischeSportclub(SC)Hakoah125 (hebräisch:die
Kraft) war einer der erfolgreichsten europäischen Allround-Vereine der Zwi-
schenkriegszeit. Unter seinen mehreren tausend Mitgliedern126 fanden sich
121 Botz, „Anschluss“, 409f.;Rosenkranz, Verfolgung, 155; JüdischesNachrichtenblatt (Aus-
gabeWien) (6.6. 1939) 7, (4.7. 1939) 8.
122 dRGBl 1941 I, 722.
123 Vgl.Blau, Ausnahmerecht, 102.
124 Dokumentationsarchiv,Widerstand, 201, 242f., 244f.; Der gelbe Stern in Österreich (Ei-
senstadt 1977) 26, Rz199;Blau, Ausnahmerecht, 109;Walk, Sonderrecht, IV Rz264, 296, 373,
418, 449.Die genanntenBestimmungenwurdenauch im JüdischenNachrichtenblatt Jg. 1941,
Nr. 73 (AusgabeWien) (3. 12. 1941) 1 publiziert.
125 Vgl. zum SCHakoah: Betz, Platzeröffnung, 150–184; SusanneHelene Betz, „… vor Neid
platzend!“ Der Sportklub HakoahWien und seine Sportanlage imWiener Prater. In: David
Forster, JakobRosenberg, Georg Spitaler (Hg.), Fußball untermHakenkreuz in der „Ostmark“
(Wien 2014) 88–105; Betz, Sport, 29–42, sowie Susanne Helene Betz, Jewish Sport in Vienna
1938–1945. The Case of the Hakoah Sports Club. In: Austrian Studies Newsmagazine (Center
for Austrian Studies, University of Minnesota) 2 (Fall 2017) 13f., 29, online unter http://hdl.
handle.net/11299/191873 (20. April 2018). Rezente Kurzbeschreibungen der Hakoah auch in
Dieter J.Hecht,AusschlussundgesellschaftlicheÄchtung. In:Dieter J.Hecht,EleonoreLappin-
Eppel, Michaela Raggam-Blesch, Topographie der Shoah (Wien 2015) 82–121, hier 118–121;
Bunzl, HakoahWien, 505–507, erwähnenswert weiter: Heidi Zogbaum, HakoahWien. Jewish
Sport before 1938. In:Australian Journal of JewishStudiesVIII,H. 2 (1994) 44–66.
126 DieMitgliederzahlen zurHakoah schwanken, lagen aber in der Blütezeit zwischen 1.500
und 3.000 Personen. Betz, Platzeröffnung, 151, 159f.; ÖStA, AdR, ZNsZ, StikoWien, Karton
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Title
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Subtitle
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Authors
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 376
- Categories
- Geschichte Nach 1918