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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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304 10 Nach dem „Anschluss“ Ein „Judenklub“? In seiner Einvernahmeals Zeugeberichtete Emanuel Schwarz 1946von seiner TätigkeitalsVereinspräsident inden1930er-Jahrenundschildertesein finanzi- elles Engagement für denKlub: „Ich wurde 1931 vom Vicepräsidenten Präsident des Fussballklubs Austria, der damals ca. 160.000SSchuldenhatteunddurchmichaufgrundvonAusgleichsverfahrenausder SchweizbeschafftenKreditenbereits 1933 finanziell aktivwurde,wozudannbis 1937die steigendensportlichenErfolgekamen,die sich finanziell gleichfalls auswirkten. 1938war ichPräsident,Präsidentstellvertreterein jetztverstorbenerHerrMedina,dannwarennoch einige Vorstandsmitglieder, darunter der Kassier Siegfried Sass, derzeit in Amerika, Schriftführer war Heinrich Bauer, verstorben, auch Vorstandsmitglied. Die wichtigsten AngestelltenwarenderManagerRobert Lang später inBelgraderschossenundderFuss- ballerWalterNauschalsBuchhalter.“191 Auch der Spieler Karl Sesta beschrieb imVolksgerichtsverfahren, Schwarz sei „vordemUmbruch1938diemassgebendePersönlichkeit imKlubvorstand, so- wohl in finanziellerHinsichtalsauchsonst“gewesen.„Die finanziellenAbma- chungenzwischenSpielernundVereinwurdenfürdenVereinvonDr.Schwarz geführt.NebenDr.SchwarzwarnochManagerRobertLang,derdieSpielerein- käufe tätigte, Handgelder bestimmte selbstverständlich imEinvernehmenmit Dr. Schwarz.“192 Der Mediziner Schwarz galt dabei als paternalistischer und fußballverrückter Präsident, der an „‚seine‘ Spieler […] je nachLeistung ‚Wat- schen‘ oder Prämien verteilte“193 und als prominenter Sportarzt zahlreiche Fußballer behandelte. In seiner Aussage erwähnte Schwarz eine Reihe von Vorstandskollegen. Die Einschübe „verstorben“, „erschossen“, „inAmerika“ lassen erahnen, dass auch sie, mit Ausnahme des prominenten Exfußballers Nausch,194 als Juden 1941. In:Brenner,Reuveni (Hg.),Emanzipation, 159–172,hier 162–165.Forster,Spitaler, „Juden- freier“ Fußballsport, 50. 191WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg 11/55,VerfahrenVG1gVr 2613/46, Zeugen- vernehmung4.6.​ 1946. 192WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg11/55,VerfahrenVG8eVr11/55,Zeugenver- nehmung 16. 10.​ 1954. 193 So sein SohnFranz Schwarz im Interview, in: David Forster, Georg Spitaler, Fußball un- termHakenkreuz3.Teil:dieAustria.„Wer’s trotzdemblieb“. In:ballesterer 10 (2003)42f.,hier 42. 194 Zur Biografie desWunderteamspielers und späteren österreichischen TeamchefsWalter Nausch, derWien imHerbst 1938mit seiner jüdischenFrauverließunddieNS-Jahre als Trai- ner in der Schweiz verbrachte, vgl. Forster, Opfer Österreich, 109f., bzw. David Forster, Der nobleNausch. Fußball untermHakenkreuz 19. Teil: derKapitän. In: ballesterer 39 (2009) 46– 48.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Title
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Subtitle
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Authors
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
376
Categories
Geschichte Nach 1918
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