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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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Page - 211 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3

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211 wünschte er doch die permanente Union Polens und Sachsens und die innere Consolidation der Republik, um sie dem gefährlichen Einflüsse Preußens und Rußlands zu entziehen. Zugleich begann die französische Revolution jetzt zum ersten Male ihre Rückwirkung auf die allgemeinen europäischen Verhältnisse geltend zu machen. Die Allianz zwischen Österreich und Frankreich war vernichtet, Leopolds Schwester Marie Antoinette war auf das äußerste bedrängt; eine Anzahl von im Elsaß begüterten Reichsfürsten hatte durch die Franzosen materielle Rechtsverletzung erlitten; die Emigranten riefen alle Höfe um Beistand an, die Jakobiner suchten die Bewohner der Grenzlande aufzuwiegeln. Leopold widerrieth, so lange die Verwickelungen im Osten Europas seine Kräfte in Anspruch nahmen, seiner Schwester jeden eutscheidenden Schritt — namentlich die beabsichtigte heimliche Flucht — und wies auch das Hilfegesuch des Grasen Artois ab. So wie Kaunitz hielt Leopold die dauernde Beschränkung der königlichen Gewalt in Frankreich und die Eindämmung der Fluten der französischen Revolution im Interesse des europäischen Friedens für gleich wüuscheuswerth. Als das geeignetste Mittel hierzu betrachtete er die Schaffung eines haltbaren constitutionellen Zustandes iu Frankreich mit ausreichender Autorität des Köuigs und breite» verfassungsmäßigen Rechten des Volkes. Wenn irgend möglich, sollte dieser Ersolg ohne Waffengewalt erzielt werden, namentlich ohne Abreißung französischer Grenzgebiete, um die über deren Vertheiluug voraussichtlich entbrennenden europäischen Händel zu vermeiden. Daher kam Leopold auf deu Plau eines großen europäischen Concerts, in dem alle Mächte auf Frankreich einen moralischen, zugleich von militärischen Demonstrationen begleiteten Druck ausüben sollten. Da aber das Zustande- kommen eines derartigen Concerts längere Zeit in Anspruch nahm, mahnte er seine Schwester zu Vorsicht und Geduld. Erst als er von dem fehlgeschlagenen Fluchtversuche und der Gefangennehmung des französischen Königspaares vernahm, erließ er, tief erschüttert, von Padua aus ein Rundschreiben an alle europäischen Souveräne, worin er sie auf- forderte, sich gemeinsam der Sache Ludwigs XVI. anzunehmen, schloß Frieden mit der Pforte (zu Sistowa), um sich die Hände im Osten frei zu machen, und ging mit Preußen eine» Vertrag ein, worin sich beide Höfe ihre Territorien garantirten und erklärten, sich um die Herbeiführung jenes europäischen Concerts bezüglich Frankreichs bemühen zu wollen. Aber selbst jetzt noch suchte Leopold den Bruch mit Frankreich sorgfältig zu vermeiden, zumal bei der Abneigung Englands wider dasselbe das europäische Concert im weiten Felde lag. Selbst noch bei der Zusammenkunft Leopolds und Friedrich Wilhelms II. zu Pillnitz wurde der europäische Charakter der frauzösischeu Frage, die nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Souveräne zu erledigen sei, betont, und wie wenig begründet die vielver- breitete Ansicht ist, daß zu Pillnitz die erste Coalition zum Augriffe auf die französische Revolution gestiftet worden sei, zeigt abgesehen davon, daß die Denkschrift, welche der lt-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild