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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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240 Die Doppelherrschaft Österreichs über Deutschland und Italien war also der große politische Gedanke, auf den Metternich das ganze Vertragswerk des Wiener Congresses zu gründen verstand. Dies Resultat für alle Zukunft sicher zu stellen, wurde die Aufgabe seines ferneren Lebens. Da aber Metternichs Werk mit allen übrigen Schöpfungen des Congresses euge zusammenhing, so lief sein System ans eine vollständige Stabilität des politischen Zustandes von Europa hinaus, wobei ihm ebensosehr die Solidarität der legitimen Interessen und die allgemeine Erschöpfung der Staaten als jene religiös mystische Stimmung zu Hilfe kam, die an die Stelle des früheren Unglaubens die Grundsätze der „heiligen Allianz" als Richtschnur des politischen Lebens setzte und die ruhebedürftige Welt in den Schlummer ihrer mondbeglänzten Zaubernacht wiegte. Denn wie richtig auch Metternichs nüchterner Sinn hinter dem Dunstkreise, in den die heilige Allianz die letzten Absichten ihres Urhebers hüllte, das Gelüste uach einer russischen Hegemonie über Europa erspähte, so wußte er doch auch diese Idee seinen Zwecken dienstbar und mit überlegener Meisterschaft den Czaren aus einem Schirmvogt des Liberalismus zum Paladin der Reaction zu machen. Zwar scheiterte der Plan, die heilige Allianz zu einer europäischen Amphiktyonie mit internationalen Befugnissen auszubilden, an dem Widerspruch Englands; aber statt dessen trat nun doch jene Ära der Congrefse (von Troppau, Laibach und Verona) und der bewaffneten Interventionen ein, welche sich nicht allein gegen die revolutionären Zuckungen des Welttheils, sondern gegen alle nationalen und liberalen Regungen richteten nnd bei denen das Wiener Cabinet überall als der natürliche Wächter nnd Beschützer des konservativen Princips und als der Sachwalter eines Qnietismns fnngirte, der an sich zwar die natürliche Reaction gegen die vorangegangene Epoche gewaltsamer Umwälzungen war, aber auch jedes schöpferischen Gedankens bar den lebendigen Kreislauf des staatlichen Lebens nicht minder gewaltsam hemmte, nur an dem Augenblicke hing und die Gefahren der Zukunft, denen er steuern wollte, erst recht ins Leben rief. Es war dies zugleich die Zeit, in der sich der Hauptrepräsentant dieser Richtung eines fast beispiellosen Ansehens und Einflusses bei den Monarchen nnd Staatsmännern Europas erfreute, die sich alle bei ihm Raths erholten, für welche alle „Wien das Mekka war, wohin sie ihre Blicke richteten, und Metternich ihr Prophet". Was aber diese Stellung zu einer ganz unvergleichlichen erhob, das war die Harmonie, in welche Metternich seine Intentionen mit den Anschauungen seines kaiserlichen Herrn zu bringen wußte, der ihm unmittelbar nach der Schlacht bei Leipzig den Fürstentitel verlieh, ihn in der Folge (1821) zum Staatskanzler erhob und ihn auch sonst mit Beweisen seiner Huld überschüttete. Von Natur durchaus friedliebend wie sein Vater, sah sich Kaiser Franz von dem ersten Tage seiner Regierung an zu einer langen Reihe von Kriegen verurtheilt, die ihn gleichsam von selbst zum Vorkämpfer des alten Rechtes gegen den Anprall der dasselbe
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild