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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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2t4 Was im Osten der griechische Freiheitskampf, das bedeutete im Westen für Metternichs System die Julirevolution, die den Beweis lieferte, daß der mühsam aufgeführte Bau des Wiener Cougresses doch nur eine Sisyphusarbeit gewesen, und daß das Feuer, desseu Gluten man in Italien und Spanien ausgetreten zu haben wähnte, auf dem Herde selbst noch immer nicht erloschen sei. Auch hier blieb schließlich Metternich nichts übrig, als den Bürgerkönig anzuerkennen, der in directem Gegensatze zu deu iu der Staatskanzlei herrschenden Grundsätzen über Barrieaden auf den Thron gestiegen war. Und wie ein Unglück selten allein zu kommen pflegt, so Pflanzte sich wie ein Lauffeuer die revolutionäre Bewegung von Frankreich über Deutschland und die Schweiz, Italien, Belgien und Polen sort. Gelang es auch schließlich noch einmal des Brandes Meister zu werden, so legte doch das junge Königreich Belgien, das aus dem Zwitterstaate der vereinigten Niederlande ausschied, iu das Cougreßwerk eiue ueue Bresche. Die wichtigste Folge der Julirevolution aber war die ueue Coustellatiou der Groß- mächte, die sich aus der verschiedenen Stellung zu ihr ergab. Dem Bunde der Ostmächte stellte sich ein Bund der Westmächte gegenüber, eine Spaltung, die zugleich den Gegensatz zwischen Absolutismus und Constitntioualismus in sich schloß. Jenen Bund der Ostmächte, der sich unter dem zwingenden Einflüsse der realen Interessen gelockert hatte, von uenem fester zusammenzufügen, darauf war das Streben Metternichs nmsomehr gerichtet, als die Wiedergeburt der heiligen Allianz allein Rettung gegenüber jenen revolutionären Ideen verhieß, die damals von Frankreich aus auch in Deutschland Eingang fanden und die mit dem Bestehenden unzufriedenen Gemüther in heftige Gährnng versetzten. Auch der Thron- wechsel in Österreich legte den Wunsch uach einer derartigen Befestigung der Allianz mit Preußen und Rußland nahe, zumal der sterbende Monarch die Beibehaltung seines Systems in Allem und Jedem empfohlen hatte und der Blick in die Zukunft des Staates keineswegs tröstlich war. — Denn Kaiser Ferdinand stand zwar bereits in reifem Mannesalter, als ihn der Tod des Vaters auf den Thron Österreichs berief; allein schwächliche Körperanlage und andauernde Kränklichkeit wirkten hemmend und störend auf seine Willenskraft und gewährten uur jener Herzensgüte Raum, die im Wohlthun die reinste Freude fand und daher dem liebreichen Monarchen bald den Beinamen des Gütigen verschaffte. So kam es, daß Kaiser Ferdinand eigentlich nur dem Namen nach regierte, dagegen für die Leitung der Geschäfte gleich anfangs in anderer Weise Fürsorge getragen werden mußte. So fiel denn, da von der Einsetzung einer formellen Regentschaft aus Rücksicht auf die Verfassung Ungarns, die eine solche Einrichtung uicht kannte, abgesehen werden mnßte, die eigentliche Regierung der sogenannten Staatseonserenz zu, in welcher des Kaisers Oheim Erzherzog Ludwig und in dessen Abwesenheit der Staatskanzler Fürst Metternich den Vorsitz führte, und der außerdem als präsumtiver Thronfolger Erzherzog Franz Karl und für die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild