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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
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Page - 246 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3

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246 Aber der Bund, den die Epigonen der großen Befreiungskämpfe miteinander schloffen, war doch nur eine schwache Copie der heiligen Allianz, der es an dem Zauber der letzteren, an der Originalität gebrach. Was zunächst das Verhältniß Österreichs zn Rußland betraf, so hatte zwar den Gegensatz, der seit dem Türkenkriege von 1828 zwischen den beiden Höfen bestand, die gewaltige Erschütterung der Julirevolution, der belgischen und der polnischen Erhebung einigermaßen zugedeckt: wie vor zehn Jahren schloß mau sich wieder zusammen auf dem Boden der großen Grundsätze der Legitimität; aber in der Anwendung derselben wich man nach den verschiedenen beiderseitigen Interessen fast bei jeder Frage auseinander, so daß man sich zwar in dem Wunsche, das englisch-französische Bündniß zu trennen, begegnete, aber zur Erreichung dieses Zieles völlig entgegengesetzte Wege einschlug. Und was Preußen betraf, so stand dasselbe zwar in allen couservativeu Interessen auf Seiten Österreichs, aber in Bezug auf die künstige Regelung der deutscheu Verhältnisse bestand zwischen den beiden Schwesterstaaten ein zwar unausgesprochener, aber darum doch nicht minder tiefer principieller Gegensatz. Überhaupt bewährten sich die zur Erhaltung der Machtstellung Österreichs in Deutschland angewendeten Mittel auf die Dauer ebensowenig als die auf dasselbe Ziel gerichteten Bestrebungen in Italien. Das ängstliche Bemühen, in den Kleinstaaten jeden Ansatz selbständiger Entwickelung im Keime zu ersticken, zerstörte hier wie dort den Parti- eularismus und förderte gerade das, was man mehr als alles Andere hintanzuhalten suchte, die Richtung auf das Allgemeine und Nationale. Während in Italien eben hieran, sowie an dem unüberwindlichen Mißtrauen der einzelnen Fürsten der Versuch, nach dem Vor- bilde Deutschlands einen Staatenbund zu schaffen, scheiterte, trat in Deutschland unter Preußens Führung der Zollverein ins Leben, dessen hohe Bedeutung für die künftige politische Entwicklung Metternich zwar erkannte, dessen Abschluß er aber nicht zu hindern im Stande war. Metternichs größter Stolz war die Wiener Eongreßaete, die er gerne als sein Werk bezeichnen hörte, wie sie es anch in der That zum großen Theile war. Und doch nöthigten ihn seither die Verhältnisse, nicht mir manche im Widerspruche mit den Wiener Verträgen geschaffene Thatsache als solche anzuerkennen, sondern zuletzt sogar selbst an die Zerstörung seines Werkes durch jene Einverleibung Krakaus Hand anzulegen, die, an sich unvermeidlich, sich doch wie ein großes Fragezeichen am Ende seiner politischen Laufbahn ausnahm. Länger als nach außen hat sich jenes System der Stabilität im Innern Österreichs behauptet. Für dasselbe lag selbst in der Verfassung Ungarns trotz ihres Gegensatzes zu der absolutistisch regierten westlichen Hälfte des Reiches keine Gefahr, insoweit und solange als das Interesse des magyarischen Adels, der herrschenden Classe, ebenfalls nur auf die Erhaltung überlieferter Rechte gerichtet war. Allein dies änderte sich, als allmälig in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Volume 3
Title
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Subtitle
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Volume
3
Editor
Erzherzog Rudolf
Publisher
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Location
Wien
Date
1887
Language
German
License
PD
Size
15.64 x 22.39 cm
Pages
278
Keywords
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Categories
Kronprinzenwerk deutsch

Table of contents

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild