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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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lassen. Wenn sie ganz in Albanien drin sind, sind sie für 30 Jahre festgenagelt. Dies sahen wir doch an Bosnien-Herzegowina. Wäh- rend dieser Zeit läßt sich aber vieles machen. Ewig werden wir doch nicht „Nichtbereit" sein! Und auch wegen der Adriahäfen sollten wir uns jetzt nicht zu sehr aufregen. Sind vor 30 Jahren und ohne eine Milliarde nicht in Stand zu setzen. — Delegationsempfang, Thronrede. Brachte nicht viel Neues. Abendsitzung im ungarischen Viererausschuß. Talian Vorsitzender. Ruhiger, guter Verlauf. 7. November. Schlaflose Nacht. Nachrichten aus Rußland machen mir Sorge. Wir sind artilleristisch weit zurück. Will 76 Batterien- projekt durchbringen. Wenn mir nur nicht Alle Schwierigkeiten ma- chen wollten! Anderseits, jetzt mitten im Winter, wo wir darauf so gar nicht eingerichtet sind! Vernunft rät zum Frieden. Mindestens zum Temporisieren. Doch ich gelte so schon als Pessimist. Schließ- lich entscheiden aber doch nur die realen Faktoren. Berchtold stets guter Laune. Beneide ihn. 8. November. Erwägungen und Besprechungen bezügUch Winter- ausrüstung. Mein Gott, wird das wieder Geld kosten! Die Finanz- minister! Ja, zu meinem Vergnügen tu ich's nicht! Gemeinsame Ministerkonferenz. Bosnisch-herzegowinische Bahn- frage erledigt. Gottlob endhch! Nachmittag Fortsetzung der Be- sprechungen wegen der Artillerie. Auch bezüglich der neuen Hau- bitzen. Mir unverständHch, wie man 1899 diese Frage so unglücklich lösen konnte! Einige Kompanien gesehen. Brillanter Eindruck. Aber diese Stände— völlig lächerHch! Besuche bei Fejervary, Bu- rian usw. Abends gemütliches Souper. Wir sind doch alle ein wenig Phäaken! 9. November. Besuch der Manfred-Weiß-Werke auf Insel Csepel. ErstaunHch umfangreich und leistungsfähig, was wesentHch beruhi- gend wirkt. Ein Selfmademan erster Güte, der auch großen poli- tischen Einfluß hat, den man sich warm halten muß. Akzeptiere daher auch einen Frühstückimbiß, was sonst gegen mein Prinzip. Schwierigkeiten in Lösung der Unteroffiziersfrage. Natürlich wieder seitens Teleszkys! Ach was, — ich muß sie durchreißen. Nach- mittag Fahrt nach Wien. 10. November. Franz Ferdinand kommt nach Budapest! Muß sofort zurück. Vorher noch kurze Enquete wegen feldmäßiger Bau- ten in GaHzien. Seit Jahren alles nur mehr lau betrieben. Und jetzt, wo's friert, sind selbst diese Anlagen nur mit enormen Kosten her- zustellen. Neige immer mehr vorläufigem Ausgleich zu. Lieber ein Olmütz (ä la Manteuffel) als ein Königgrätz, Ein Großstaat muß den Krieg wollenkönnen, respektive planen, sollnicht sonolensvolens 214
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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