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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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hineingezerrt werden. Wenn wir doch endlich eine Konferenz hätten, wo ich dies ernsthaft sagen könnte. Es wird aber immer nur so herumdebattiert. Während der Rückfahrt nach Budapest Expose des Obersten Metzger (Chef des operativen Büros) über die gesamte operative Situation. Gut entwickelt. Nur wollen mir weder unsere Informa- tionen noch jene der Deutschen gefallen. 11. November. Danew, bulgarischer Minister, in Budapest. Major C. schildert ihn als geriebenen Rustre. Von seiner Mission, die ihn auch in die andern europäischen Hauptstädte führen wird, sagt man mir nichts. Wieder ein Beweis, daß wir nicht miteinander, sondern nebeneinander arbeiten. Ich informiere den Minister des Äußern fast täglich aufs genaueste. Alle schmeicheln Italien, in dessen Bündnis- treue man im kritischen Moment die größten Zweifel setzt. Zu was ist aber dann das ganze Bündnis? . . . Masar^^k und Kramaf! Ha- ben eigentlich über die zu befolgende Politik richtige Ansichten. Freilich mit andern Zielpunkten. Doch die behielten ja wir in der Hand. Ansonsten müssen wir uns aber im Übergangsstadium be- trachten. An die mihtärischen Vorbereitungen, die unerläßlich sind, gehe ich schwersten Herzens. 12. November. Danew war bei Franz Ferdinand. Danach soll der Erzherzog gesagt haben: „Jetzt kann ich wieder heimfahren, da ich die Kriegsfurie an die Kette gelegt habe!" So ist seine Note. Bin für heute abend bei ihm zur Audienz befohlen und gespannt." — Diese Audienz war eigentlich die letzte ausführliche Besprechung, die ich mit dem Thronfolger vor meiner Demission hatte. Sie fand in Ofen in der Königsburg statt. DerAbend war mildund die Fenster geöffnet, so daß man das feenhafte Nachtpanorama, das Budapest stets bietet, überblicken konnte. Der Erzherzog war wohlgelaunt und besprach sachliche und personelle Fragen. Ich glaube, daß der Erzherzog in jenem Momente wirklich noch keine Ahnung hatte, daß Krobatin vier Wochen später mein ernannter Nachfolger sein würde. Dann kam er auf die politische Situation zu sprechen. Hauptsächlich wurde die Frage erörtert, ob die Serben ans Meer zu lassen wären oder nicht. Meine Anschauung hierüber ist den Lesern schon bekannt. Der Erzherzog meinte, daß auch er für den Frieden und gegen jeden vorzeitigen Kriegsausbruch sei. Von der Adria müßten die Serben aber weg, dafür habe er sich bereits engagiert. Ich dankte für diese präzise Mitteilimg, da ich jetzt wenigstens wisse, wohin die Fahrt eigenthch gehe. Im Innern dachte ich aber, jetzt heißt's doppelt vorbereiten, denn der gewählteWeg würde mindestens bis an den Rand schwerster Komplikationen führen. Der Erzherzog 215
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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